Börse: "Santa Claus"-Rallye in den USA - DER SPIEGEL
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Börse "Santa Claus"-Rallye in den USA

Dax und Nemax haben dank einer festen Wall Street Anlegern noch ein gutes Weihnachtsfest beschert.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?



Frankfurt am Main - An den deutschen Aktienmärkten war schon am Freitag Bescherung. Eine besonders freundliche Vorweihnachtsstimmung herrschte am Neuen Markt. Der Nemax-50 gewann im Sog der sehr zuversichtlichen Nasdaq in New York um 1,98 Prozent auf einen Stand von 2809 Punkten. Der Dax konnte beim Schlussgong ein Plus von 0,82 Prozent auf 6251 Zähler verbuchen. Der M-Dax, gewann 0,11 Prozent auf 4564 Zähler.

Die Umsätze fielen kurz vor Weihnachten allerdings "kläglich gering" aus. "Viele Marktteilnehmer sind bereits auf dem Weg in die Weihnachtsfeiertage", erklärte Chiem Pries, Wertpapierhändler bei der Frankfurter DG-Bank die Flaute auf dem Parkett.

"Dafür bleibt und dann noch ein wenig Aufwärtspotenzial für die Zeit zwischen den Jahren". Zudem könnte das zum Jahresende übliche "Window Dressing" die Kurse noch einmal nach oben treiben.

Defensive Titel im Plus

Besonders gefragt waren die konservativen Titel im Dax. Besonders die Konsum- und Versorgerwerte etablierten sich an der Dax-Spitze. So konnten die Aktien des Wachsmittelkonzerns Henkel 5,46 Prozent auf 68,55 Euro zulegen und Metro stiegen um 2,99 Prozent auf 46,10 Euro.

Auch RWE notierten höher bei 46,97 Euro, einem Plus von 5,46 Prozent. Außerordentlich fest waren auch die Aktien der HypoVereinsbank. Die Titel stiegen um 2,76 Prozent auf 57,65 Euro. Die Nachricht vom Verkauf der Beteiligung an dem britischen Vermögensverwalter Foreign & Colonial habe die Aktie beflügelt, sagten Händler. Das Münchner Finanzhaus erzielt durch den Verkauf nach eigenen Angaben einen steuerfreien Gewinn von 414 Millionen britischen Pfund.

Die Papiere der Deutschen Telekom, am Vortag auf Jahrestief gefallen, erholten sich wieder um 0,40 Prozent bei 32,80 Euro. Technologiewerte konnten Dank der Nasdaq an Fahrt gewinnen. Nur SAP hielten sich hartnäckig in der Verlustzone und gaben um 2,82 Prozent auf 141,89 Euro nach.

Der Neue Markt steigt im Sog der Nasdaq

"Die Nasdaq steigt, der Neue Markt steigt - es ist immer das Gleiche", fasste Albert Rapp, Aktienhändler bei Trinkaus & Burkhardt in Düsseldorf, den Handelstag zusammen. Nachdem der technologieorientierte US-Index die deutschen Wachstumswerte in den vergangenen Wochen und Monaten in den Keller zog, komme nun Rückenwind aus New York.

Allerdings dürfe der Anstieg nicht überbewertetet werden, warnte Rapp. "Bisher sehen wir lediglich eine technische Reaktion, die noch keinen Trendwechsel darstellt".

Klage belastet Intertainment

Intertainment war Thema des Tages beim vorweihnachtlichen Handelsausklang. Dabei wartete der Filmrechte-Vermarkter mit einer weiteren Negativmeldung auf: Die Münchner haben in den USA eine Klage gegen Franchise Pictures LLC eingereicht. Aufgrund überhöhter Budgets der von Franchise produzierten Filme sei Intertainment ein Schaden von mindestens 75 Millionen Dollar entstanden.

Negativ sind die angekündigten "erheblichen Auswirkungen auf Umsatz und Gewinn" der Münchner. Die Aktien waren mit minus 39,83 Prozent auf 4,82 Euro der größte Verlierer.

Zu den größten Gewinnern zählten hingegen ohne neue Nachrichten die zuletzt stark vernachlässigten Aktien: Im Nemax-50 konnte beispielsweise die Internet-Holding United Internet 12,28 Prozent auf 3,75 Euro zulegen, nachdem Händlern zufolge "Schnäppchenjäger" auf dem niedrigen Niveau eingestiegen sind.

Allgeier stürmte dem Rest des Nemax-Feldes mit einem Kursplus von 45,77 Prozent auf 6,21 Euro davon.

Freundliches Börsenwetter an der Wall Street

An der New Yorker Wall Street stieg der Nasdaq Composite um 4,4 Prozent auf 2443 Punkte bis zum Frankfurter Handelsschluss. Auch der Dow Jones präsentierte sich nach einer äußerst schwachen Handelswoche noch einmal von seiner besten Seite bei 10.562 Punkten, einem Plus von 0,7 Prozent. Die europäischen Börsen zogen nach. Der EuroStoxx-50 notierte um 0,9 Prozent fester bei 4655 Punkten.

Auf Höhenflug war auch der Euro: Die europäische Gemeinschaftswährung kletterte über die Marke von 0,92 Dollar und notierte zuletzt bei 0,9226 Dollar. Ein Dollar war damit 2,1197 Mark wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 0,9240 (Donnerstag: 0,9146) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 2,1167 (2,1385) Mark.

Uneinheitlich verhielt sich der Rentenmarkt. Der Richtung weisende Bund-Future konnte zwar 0,1 Prozent auf 108,24 Punkten dazugewinnen, der Rentenmarktindex REX sank jedoch um 0,1 Prozent unter seinen Vortagesstand auf 112,18 Zähler. Die Umlaufrendite wurde bei 4,85 (Vortag: 4,84) Prozent festgestellt.

Die Feinunze Gold wurde zu 273,95 Dollar gehandelt.