Börse Schwacher Euro drückt den Dax
Frankfurt am Main - Der Dax büßte 2,5 Prozent auf 6765,23 Punkte ein. Die im Mdax zusammengefassten Werte fielen um 0,3 Prozent auf 4859,52 Zähler. Am Neuen Markt verloren die Wachstumswerte im Nemax-50 2,50 Prozent auf 5448,56 Punkte.
Mit dem dritten Rückgang in Folge laste der gesunkene ifo- Geschäftsklimaindex auf dem Markt, sagten Händler. Der Index ermäßigte sich im August im Vergleich zum Vormonat von 99,1 auf 99,0 Punkte. Anleger befürchteten, dass sich der Aufschwung seinem Ende zuneige. Auch die anhaltend hohen Ölpreise drückten die Preise und die Konjunkturaussichten.
Die Gerüchte über eine Verkleinerung des Metro-Vorstandes wurden am Markt mit Wohlwollen aufgenommen. Die Aktien des Handelsunternehmens verteuerte sich um 0,9 Prozent auf 43,20 Euro. RWE gehörte zu den Werten mit den höchsten Verlusten mit einem Minus von 3,3 Prozent auf 39,50 Euro. Die Papiere der Siemens-Halbleitertochter Infineon verbilligten sich um 1,3 Prozent auf 60,20 Euro. Die Aktie des Herstellers für elektronische Bauelemente Epcos lag jedoch noch um 0,05 Prozent im Plus bei 97,25 Euro.
Neuer Markt: Schlechte Stimmung
Händler sprachen von einem angeschlagenen Markt. "Wir stehen vor einer Verkaufswelle", prognostizierte ein Händler. Selbst die guten Vorgaben der US-Computerbörse Nasdaq vom Vortag hätten den Neuen Markt nicht in seinem Fall auffangen können. Nach dem drohenden Bankrott von Gigabell und den Spekulationen um die Zukunft von Infomatec fehle vielen Investoren der Mut, in den Markt einzusteigen. Nach der ausgebliebenen Sommerrally hoffe der Markt jetzt auf eine Herbstrally. Doch niemand wolle den ersten Schritt wagen.
Zu den größten Gewinnern am Neuen Markt gehörten die Aktien der Girindus, die um 15 Prozent fester schlossen. Die Netlife hat Aufträge von der Postbank sowie von der Chase Manhatten Card Company Ltd. im Gesamtwert von über fünf Millionen Mark erhalten, was von der Börse mit einem Plus von mehr als 11 Prozent honoriert wurde. Zu den Verlierern gehörten die Aktien der Softline, sie büßten 9,6 Prozent ein.
Europa: Standardwerte verloren
Die im Euro-Stoxx-50 zusammengefassten europäischen Standardwerte verloren in Paris 1,28 Prozent auf 5051 Punkte. Die Aktien in London und Paris verzeichneten ebenfalls kräftige Kursverluste.
Wall Street: Tendiert schwächer
Die New Yorker Aktienbörse hat am Mittwoch rund eineinhalb Stunden vor Handelsschluss auf breiter Front schwächer tendiert. Der Dow-Jones-Index 30 führender Industriewerte notierte über dem Tagestief 1,6 Prozent im Minus auf 10.616 Zähler. Der S&P-500-Index verlor 1,4 Prozent auf 1440 Punkte. Der technologielastige Nasdaq Composite Index fiel um 0,5 Prozent auf 3847 Zähler, nachdem der Index am Vortag noch rund 3,7 Prozent zugelegt hatte. Die Nervosität am Markt sei größtenteils darauf zurückzuführen, dass Investoren sich darüber sorgten, ob das Gewinnwachstum der US-Unternehmen wirklich den vorhandenen Erwartungen entspreche, sagten Analysten. Falls die Gewinnerwartungen nach unten revidiert werden müssen, ziehe dies natürlich auch eine Neubewertung der Aktien mit sich.
Devisen: Euro weiterhin im freien Fall
Der Euro zeigte sich weiterhin schwach. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde zuletzt mit 0,8479 US-Dollar gehandelt. Der Dollar kostete 2,3087 Mark.
Der Rentenmarkt bewegte sich kaum. Der Bund-Future zehnjähriger Staatsanleihen notierte unverändert mit 104,60 Punkten. Auch der Rentenindex Rex fiel um 0,04 Prozent auf 109,73 Zähler. Die Deutsche Bundesbank stellte die Umlaufrendite am Mittag mit 5,35 (Dienstag: 5,34) Prozent fest.
Die Schlussnotierung für Gold betrug am Mittwoch in London 270,90 Dollar pro Feinunze.