Börse: Siemens mit deutlichen Gewinnen - DER SPIEGEL
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Börse Siemens mit deutlichen Gewinnen

Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag fest geschlossen. Schwergewicht Siemens gewann über fünf Prozent. Am Neuen Markt gingen die Wachstumswerte leichter aus dem Handel.
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Der Dax schloss am Donnerstag mit 1,01 Prozent im Plus auf 6892 Punkten. Die Wachstumswerte im Nemax-50 verloren 0,48 Prozent auf 5016 Zähler. Der M-Dax stieg um 0,34 Prozent auf 4912 Punkte.

In den USA präsentierten sich die Börsen uneinheitlich. Der Dow Jones drehte nach einer freundlichen Eröffnung ins Minus und notierte zwei Stunden vor Börsenschluss bei 10.758 Punkte etwa 0,24 Prozent schwächer. Die Nasdaq verlor 0,40 Prozent auf 3509 Zähler.

EZB überrascht mit Zinserhöhung

In Frankfurt sorgte die Europäische Zentralbank für eine Überraschung: Alle drei Leitzinsen wurden um 0,25 Basispunkte angehoben.

Die meisten Marktbeobachter hatten erwartet, dass die EZB die Zinsen nach der letzten Anhebung Ende August unverändert lassen würde. "Nun dürfte aber erst einmal Ruhe an der Zinsfront einkehren", sagte Markus Maisch, Leiter des Aktienhandels bei der Frankfurter Sparkasse.

Zustimmung erhielt die EZB von Nobert Walter, Chefvolkswirt der Deutschen Bank. Der Schritt sei "wünschenswert und richtig" und werde das Wirtschaftwachstum in Europa nicht behindern.

Gewinner des Tages: RWE

Werte der so genannten "Old Economy" wie RWE und Karstadt Quelle standen am Donnerstag ebenso auf der Kaufliste der Investoren wie Siemens und Infineon.

Spitzenreiter unter den 30 Dax-Titeln waren RWE mit einem Zuwachs von 6,15 Prozent auf 44 Euro. Die Aktien des Konzerns Karstadt Quelle stiegen um 3,81 Prozent auf 38,15 Euro.

Siemens und Infineon im Plus

Siemens legten um 5,61 Prozent auf 146,80 Euro zu. Infineon steigerte sich um 2,43 Prozent auf 56,42 Euro. Infineon hatte am Morgen den Kauf von 75 Prozent der Anteile an der Sci-Worx GmbH gemeldet.

Schering-Aktie verliert stark

Das Verliererfeld führte Schering mit minus 4,59 Prozent an. Die Aktie viel auf 71,30 Euro. Für Petra Meyer, Analystin beim Bankhaus Sal. Oppenheim macht ein möglicher Kauf des Berliner Schering-Konzerns durch das amerikanische Unternehmen Johnson&Johnson "wenig Sinn".

Händlern zufolge kursieren Gerüchte im Markt über einen möglichen Kauf der Berliner durch den amerikanischen Konzern. Skepsis sei angebracht, weil Schering als Nischenanbieter in besonderem Maß auf "Spitzenleute" angewiesen sei, erklärte Meyer.

SAP leidet unter amerikanischen Vorgaben

Die Aktien des Walldorfer Software-Unternehmens SAP verloren 3,01 Prozent auf auf 258 Euro. Analysten waren sich einig, dass das SAP-Papier unter den schlechten Vorgaben der US-amerikanischen Märkte leide. Christian Thormann, Analyst bei der Conrad Hinrich Donner Bank sagte, die Aktie sei "in den Sog der starken Kursrückgänge von Oracle geraten".

Banktitel legen zu

Unter den Bankentiteln präsentierten sich die Papiere der Commerzbank und der Deutschen Bank fester. Commerzbank legten nach einer Heraufstufung durch die Investmentbank Goldman Sachs um 1,66 Prozent auf 33,63 Euro zu. Deutsche Bank gewann um 1,53 Prozent auf 98,64 Euro.

Richtungsloser Handel am Neuen Markt

"Es ist derzeit nicht möglich einen eindeutigen Trend auszumachen", sagte ein Händler von Trinkaus & Burkhardt. Die Umsatzwarnung von Dell habe die Hoffnung auf eine Erholung der Technologiewerte in den USA zunichte gemacht und auch schwer auf die Stimmung am Neuen Markt gedrückt.

So habe sich auch die Nachricht von der Leitzinserhöhung durch die Europäische Zentralbank kaum merklich auf die Wachstumswerte ausgewirkt. Die Markt wartet nach Angaben des Händlers auf deutliche Signale, wie sie beispielsweise die anstehende Berichtssaison bringen könnte.

Zockerwerte im Interesse der Anleger

Der Mangel an richtungsweisenden, fundamentalen Nachrichten hatte erneut den "Zockerwerten" am Neuen Markt die Tür geöffnet. Wie auch schon in den vorangegangenen Handelstagen waren hochspekulative Titel an der Spitze der Neuen-Markt-Indizes zu finden.

Ein Händler einer Frankfurter Bank bemerkte, dass die Investoren in viele niedrig gepreiste Titel der sogenannten "Todeslisten" einsteigen, um schnelle Gewinne zu erzielen. Ein Düsseldorfer Kollege nannte den Höhenflug dieser Titel eine "rein psychologische Angelegenheit".

Infomatec behaupteten sich den Tag über in der Favoritengruppe des Nemax 50 und schlossen um 20,95 Prozent höher bei 5,08 Euro. FortuneCity legten 0,36 Prozent auf 2,81 Euro zu. Computerlinks schlossen fester mit plus 15,47 Prozent bei 61,20 Euro. Primacom verteuerten sich um 9,05 Prozent auf 29,99 Euro.

Euro-Börsen etwas fester

Die im Euro-Stoxx-50 zusammengefassten europäischen Standardwerte stiegen um 0,7 Prozent auf 4992 Zähler. Auch die Börsen in London und Paris schlossen mit Gewinnen.

Die EZB-Entscheidung half dem Euro-Kurs nur kurzfristig. Zuletzt wurde der Euro bei 0,8703 Dollar gehandelt.

Die Feinunze Gold wurde am Donnerstag in London mit 270,40 Dollar gehandelt.