Börse Rezessionsangst drückt Dax tief ins Minus
Frankfurt am Main - An den europäischen Börsen haben am Dienstag erneut Rezessionsängste die Oberhand gewonnen. Der Dax sackte auf 4761 Zähler ab und büßte damit seine Vortagesgewinne wieder komplett ein. Für den MDax mittelgroßer Werte ging es um 4,13 Prozent auf 5498 Punkte nach unten. Der TecDax fiel um 3,17 Prozent auf 521 Zähler.
Aktienhändler in Frankfurt am Main: Herbe Verluste an der Börse
Foto: DPAAktienstratege Thomas Grüner von der Landesbank Berlin verwies auf Rezessionsängste. "Es besteht nach wie vor die Gefahr einer tieferen und längeren Rezession in den Industriestaaten, und das ist der entscheidende Unsicherheitsfaktor, der über den Märkten schwebt", sagte er.
Robert Halver, Kapitalmarktexperte der Baader Bank, sagte, der Aktienmarkt leide bereits unter den Vorboten dieser Rezession. Er verwies unter anderem auf die Schwäche europäischer und US-amerikanischer Kfz-Hersteller und Automobilzulieferer, deren Aktien zusehends unter Druck geraten.
Titel von Daimler etwa fielen um 8,44 Prozent auf 23,66 Euro, und die Aktien des Zulieferers Continental verbilligten sich um 9,26 Prozent auf genau 29,00 Euro. Als Belastung verwies der Experte der Baader Bank zudem auf den Einbruch der Papiere von General Motors (GM), die den zweiten Tag in Folge herbe Verluste hinnehmen mussten.
Auch Titel von Finanzkonzernen wurden von den Anlegern einmal mehr gemieden. So gaben die Aktien der Allianz nach skeptischen Analystenkommentaren 8,14 Prozent auf 59,89 Euro nach. Titel der Deutschen Börse sanken um 10,16 Prozent auf 58,52 Euro.
Aktien der Postbank fielen um 7,95 Prozent auf 15,39 Euro. Händler verwiesen auf den am späten Vorabend veröffentlichten Quartalsbericht, in dem für das Gesamtjahr 2008 der erste Verlust seit Jahren nicht mehr ausgeschlossen wird. Im Sog der negativen Nachrichten brachen Papiere der Deutschen Bank um 10,07 Prozent auf 27,20 Euro ein.
Verluste auch in den USA
An den US-Börsen geht die Talfahrt am Dienstag ebenfalls weiter. Bei Handelschluss in Europa lag der Dow Jones knapp drei Prozent im Minus. Der Technologie-Index Nasdaq verlor 2,8 Prozent.
Lahmt die Konjunktur, sinkt auch die Nachfrage nach Öl. Der Ölpreis geht in der Folge deutlich zurück. Am Dienstag fiel der Preis für die Sorte Light Sweet Crude um 5,9 Prozent auf 58,70 Dollar je Barrel (159 Liter). Das ist der tiefste Stand seit März 2007. Händler sagte, die schwache Nachfrage sei im Ölpreis noch längst nicht eingepreist. Es sei zu erwarten, dass die Preise noch tiefer sinken.
ssu/dpa/Reuters