Börse Schwache US-Märkte belasten Dax
Frankfurt am Main - Der Dax schloss bei 6531 Punkten um 1,44 Prozent leichter. Am Neuen Markt sanken die Wachstumswerte im Nemax-50 um 0,06 Prozent auf 4330 Punkte. Der M-Dax verbesserte sich um 0,93 Prozent auf 4797 Zähler.
Schwache Vorgaben aus New York
Auch die US-Börsen hatten zunächst freundlich eröffnet, drehten kurz nach Handelsbeginn aber ins Minus und belasteten damit auch den deutschen Markt. Bei Handelsschluss in Deutschland notierten der Dow Jones mit einem Minus von 1,8 Prozent und der Nasdaq-Index mit Einbußen von rund drei Prozent.
In den USA hielten sich die Anleger am Dienstag den Angaben zufolge zunächst zurück, um die anstehenden Quartalszahlen von Großunternehmen wie IBM und Intel abzuwarten.
DaimlerChrysler: Spekulationen um eine Aufnahme im S&P-500
Kursgewinne für DaimlerChrysler führte ein Aktienhändler auf Spekulationen zurück, wonach das Papier im marktbreiten amerikanischen S&P-500-Index aufgenommen werden soll. "Dies könnte der Aktie einen Schub nach oben geben", spekulierte der Analyst Peter Worel von der Bayerischen Landesbank.
Nach der Fusion von Daimler und Chrysler seien viele amerikanische Aktionäre aus dem Papier ausgestiegen. Eine im S&P-500-Index notierte Aktie "dürfte die US-Investoren wieder zurückholen". Der Titel kletterte um 0,50 Prozent auf 54,17 Euro.
Commerzbank sucht einen Vermögensverwalter in den USA
Bankentitel gehörten trotz Verlusten für die Branche in Amerika zu den Favoriten im Dax. Nach einer Kaufempfehlung der WestLB verteuerte sich die Aktie der Dresdner Bank um 0,05 Prozent auf 44,25 Euro.
Die Commerzbank-Aktie zog um 0,39 Prozent auf 31,12 Euro an. Ein Vorstandsmitglied hatte in der Berliner Tageszeitung "Die Welt" angekündigt, die Bank werde schon bald einen Vermögensverwalter in den USA kaufen.
Deutlicher Kursabschlag bei Infineon
Unter Druck standen die Technologie-Werte im Dax. Infineon verloren als schwächster Wert 6,08 Prozent auf 46,49 Euro. Siemens gaben 5,57 Prozent auf 136,50 Euro ab. SAP-Vorzüge verloren trotz allgemein guter Stimmung um den Wert vor der Vorlage der Unternehmensbilanz am Donnerstag 1,34 Prozent auf 243,70 Euro.
Epcos-Aktien schlossen als einziger Technologiewert fester: Der Titel gewann nach einer späten Aufholjagd 1,05 Prozent auf 83,91 Euro.
Nach der Vorlage seiner Konzernzahlen führte der Münchener Maschinen- und Anlagenbauer MAN die Liste der Gewinner im Dax an. Der Titel verteuerte sich um 3,54 Prozent auf 29,85 Euro.
Die Aktie von KarstadtQuelle drehte nach Anfangsgewinnen im Handelsverlauf ins Minus und schloss sehr schwach. Das Papier fiel um 5,97 Prozent auf 36,20 Euro. Der Konzern hatte am Vormittag seine Zahlen für die ersten neun Monate 2000 vorgelegt und Umstrukturierungspläne angekündigt.
Die Nasdaq reißt den Neuen Markt ins Minus
Nachgebende Kurse an der Nasdaq zogen die deutschen Wachstumswerte bis zum Handelsende nach teils deutlichen Zugewinnen am Mittag wieder nach unten.
Nach Aussagen von Händlern hatte ein Kurssprung des Nemax-Schwergewichts Broadvision dem Index Auftrieb gebracht. Die Aktien des auf E-Commerce-Lösungen spezialisierten Softwareunternehmens gingen mit einem deutlichen Plus von 18,38 Prozent mit 30,20 Zählern aus dem Handel, nach dem Standard & Poor's am Montagabend in New York angekündigt hatte, dass das Unternehmen am kommenden Montag in den S&P-500-Index aufgenommen wird.
Die Aktien des angeschlagenen Internetdienstleisters Gigabell erlebten im Handelsverlauf ein Wechselbad der Gefühle. Die Papiere waren mit einem Minus von rund zwölf Prozent in den Handel gestartet, drehten dann jedoch ins Plus und führten anschließend die Gewinnerliste am Neuen Markt an.
Gigabell kosteten bei Handelsschluss 6,25 Euro, 2,34 Prozent weniger als am Vortag. Händler machten Spekulationsgeschäfte für das Auf und Ab des Kurses verantwortlich.
Euro-Börsen notieren schwach
Die Blue Chips der Eurozone sind am Dienstag nach kurzer Erholung wieder auf Talfahrt gegangen. Der in Paris berechnete EuroStoxx-50 verlor bis Handelsende 0,67 Prozent auf 4760 Punkte.
Händler begründeten die rückläufige Tendenz des Gesamtmarktes mit einer Schwäche der Aktien aus dem Technologiesektors. Ursache hierfür seien frühe Verluste im Dienstagshandel an der Nasdaq.
Die Schwäche von Philips habe den Markt zudem unter Druck gesetzt, sagte ein Händler. Die Zahlen von Philips seien zwar gut gewesen, sie hätten aber angesichts der derzeitigen Marktsituation "spektakulär" ausfallen müssen, um einen Kursanstieg zu bewirken.
Euro unter 85 Cent
Der Euro hielt sich knapp über der Marke von 85 Cent und notierte mit 0,8551 Dollar, nach einer Schlussnotiz von 0,8503 Dollar am Montagabend in New York. Der Dollar kostete damit 2,2986 Mark.
Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 0,8496 (Montag: 0,8511) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 2,3021 (2,2980) Mark.