Börse: Schlachtfest am Neuen Markt - DER SPIEGEL
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Börse Schlachtfest am Neuen Markt

Am Tag nach der Zinsentscheidung der Federal Reserve herrscht Untergangsstimmung am Neuen Markt. Der Nemax 50 fiel auf ein neues Jahrestief. Die Börsianer hadern mit Alan Greenspan.
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Frankfurt am Main - Der Nemax 50 fiel gleich zu Handelsbeginn um sieben Prozent ins Minus. Bis zum Mittag gab er um 7,6 Prozent nach. Der Dax fiel um 1,8 Prozent.

Händler machten die Zinsentscheidung der US-Notenbank vom Dienstagabend für den Rutsch verantwortlich. Die Fed hatte die Leitzinsen unverändert gelassen, aber vor einer Rezession gewarnt. Börsianer zeigten sich enttäuscht, dass Greenspan keine Zinssenkung ankündigte.

Nachdem die US-Börsen eingeknickt waren, gab es in der ganzen Welt kein Halten mehr. "Es war schon ein wenig erschreckend, wie der Markt in den USA reagiert hat", sagte Knuth Hochwald, Händler bei der Hamburger Sparkasse.

Hohe Verluste für Prout und Broadvision

Besonders hart erwischte es am Neuen Markt die Prout AG mit 28 Prozent Verlust. Die Firma hatte bekannt gegeben, statt eines ausgeglichenen Ergebnisses diese Jahr vier Millionen Mark Verlust zu machen. Index-Schwergewichte wie Broadvision (minus 19 Prozent), Intershop (minus 13 Prozent) und Mobilcom (minus 12 Prozent) zogen den Nemax 50 in die Tiefe. T-Online gaben um acht Prozent nach.

Wall Street: Verärgerung über Greenspan

An der Wall Street hatte es nach der Zinsentscheidung kräftige Kursverluste gegeben. Der Dow Jones hatte mit einem Minus von 0,57 Prozent auf einem Stand von 10.584 Punkten geschlossen. Der Nasdaq-Composite gab um 4,31 Prozent auf 2511 Punkte nach - der niedrigste Stand in diesem Jahr.

In den vergangenen Wochen hatten eine Reihe von US-Unternehmen Gewinn- oder Umsatzwarnungen ausgegeben und dies überwiegend mit einer schwächeren Nachfrage nach ihren Produkten begründet. Darunter waren sowohl Technologieunternehmen wie Microsoft, Intel und Apple als auch "traditionelle" Konzerne wie Ford, Coca-Cola oder Eastman Kodak. Händler hatten dabei nicht ausgeschlossen, dass es entsprechende Warnungen in der kommenden Zeit auch noch von anderen Unternehmen geben könnte.