Börse SAP stürzt ab
Frankfurt am Main - Der Dax fiel bis zum frühen Nachmittag um ein Prozent, der Nemax 50 blieb auf einem Minus von mehr als drei Prozent.
Im Sog der schwachen US-Vorgaben standen vor allem die Technologietitel. Die schwersten Verluste mussten in den USA erneut die Aktien des Chipsektors einstecken. Das Papier der Siemens-Halbleitertochter Infineon büßte knapp vier Prozent ein, Siemens und Telekom fielen um rund eineinhalb Prozent.
Die Aktie des Walldorfer Softwareunternehmens SAP brach regelrecht ein. Der Titel verbilligte sich um rund achteinhalb Prozent auf unter 160 Euro. Die Investmentbank Schroder Salomon Smith Barney hatte am Dienstag ihr Kursziel für die SAP-Aktie von 175 Euro auf 125 Euro reduziert.
Kurz vor dem Weihnachtsgeschäft gehörten Einzelhandelstitel zu den wenigen Gewinnern im Dax. Das Papier des Konsum- und Chemiekonzerns Henkel zog um rund drei Prozent an. Metro verbesserten sich um gut eineinhalb Prozent.
Der Stern der DaimlerChrysler-Aktie hängt schief. Nach weiteren Klagen von Aktionären verlor das Papier rund eineinhalb Prozent und notierte unter 46 Euro.
Die Verliererliste im Nemax 50 führten Ricardo.de mit über 13 Prozent Abschlag an. Broadvision gehörten ebenfalls zu den schwächsten Werten. Die Aktien des amerikanischen Shop-Software-Anbieters verloren rund sechs Prozent. Die Aktien waren am Vorabend an der Nasdaq um mehr als 20 Prozent. eingebrochen. Laut dem Aktienanalysten Tim Getz von Prudential Securities könne der Kursrutsch mit dem Verlust von Philips als Kunden in Zusammenhang stehen. BroadVision hatte bekannt gegeben, die Inlands- und Privatkundengeschäftssparte von Philips Electronics an Art Technology verloren zu haben. Die Papiere des BroadVision-Konkurrenten Intershop stiegen um knapp zwei Prozent.
Die Anteilsscheine des Münchener Filmrechtehändlers EM.TV Merchandising erlebten einen mehr als turbulenten Handelsauftakt. Nach anfänglichen Gewinnen brach der Wert bei relativ hohen Umsätzen erneut ein. Zuletzt wurden die Aktien mit einem Abschlag von mehr als vier Prozent gehandelt. Die Kursspanne lag im frühen Handel zwischen 18,70 und 22,05 Euro. EM.TV hatten bereits an den vergangenen beiden Tagen unter Gerüchten gelitten. Eine angeblich drohende Pleite hatte die Papiere am Dienstag auf ein neues Jahrestief gedrückt. Im späten Handel hatte sich EM.TV wieder leicht erholt. Spekulationen über eine Übernahme durch die Kirch-Gruppe oder Bertelsmann hatten den Kurs kurzzeitig beflügeln können.
Im breiten Markt gehörten Bechtle zu den wenigen Tagesgewinnern. Die Aktien des IT-Unternehmens legten knapp vierzehn Prozent zu. Bechtle hatten vor Handelsbeginn ihre Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt und eine Umsatzverdopplung für das kommende Jahr angekündigt.
Auf der Verliererseite befanden sich itelligence. Die Aktien fielen zuletzt um mehr als 14 Prozent. Das E-Business-Unternehmen legte vor Handelsstart seine Neun-Monats-Zahlen vor. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr von 81,3 Millionen auf 102,7 Millionen Euro. Ebenfalls mit schweren Verlusten starteten TePla in die Mittwochssitzung. Der Kurs der Anteilsscheine verbilligte sich um knapp 13 Prozent. Das bayerische Unternehmen, das in der Branche industrieller Anwendungen von Mikrowellenplasmatechnik tätig ist, wies am Morgen einen Periodenfehlbetrag für die ersten neun Monate von 0,2 Millionen Mark aus.
Met@box litten unter Gewinnmitnahmen und gaben rund 28 Prozent ab. Der Hersteller von Set-Top-Boxen für den Internetzugang hatte am Vortag einen Auftrag von 100.000 Geräten für einen Kunden in Großbritannien gemeldet. Die Papiere waren am Dienstag mit einem Kurssprung von mehr als 90 Prozent aus dem Handel gegangen.
Die Neuemission paragon legte an ihrem ersten Börsentag leicht zu. Die Papiere des Sensorenherstellers waren unterhalb der Bookbuildingspanne zu einem Preis von 7,60 Euro zugeteilt worden. Der erste Kurs wurde bei 8,00 Euro festgestellt, zuletzt kostete eine paragon-Aktie auf dem Frankfurter Parkett fast unverändert 7,9 Euro.
Der Euro festigte sich bei Kursen um 0,863 Dollar. Devisenhändler machten dafür die Anzeichen einer Abschwächung der US-Konjunktur verantwortlich.