Börse: T-Aktie fällt auf Jahrestief - DER SPIEGEL
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Börse T-Aktie fällt auf Jahrestief

Im Abwärtssog der Nasdaq und belastet durch Gewinnmitnahmen im Finanzsektor hat der deutsche Aktienmarkt deutlich im Minus geschlossen. Die T-Aktie fiel im Handelsverlauf sogar auf ein neues Jahrestief.
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Frankfurt am Main - Der Dax ist am Dienstag mit einem Minus von 0,6 Prozent bei 7145 Punkte aus dem Handel gegangen. Der Nemax-50 verlor ebenfalls deutlich 0,7 Prozent auf 5834 Zähler. Der M-Dax legte dagegen um 1,2 Prozent auf 4788 Stellen zu.

Marktteilnehmer in Frankfurt sprachen von einem sehr ruhigen Handel. "Es ist nichts Spektakuläres passiert", meinte ein Händler. Das "Sommerloch" ziehe sich nun bereits seit dem Frühjahr hin.

Die Deutsche Telekom falle für die Dauer der Versteigerung von UMTS-Mobilfunklizenzen als Zugpferd aus. Viele Anleger wollten abwarten, wie hoch der Preis für eine solche Lizenz schließlich sein werde, hieß es weiter.

T-Aktie: Auf Jahrestief gefallen

T-Aktien lagen um 0,6 Prozent im Minus und kosteten zum Börsenschluss 46,74 Euro. Im Handelsverlauf hatte das Papier sogar ein neues Jahrestief von 46,35 Euro erreicht. Es gebe aber Hoffnungen am Markt, dass die Kosten für eine UMTS-Lizenz geringer als ursprünglich erwartet ausfallen könnten, erklärten Händler - womit der Kurs der T-Aktie wieder steigen könnte.

Nach einer Rückstufung des amerikanischen Investmenthauses Morgan Stanley Dean Witter bildete die Aktie der Versicherungsgruppe Münchener Rück das Schlusslicht im Dax. Der Titel verbilligte sich gut fünf Prozent auf 339 Euro. Gewinnmitnahmen belasteten die KarstadtQuelle-Aktie, die um 2,1 Prozent auf 32,50 Euro nachgab.

SAP nach Pandesic-Aus gefragt

In der Gunst der Anleger standen die Titel des Softwareunternehmens SAP. Die Aktie zog um 3,4 Prozent auf 247,01 Euro an. Der Markt honorierte die geplante Schließung von Pandesic, eines Gemeinschaftsunternehmens von SAP und des US-Halbleiterherstellers Intel.

Nach langer Zeit rückte auch die Aktie des Versorgers RWE wieder in den Mittelpunkt. Sie gewann 3,5 Prozent auf 39,85 Euro. "Die Anleger sind nach den Kursschwankungen an der amerikanischen Computerbörse Nasdaq vorsichtig geworden", kommentierte Analyst Rainer Münch von der DG Bank Asset Management. Sie schichteten von Technologiewerten in die als sicher geltenden zyklischen Titel wie RWE um.

Unter den Bankentiteln verbilligten sich Commerzbank um über drei Prozent, Dresdner Bank um 2,7 Prozent und Deutsche Bank um 2,2 Prozent. Gegen den Trend zogen HypoVereinsbank mit knapp drei Prozent an; Händler sagten, die Münchner Bank sei nach dem Scheitern der Fusionsgespräche zwischen Commerzbank und Dresdner Bank nun als neuer Fusionskandidat im Spiel.

Ralf Dibbern, Analyst bei M.M. Warburg, sieht in dem bayrischen Geldinstitut zudem einen großen Gewinner der Steuerreform: "Die HypoVereinsbank hat im Vergleich zu den anderen Banken bei ihren Geschäften einen relativ hohen Inlandsanteil". Deshalb profitiere die Aktie besonders stark von der Senkung der Körperschaftsteuer.

Der Rentenmarkt tendierte etwas fester. Der Bund-Future lag mit 105,81 Punkte um 0,4 Prozent fester. Gleichzeitig notierte der Rex bei 109,85 Zählern um 0,2 Prozent höher. Die Bundesbank hatte die Umlaufrendite bei 5,25 Prozent (Montag: 5,28) festgestellt.

New York: Nasdaq auf Talfahrt

Von den US-Aktienmärkten kamen uneinheitliche Vorgaben. Der Dow Jones zog nach Bekanntgabe neuer US-Konjunkturindikatoren knapp 0,3 Prozent auf 10.545 Punkte an; der Index der US-Einkaufsmanager war im Juli entgegen den Erwartungen von Volkswirten nicht gestiegen. Marktteilnehmer werteten das als Indiz für eine Abkühlung des US-Wirtschaftswachstums, was eine Zinserhöhung durch die US-Notenbank unwahrscheinlicher mache. Bis gegen 21.20 Uhr MESZ baute der Dow seine Zugewinne aus und notierte um 0,6 Prozent höher auf 10.583 Punkte.

Der Nasdaq stand gleichzeitig deutlich unter Druck und verlor 1,8 Prozent auf 3699 Zähler. Händler begründeten dies mit Gewinnmitnahmen nach den Kursaufschlägen vom Montag.

Europa: Uneinheitlich

In Paris schloss die Börse knapp behauptet. Der Aktienmarkt in London präsentierte sich leicht im Plus. Der Euro-Stoxx-50 gab um 0,4 Prozent auf 5104 Punkte nach.

Devisen: Euro unter Druck

Der Euro stand am Abend unter Druck und pendelte um die 92-Cent-Marke. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete am Abend 0,9206 Dollar. Damit war ein Dollar 2,1246 Mark wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) legte den Euro-Referenzkurs bei 0,9264 Dollar nach 0,9243 Dollar am Vortag fest. Danach war ein Dollar 2,1113 Mark (Vortag: 2,1160 Mark) wert.