Börse Sommerloch und neue Zinsängste
Frankfurt am Main - Außerdem drücke das "Sommerloch" mit traditionell niedrigen Umsätzen auf die Kurse, berichteten Händler. Viele Marktteilnehmer seien im Urlaub statt auf dem Parkett. Bei nur zähem Geschäft konnte der Dax am Freitag nur einen Teil seiner kräftigen Kursverluste vom Vortag wettmachen. Das Börsenbarometer schloss um 0,3 Prozent höher auf 6898 Punkte.
Der Nemax-50 ging dagegen um 0,1 Prozent niedriger bei 5941 Zählern aus dem Handel. Der M-Dax stieg um 0,4 Prozent auf 4423 Stellen. Fest gaben sich die europäischen Börsen. Der Euro-Stoxx-50 kletterte um 1,7 Prozent auf 5145 Zähler.
Neue Zinsängste nach Frankreichs Teuerungssprung
Ohne Berücksichtigung von Lebensmitteln und Energie betrug die Teuerungsrate in Frankreich für Mai auf Jahresbasis gerechnet 2,5 Prozent. Auf dem Aktienparkett machten sich daraufhin erneut Zinsängste breit. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat sich als Inflationsziel die Zwei-Prozent-Marke gesetzt. Nunmehr könnten in diesem Jahr doch weitere Zinsschritte der europäischen Währungshüter folgen, befürchteten Händler.
T-Aktie nur leicht erholt
Einmal mehr lag das Augenmerk am Freitag auf der Deutschen Telekom. T-Aktien blieben weiter deutlich unter dem Ausgabepreis von 63,50 Euro, der für Frühzeichner der dritten Tranche galt. Der Wert erholte sich um 1,9 Prozent auf 59,80 Euro - allerdings bei nur lustlosem Handel. Während am Vortag insgesamt zehn Millionen Telekom-Aktien gehandelt worden seien, hätten am Freitag zwei Millionen Scheine den Besitzer gewechselt, erklärten Händler.
Metro und Fresenius vorn
Weit vorn im Dax waren Metro, die sich um 6,3 Prozent auf 36,99 Euro verteuerten. Fresenius Medical Care bildeten zusammen mit dem Einzelhandelsriesen das Spitzenduo und stiegen um 4,4 Prozent auf 83,52 Euro. Am unteren Ende der Kursliste gaben Epcos um 5,9 Prozent auf 104,49 Euro nach.
Bayer gefragt
Im Interesse der Anleger standen Chemie- und Pharmatitel. Es hätten jedoch nicht alle Aufträge ausgeführt werden können, sagte ein Händler. Bayer-Aktien profitierten von Nachfragen aus Großbritannien und kletterten um 3,7 Prozent auf 40,88 Euro. Der Titel profitierte auch von einer Kaufempfehlung durch die Bankgesellschaft Berlin. BASF gewannen 1,3 Prozent auf 42,10 Euro. Schering verloren dagegen um 1,3 Prozent auf 57,40 Euro.
Der Dax gab in dieser Woche rund 100 Punkte ab. Am Neuen Markt verlor der Nemax-50 im Wochenvergleich nahezu 300 Punkte und unterschritt damit die 6000-Punkte-Marke.
Der Rentenmarkt tendierte fester. Die Umlaufrendite wurde von der Bundesbank bei 5,22 (Donnerstag: 5,28) Prozent fest gestellt. Der Rex stieg um 0,01 Prozent auf 109,96 Zähler. Der Bund-Future sank um 0,3 Prozent auf 105,08 Punkte.
New York: Dow und Nasdaq schließen im Plus
Der New Yorker Aktienmarkt schloss am Freitag freundlich. Der Dow Jones stieg um 0,5 Prozent auf 10.447 Punkte. Der Nasdaq legte um 2,3 Prozent auf 3966 Punkte zu. In der Liste hielten sich die mit Verlust gehandelten Werte die mit Gewinn notierten Titel etwa die Waage. Umgesetzt wurden 1,4 Milliarden Aktien nach 1,1 Milliarden Aktien am Vortag.
Devisen: Euro holte auf
Der Euro erholte sich am Freitag weiter. Er stieg auf 0,9543 Dollar. Damit kostete der Dollar 2,0495 Mark. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte zuvor den Referenzkurs auf 0,9556 (Donnerstag: 0,9504) Dollar festgesetzt. Der Dollar war damit 2,0467 (2,0579) Mark wert.