Börse SAP stürzt ab
SAP verloren mehr als 7 Prozent im frühen Handel und waren damit das Schlusslicht im Index der deutschen Blue-Chips. Bereits in New York hatte der Titel am Abend 20 Prozent eingebüßt. Broker führten eine schlecht ausgefallene Analystenkonferenz zur Begründung an. Dazu komme, dass der in Schwierigkeiten geratene Hedge Funds von Tiger Management möglicherweise Zwangsverkäufe durchführe. Die allgemeinen Abschläge bei Technologiewerten verstärkten den Trend bei SAP zusätzlich.
Als Belastungen für den Dax erweisen sich auch Siemens, die fast 1,3 Prozent auf 152 Euro verlieren, Epcos mit minus 2,1 Prozent auf 156 Euro und Deutsche Telekom mit einem Verlust von 1,6 Prozent auf knapp 88 Euro.
Die Anlegerflucht aus den Technologietiteln gehe mit der verstärkten Nachfrage nach Standardwerten einher, sagten Händler. Davon profitieren, ähnlich wie schon am Vortag ihre Pendants in den USA, die Einzelhandelsaktien. So steigen Metro um 1,2 Prozent auf fast 41 Euro, Karstadt um 1,5 Prozent auf 32 Euro und Adidas-Salomon um 3,1 Prozent auf 58,50 Euro. Der Sportartikelhersteller führte damit am Morgen die Gewinnerliste im Dax an.
HypoVereinsbank profitieren kaum vom angeblich geplanten Einstieg bei Bank Austria. Die Aktie notiert nahezu unverändert mit 64 Euro. Nach den am Vortag eher gedämpften Aussagen des Vorstands zu möglichen Kooperationen und Fusionen verlieren Commerzbank weitere 1,1 Prozent auf 41,85 Euro.
Der Nemax-50 fiel am Morgen mit einem Minus von 3,6 Prozent oder 300 Punkten unter die 8000-Punkte-Marke. Man habe mit Abschlägen gerechnet, sagten Marktteilnehmer. Da der Absturz aber nicht so heftig ausfiel wie teilweise erwartet, gingen einige Händler davon aus, dass sich der Neue Markt nach der jüngsten Verluststrecke etwas gefangen hätte. Sollte es bei den US-High-Tech-Werten aber weiter talwärts gehen, werde man sich von diesen Vorgaben kaum dauerhaft abkoppeln können, denn Korrekturpotenzial sei trotz der Abgaben in den beiden vergangenen Wochen noch immer ausreichend vorhanden.
An der New Yorker Börse legte der Dow Jones zwar leicht um 0,7 Prozent auf 11.018,72 zu, aber der Nasdaq fiel um 189,22 Punkte oder minus 3,9 Prozent auf 4644,67 Zähler.
Der Euro hat sich am Morgen nahe seines Allzeittiefs bewegt. Die europäische Devise wurde bei 0,9528 Dollar umgesetzt. Damit kostete eine US-Währung 2,0527 Mark. Das bisherige Tief im Handelsverlauf markierte der Euro am 28. Februar bei 0,9401 Dollar. Die EZB hatte den Referenzkurs am Vortag auf 0,9568 Dollar festgelegt. In der Nacht kursierten im asiatischen Handel Gerüchte, die Schweizer Nationalbank habe Euro verkauft und decke sich mit britischen Pfund und Dollar ein, um einen großen Kontrakt abzusichern.