Börse: Postbank steigt in den Dax auf - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Börse Postbank steigt in den Dax auf

Die Postbank steigt in den wichtigsten deutschen Börsenindex Dax auf. Deutschlands größte Filialbank ersetzt dabei den Schering-Konzern, der nach der Übernahme durch den Chemie- und Pharmariesen Bayer seinen Platz unter den Top 30 der deutschen Wirtschaft verliert.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt/Main - "Wir sind stolz darauf, dass Post und Postbank nun zusammen in der ersten Liga der börsennotierten Unternehmen in Deutschland spielen", erklärte Post-Chef Klaus Zumwinkel nach Bekanntgabe der Entscheidung. Der Vorstandsvorsitzende der Postbank, Wulf von Schimmelmann, erklärte, Ziel sei es, "die Postbank in Deutschland zur Nummer Eins zu machen".

Bis zuletzt hatte sich das Finanzinstitut mit 15 Millionen Kunden, an dem die Deutsche Post die knappe Mehrheit hält, ein Kopf an Kopf Rennen mit dem Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck geliefert. Neu aufflammende Übernahmespekulationen im Bankensektor nach einer Großfusion in Italien hatten der Postbank-Aktie in den vergangenen Tagen frischen Schwung gebracht und sie beim Börsenumsatz unter die 35 größten Unternehmen gehievt.

Nach den Regularien der Börse muss ein Aufsteiger bei Handelsumsatz und Marktkapitalisierung nach Streubesitz mindestens Position 35 der Dax-Rangliste belegen. Zuletzt schaffte Ende 2005 der Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate den Aufstieg in die erste Börsenliga. Künftig können auch ausländische Firmen in den Dax aufgenommen werden.

Im 50 Werte umfassenden MDax gibt es neben dem Wechsel zwischen Schering und Postbank einige weitere Veränderungen. Für den Immobilienkonzern Vivacon, der in den SDax absteigt, wird künftig der Kölner Motorenbauer Deutz im Nebenwerteindex vertreten sein. Im Technologieindex TecDax verdrängen der Anbieter von Internetzahlungssystemen Wirecard und der Netzwerkausrüster Adva die Biotechfirma Medigene und den Internetsoftware-Entwickler Combots .

Ein großes Stühlerücken gab es im SDax. Mit Air Berlin, Cat Oil, Demag Cranes und Klöckner & Co (KlöCo) ziehen gleich vier Börsenneulinge in den Kleinwerteindex ein. Zudem wird künftig die Immobilienfirma Deutsche Wohnen im SDax vertreten sein. Aus dem MDax kommt Vivacon hinzu. Herausfallen werden Fluxx, Villeroy & Boch, Böwe Systec, Schlott Gruppe und Klöckner Werke. Für Firmen ist eine Mitgliedschaft in einem der Indizes wichtig, weil sie damit stärker ins Blickfeld von Fondsmanager rücken. Diese orientieren sich bei der Zusammensetzung ihrer Portfolios an den Indizes. Die Umstellungen erfolgen zum 18. September.

fok/AFP/Reuters

Mehr lesen über