Börse Technologiewerte im Aufwind
New York/Frankfurt am Main - Der Dax stieg um 3,33 Prozent auf 6966 Punkte. Auch die Wachstumswerte am Neuen Markt haben nach einem schwarzen Montag wieder deutlich zugelegt. Der Nemax-50 stieg um 5,77 Prozent auf 3985 Zähler. Der M-Dax rettete sich noch knapp ins Plus und stand um 0,03 Prozent behauptet bei 4917 Zähler.
Deutlicher Aufschwung in New York
An der Wall Street haben die Werte im Dow Jones kräftig angezogen und notierten zum Börsenschluss in Frankfurt mit 1,74 Prozent im Plus bei 10.700 Punkten. Noch stärker legten die Technologiewerte zu. Die Nasdaq gewann 5,04 Prozent auf 3116 Zähler.
"Spätestens nach Handelsbeginn an der Wall Street ging es mit dem Dax deutlich nach oben" erläuterte Chiem Pries, Aktienhändler bei der DG Bank in Frankfurt. Die Umsätze seien seitdem gestiegen.
Diesseits wie jenseits des Atlantiks gleiche sich das Bild: "Den Standardwerten in Dow Jones und Dax ging es selbst gestern nicht so schlecht.
Nasdaq und Nemax traf der Ausverkauf hingegen hart. Beide Indizes erholen sich heute wieder", sagte Pries. Ungeachtet dieser Erholung wirkten aber die bekannten Belastungsfaktoren wie schwacher Euro, hoher Ölpreis und unsichere Präsidentenwahlen in den USA weiter negativ auf den Markt.
Kursaufschläge bei den Technologiewerte
Epcos und Infineon wurden wieder geordert. Bauteileexperte Epcos gewann 5,02 Prozent auf 87,90 Euro. Chipwert Infineon stieg mit 8,37 Prozent auf 47,51 Euro und damit an die Spitze des Dax. Konzernmutter Siemens schloss um 4,75 Prozent fester bei 136,70 Euro.
Die T-Aktie präsentiert sich fest
Deutsche Telekom gehörten zu den Gewinnern. Die T-Aktie stieg um 7,68 Prozent auf 40,95 Euro an. Der gesamte Telekom-Sektor in Europa sei heute stark angestiegen, sagte Oliver Brunner, Analyst bei der Baden-Württembergischen Bank.
Die Telekom-Werte seien von Quartalszahlen des britischen Branchenriesen Vodafone beflügelt worden. Insbesondere die Erwartungen für steigende Margen im Mobilfunk-Geschäft müsste auch die Gewinne der Bonner positiv beeinflussen, fügte Brunner hinzu.
Als einzige Dax-Aktie schloss Konsumwert Henkel nennenswert im Minus. Sowohl die DG-Bank als auch die Commerzbank stuften das Henkel-Papier ab.
Die Analysten waren enttäuscht, dass der Konzern noch keine klare Lösung zur Zukunft der Chemie-Sparte Cognis präsentiert hatte. Die Aktie verbilligte sich um 5,90 Prozent auf 69,00 Euro und beschleunigte damit die Talfahrt.
Erholung am Neuen Markt
Der Tiefpunkt bei den Wachstumswerten sei nun offenbar überwunden, sagte ein Händler. Die Erholung sei zu erwarten gewesen. Dass der Zuwachs durchaus noch im moderaten Rahmen läge, stimme den Markt zuversichtlich.
Eine übertriebene Euphorie und damit ein starker Kursanstieg wären dagegen weniger positiv gewesen. Wie es nun jedoch weitergeht, darüber waren sich die Experten uneinig: Die Prognosen reichten von einem soliden Aufschwung bis hin zu neuen Rückschlägen.
Relativ unbeachtet blieb vom Markt die heutige Sitzung der Deutschen Börse, bei der unter anderem über Auf- und Absteiger im Nemax-50 entschieden wird. Hier habe es schon im Vorfeld bei potentiellen Auf- oder Abstiegskandidaten Reaktionen gegeben, sagte ein Händler. Jetzt passiere bis zur endgültigen Entscheidung nichts mehr.
Pixelpark verliert nach Zahlen
Von der freundlichen Eröffnung konnte Anfangs auch Pixelpark profitieren. Am Mittag legte das Berliner Unternehmen dann seine Zahlen für das erste Geschäftsquartal vor und die Aktie sackte ab.
Am Ende notierten Pixelpark mit einem Minus von 4,63 Prozent bei 55,00 Euro. Pixelpark hatte mit 3,876 Millionen Euro einen höheren Konzernfehlbetrag als im Vorjahresquartal ausgewiesen.
Zu den größten Verlierer am Dienstag zählten SER Systeme. Das Papier gab um 14,06 Prozent auf 19,25 Euro nach und markierte damit einen neues Schluss-Jahrestief, das bis dato bei 21,30 Euro lag.
Das Unternehmen hatte am Morgen seine Neun-Monats-Zahlen veröffentlicht, die insgesamt positiv waren. Allerdings zeigte sich SER Systeme in Hinblick auf vierte Quartal zurückhaltend und korrigierte die Planzahlen für das Gesamtjahr nach unten. Aufgrund der allgemein schlechten Stimmung werde der Titel nun abgestraft, sagte ein Händler. Er sehe die weitere Entwicklung des SER-Titels eher "düster".
Biotech-Werte im Aufwind
Auf Erholungskurs waren dagegen die Biotech-Werte, die einen Tag vorher noch zu den größten Verlierern gehörten. Morphosys, übrigens als möglicher Aufstiegskandidat in den Nemax-50 gehandelt, kletterte um 20,28 Prozent auf 172 Euro.
Evotec, in den vergangenen Handelstagen mit klaren Kursverlusten, legten um 16,81 Prozent auf 33 Euro zu. Händler bezeichneten dies als technische Reaktion. Mit einem Plus von 23,99 Prozent auf 44,50 Euro gehörte auch GPC Biotech zu den Gewinnern.
Zocker treiben Gigabell in die Höhe
Als "Zockerpapier" bezeichneten Händler die Aktien von Gigabell. Gerüchte über mögliche Käufer der Firmenanteile trieben den Kurs in die Höhe, er schloss mit einem Plus von 67,41 Prozent bei 2,26 Euro.
Ein munteres Auf und Ab erlebten am Dienstag auch Letsbuyit. Nach Vorlage der Geschäftszahlen für das dritte Quartal zog der Kurs um über 19 Prozent auf 2,17 Euro an, drehte dann aber ins Minus. Im Nachmittagshandel erholte sich der Kurs wieder und beendete den Handelstag mit einem Plus von 5,63 Prozent bei 1,50 Euro. "Da sind viele Spekulanten drin", kommentierte ein Händler den Kursverlauf.
Nicht viel besser erging des Atoss. Das Unternehmen büßte am Vortag nach einer Gewinnwarnung über 45 Prozent ein. Am Dienstag dann wurde der Titel erst "hochgezockt", so ein Händler, und anschließend wieder verkauft. Zum Schluss notierte Atoss mit minus 1,48 Prozent bei 16,65 Euro.
Europas Standardwerte im Plus
Positive Vorgaben aus den USA haben am Dienstag auch die europäischen Standardwerte beflügelt. Der in Paris berechnete Dow Jones EuroStoxx-50 schloss mit einem Plus von 3,38 Prozent auf einem Stand von 5011 Punkten. Im Verlauf schwankte das Barometer der 50 Blue Chips der Eurozone zwischen 4846 und 5011 Zählern.
Euro bleibt schwach
Angesichts des immer noch offenen Ausgangs der US-Präsidentenwahl hat sich der Euro-Kurs am Dienstag in einer engen Bandbreite bewegt. Während die Währung am Morgen oberhalb eines Kursniveaus von 0,86 Dollar gestartet war, rutschte sie im Tagesverlauf unter diese Marke und pendelte am Nachmittag zwischen 0,8560 und 0,8570 Dollar.
Am Nachmittag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 0,8583 (Montag: 0,8620) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 2,2787 (2,2689) Mark.
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,5995 (0,6016) Pfund, 92,60 (92,82) japanische Yen und 1,5194 (1,5215) Schweizer Franken fest.
Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag bei 264,95 US-Dollar gefixt.