Börse: T-Aktie schiebt den Dax an - DER SPIEGEL
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Börse T-Aktie schiebt den Dax an

Eine Erholung bei den Technologiewerten, ein festerer Euro und sinkende Ölpreise haben Brokern zufolge den deutschen Aktienmarkt beflügelt. Die T-Aktie ging mit einem deutlichen Kursaufschlag aus dem Handel.
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Frankfurt - Der Dax schloss am Abend um 0,72 Prozent fester bei 6788 Punkten. Die Wachstumswerte im Nemax-50 zogen um 3,95 Prozent auf 5445 Punkte an. Der M-Dax kletterte um 1,37 Prozent auf 4777 Zähler.

Nach der Talfahrt der High-Tech-Werte in der vergangenen Woche auf Grund der Umsatzwarnung des US-Chipherstellers Intel habe sich die Situation beruhigt, sagte ein Händler.

Leichte Entspannung auf den Aktienmärkten

"Wir kommen aus einer völlig überverkauften Sitution", sagte ein Händler. Der Markt honoriere nun, dass man den Euro mit der Intervention der Notenbanken vergangene Woche gestützt habe. Zudem wirke sich ein leicht fallender Ölpreis positiv auf die Aktienmärkte aus.

Einem anderen Börsianer zufolge dürfte sich der Markt bis zu den Präsidentschaftswahlen in den USA eher vorsichtiger zeigen. "Erst nachdem die politische Richtung in den USA feststeht, könnte es zu einem freundlichen Markt am Jahresende kommen", sagte ein Börsianer.

Die Börsen in den USA zeigten sich uneinheitlich. Der Dow Jones verlor im Handelsverlauf bis 20.30 Uhr MESZ 0,36 Prozent auf 10.808 Punkte. Die Nasdaq verlor 0,85 Prozent auf 3740 Zähler.

RWE übernimmt Thames Water

Im Mittelpunkt des Interesses standen die Aktien des Energiekonzerns RWE. Nach Bekanntgabe der Übernahme des britischen Wasserversorgers Thames Water für über sieben Milliarden Euro geriet der Aktienkurs deutlich unter Druck.

"Angesichts eines Kaufpreises von über sieben Milliarden Euro haben viele Anleger in einer ersten Reaktion ihre RWE-Aktien verkauft", sagte ein Händler. Die Titel schlossen 2,33 Prozent schwächer auf 38,90 Euro.

Technologiewerte mit deutlichen Kursgewinnen

Zu den Gewinnern zählten die in der vergangenen Woche deutlich unter Druck geratenen Technologiewerte. Siemens (plus 3,93 Prozent auf 158,50 Euro) und SAP (plus 5,01 Prozent auf 273,60 Euro).

Im Aufwind befanden sich auch die Titel von E.ON mit einem Plus von 2,33 Prozent. Die Aktie ging mit 57,50 Euro in den Feierabend. Ein Händler sagte, der von dem Energiekonzern angekündigte Aktienrückkauf sowie eine Heraufstufung durch eine Investmentbank habe dem Kurs Auftrieb verliehen.

Infineon lagen mit 0,39 Prozent im Minus und schlossen mit 55,62 Euro. Ein Börsianer sagte, der Halbleitermarkt sei derzeit noch angeschlagen, viele Investoren würden daher nicht in solche Titel investieren.

T-Aktie erholt sich vom Kursrutsch

Die Aktien der Deutschen Telekom schlossen mit einem Plus von 3,70 Prozent auf 40,08 Euro. Bei der Telekom machten Händler eine technische Gegenreaktion auf die Verluste der vergangenen Tage aus. Nachdem die Telekom zuletzt auf Grund der Querelen im Vorstand von T-Online deutlich unter Druck geraten sei, setze nun eine "ganz normale Erholung ein", sagte ein Händler.

Solange keine neuen Hiobsbotschaften aus dem Vorstand der Internet-Tochter T-Online ans Tageslicht kämen, dürfte sich die T-Aktie weiter im Aufwind befinden, hieß es.

Schwach präsentierten sich die Aktien von Karstadt Quelle mit einem Abschlag von 1,97 Prozent auf 34,80 Euro. Auch Thyssen Krupp gaben gegen den Trend 3,45 Prozent auf 15,40 Euro ab.

Der Neue Markt präsentierte sich freundlich

Die Wachstumswerte haben sich zu Wochenbeginn von den Kursverlusten der Vorwoche erholt. Vor allem die Schwergewichte wie T-Online (plus 6,52 Prozent auf 25,99 Euro) und Intershop (plus 5,82 Prozent auf 83,70 Euro) haben den Nemax gestützt.

Die heutigen Kursaufschläge sollten aber nicht über die weiterhin angespannte und nervöse Lage am Aktienmarkt hinwegtäuschen, sagte ein Händler. Noch sei der negative Trend nicht gebrochen - eine Herbstrally sei ebenso wahrscheinlich wie ein weiterer Absturz.

Euro weiter unter Druck

Die Devisenmarkteingriffe führender Notenbanken vom Freitag haben den Euro zum Wochenbeginn nicht weiter angeschoben. Unerwartet hoch ausgefallene Verbraucherpreisdaten in Deutschland drückten am Montag zusätzlich auf die Gemeinschaftswährung, sagten Händler.

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs um mehr als einen Cent niedriger auf 0,8770 (Freitag 0,8890) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 2,2301 (2,2000) Mark.

Die Feinunze Gold kostete am Nachmittag in London 272,85 Dollar. Zum Freitagsschluss hatten Händler 273,95 Dollar für das Edelmetall gezahlt. Der Kilobarren kostete 19.549 Mark(Vortag: 19 852 Mark).