Börse: Stabil auf niedrigem Niveau - DER SPIEGEL
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Börse Stabil auf niedrigem Niveau

So manchem Anleger rutschte am Mittwochmorgen das Herz in die Hose: Der Dax verlor in einem weltweit schwachen Börsenumfeld weiter - und zwar kurz nach dem Handelsauftakt gleich 200 Punkte. Doch der deutsche Aktienmarkt beruhigte sich wieder und schloss deutlich oberhalb der Tagestiefstände 84 Punkte schwächer mit 6502 Zählern.
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Frankfurt/Main - Im Lauf des Tages tingelte der Dax weitgehend um die Schlüsselmarke von 6500 Punkten herum und bestätigte Händlern zufolge trotz der Verluste seit Jahresbeginn seinen mittelfristigen Aufwärtstrend. Die Weltleitbörse Wall Street tendierte nach starken Vortagesverlusten aufgrund von Zinsängsten am Mittwoch gegen Handelsende in Deutschland wieder freundlich. An der Nasdaq kam es erneut zu Abschlägen.

Das europäische Börsenumfeld zeigte sich meist schwächer als der Dax. Positiv eingeschätzte Arbeitsmarktdaten aus Deutschland, eine Stabilisierung der zuletzt schwächelnden Rentenmärkte und Erholungssignale vom US-Terminmarkt sorgten dafür, dass die Abwärtsbewegung am deutschen Aktienmarkt deutlich langsamer wurde. Die EZB bestätigte mit ihrer Zinsentscheidung die Erwartungen an zunächst unveränderte Zinsen in der Euro-Zone. Der Euro notierte zwischenzeitlich auf dem höchsten Stand seit sieben Wochen mit rund 1,0360 Dollar.

Der Handel mit den 30 Dax-Werten verlief sehr uneinheitlich, 16 Blue Chips wurden mit Abschlägen und 13 mit Kursgewinnen notiert. Die Investoren seien nervös und unsicher, von einer Verkaufspanik könne und dürfe angesichts der jüngsten Zuwächse nicht die Rede sein. Liquidität sei genügend da. Die Umsätze wurden als ordentlich beschrieben. Institutionelle Investoren kauften nach Händlerangaben bereits wieder zu, da der Markt offenbar nicht durchfällt.

Die Schwergewichte Deutsche Telekom und Mannesmann, die zusammen mit mehr als 25 Prozent auf den Dax einwirken, lagen mit knapp fünf Prozent und 2,6 Prozent deutlich in der Minuszone. Die beiden zuletzt haussierenden Titel hatten aufgrund ihrer Gewichtung auch dazu beigetragen, den jüngsten Dax-Aufschwung zu überzeichnen. An der Spitze der Verlierer standen SAP. Die Titel litten unter weltweiten Gewinnmitnahmen bei Technologie-Aktien. In der Spitze büßten SAP 12,5 Prozent auf 506 Euro ein.

Tagesfavoriten waren trotz der mit Blick auf die USA anhaltenden Zinserhöhungsängste Finanztitel, allen voran die Versicherer. Münchener Rück legten bis 7,3 Prozent zu, Allianz beendeten den Handel nach einem Plus von bis zu 4,2 Prozent mit einem Zuwachs von 2,85.

Im Zuge wieder aufgekommener Fusionsspekulationen stemmten sich die Bankaktien ebenso gegen den Trend. Die Titel der Dresdner Bank verteuerten sich um 4,3 Prozent, die der HypoVereinsbank legten um 3,9 Prozent zu und Deutsche Bank zogen um 2,2 Prozent an. Die Aktien der Commerzbank tendierten lediglich gut behauptet. Andere Einzelwerte wie Metro, die nach milliardenschweren Immobilienverkäufen operativ schneller wachsen wollen, oder Viag legten ebenfalls zu. Thyssen-Krupp erreichten nach einer Kursrallye im späten Handel ein neues Allzeithoch bei 33,60 Euro.

Bei den M-Dax-Nebenwerten ging es um 1,33 Prozent auf 3994,87 Punkte bergab. Der Neue Markt büßte nach einem Käuferstreik zunächst kräftig um bis zu neun Prozent beim Nemax ein, machte anschließend jedoch wieder einen Teil der Verluste wett.