Börse Raketenstart für Brainpool
Frankfurt am Main - Trotz der etwas schwächeren US-Börsen legte der Dax nach wenigen Handelsminuten 1,2 Prozent. Der Nemax 50 stieg um 3,4 Prozent.
Zu viele Hoffnungen wollen die Börsianer für den Freitag aber nicht wecken. Die Möglichkeiten einer Aufwärtsbewegung für den Dax seien zunächst begrenzt, hieß es. Es müsse abgewartet werden, wie sich die Umsatzwarnung des weltweit größten Chipherstellers Intel auf die Technologiewerte auswirke.
Auch die Gewinnwarnung des Mobilfunk- und Elektronikkonzerns Motorola und eine Senkung der Umsatzprognose für Microsoft durch eine Wall Street-Investmentbank hat US-Händlern zufolge auf die Stimmung am US-Markt gedrückt. Der Nasdaq Composite Index notierte zum Sitzungsschluss 1,6 Prozent schwächer, lag damit allerdings rund ein Prozent höher als zum Handelsschluss in Frankfurt und zudem zwei Prozent über seinem Tagestief. Der Dow-Jones-Index 30 führender Industriewerte schloss 0,4 Prozent im Minus. Die Anleger seien ein weiteres Mal in ihren Befürchtungen bestätigt worden, dass sich die Geschäftsentwicklung bei Technologiewerten verschlechtern könne, sagten Händler.
In Frankfurt dürften am Freitag ThyssenKrupp in den Fokus rücken. Der Stahlkonzern will seine Geschäftszahlen für das Gesamtjahr bekannt geben. Zu Handelbeginn notierte das Papier minimal über Vortagsniveau. Neuigkeiten gab es auch von dem Wachsmittelkonzern Henkel. Das Unternehmen will sich 2002 von seinem 50-prozentigen Anteil an Henkel-Ecolab trennen. Zudem halten die Düsseldorfer eine Option auf eine Übernahme des US-amerikanischen Hygienemittelherstellers Ecolab Inc. Die aktie stieg mit einem Plus von gut 1,1 Prozent in den Handel ein.
Am Neuen Markt waren die Händler von dem starken Start ein wenig überrascht. MobilCom konnten sich nach den starken Verlusten des Vortages im frühen Geschäft wieder etwas erholen und kletterten um knapp 15,3 Prozent. Am Vortag hatten Spekulationen um Finanzierungsschwierigkeiten den Kurs einbrechen lassen. Hintergrund der Gerüchte sind die hohen Belastungen durch die UMTS-Lizenzen. Intershop waren mit plus 6,7 Prozent einer der Nemax 50-Gewinner. An erster Stelle der Rangliste notierte zu Börsenauftakt die Firma Brainpool, die die Exklusivrechte für die Vermarktung der Flüge zur Weltraumstation ISS übernommen hat. Das Papier gewann in den ersten Handelsminuten mehr als 25,4 Prozent hinzu.
Spannend dürfte der Kursverlauf der EM.TV-Papiere werden, die zunächst 8,3 Prozent über dem Vortag lagen. Sollten die Bilanzzahlen der Tele München-Gruppe schlechter ausfallen als ursprünglich erwartet, würde sich die Rückabwicklung der 45-Prozent-Beteiligung von EM.TV zu einem deutlichen Verlustgeschäft entwickeln. Der Kursverlauf des Papiers wäre damit wieder vorgezeichnet.
Für Belastung könnten am Nachmittag auch negative Impulse von der Wall Street sorgen. In den USA stehen die Arbeitslosenzahlen für November zur Veröffentlichung an. Prognosen zufolge werde die Arbeitslosenquote vier Prozent betragen nach 3,9 Prozent im Oktober. Ebenfalls am Nachmittag veröffentlicht die Universität Michigan die jüngste Studie zum Vertrauen der US-Verbraucher in die Wirtschaftsentwicklung des Landes. Im November hatte der Gesamtindex 107,6 betragen. Gespannt warten die Börsianer außerdem auf eine Rede von US-Notenbankchef Alan Greenspan, die für den Nachmittag angekündigt ist.
Der Euro, der in den vergangenen Tagen von dem abgeschwächten Wirtschaftserwartungen in den USA profitiert hatte, notierte im frühen Handel gegenüber der US-Währung mit 0,8853 Dollar, nach einer Schlussnotiz von 0,8899 Dollar am Donnerstag in New York.