Börse Telekom zieht den Dax nach unten
Frankfurt a.M./New York - Der Dax büßte rund 35 Punkte ein und stand eine Stunde nach der Eröffnung der Wall Street bei 6467,51 Zählern. Der Nebenwerte-Index M-Dax hielt sich mit einem Zuwachs von 0,45 Prozent bei 4012 und der Nemax-50 mit plus 0,27 Prozent bei 4273 Zählern. Der New Yorker Aktienindex der wichtigsten amerikanischen Industriewerte gewann im Handelsverlauf etwas an Boden. Der Dow-Jones verzeichnete ein Plus von 0,23 Prozent bei 11.147 Punkten. Der Nasdaq-Index sackte um weitere 2,36 Prozent auf 3424 Zähler.
Die Aktien der Deutschen Telekom rutschten in Frankfurt um mehr als 6 Prozent auf knapp 61 Euro. Die mit 15 Prozent im Dax gewichtete T-Aktie war damit für einen großen Teil der Verluste verantwortlich. Bei den Bonnern gab es Gerüchte um eine baldige Entscheidung über den Sprint-Anteil an Global One. Befürchtet wird ein teures Bietergefecht mit France Télécom.
Neben der T-Aktie gehörten die Mannesmann-Werte zu den großen Kursverlierern. Anleger gingen nun aus den Telekommunikationswerten heraus, nachdem die Branchenaktien in den vergangenen Wochen in ungeahnte Höhen vorgestoßen waren. "Momentan ist die Telekommunikationsbranche out", sagte ein Händler.
Die Aktien der Preussag und der Fluggesellschaft Lufthansa verbuchten dagegen Kurszuwächse. Thomas Köbel, Analyst bei der BfG- Bank in Frankfurt, sieht beide Werte vom Konsumklima begünstigt: "Lufthansa profitiert klar vom Anspringen der Konjunktur", sagte der Experte. Auch Preussag werde mit seinem Hauptstandbein Tourismus vom Aufschwung gestützt.
Einige Experten sehen bereits neue Chancen zum Einstieg in den Aktienmarkt. Analysten nannten einen Dax-Stand bei 6200 Punkten als Niveau für neue Käufe. Auf mittlere Sicht seien die Aussichten für Aktien gut. "Man sollte aber noch etwas warten", sagt Wolfgang Sawazki, Leiter des Aktienresearch bei der WestLB in Düsseldorf. Er rechne mit einer Leitzinserhöhung in den USA Anfang Februar und danach mit einem weiteren Abwärtsschritt des Dax bis 6200 Punkte. Dann dürfte die Talsohle erreicht sein.
Der New Yorker Aktienhandel hatte am Vortag uneinheitlich geschlossen. Der Dow-Jones-Index gewann 1,2 Prozent auf 11.123 Zähler. Finanzwerte und Versorger gehörten zu den Gewinnern in den USA, während Papiere von Internet- und Technologieunternehmen unter Druck blieben.
Der Rentenmarkt gab in Frankfurt leicht nach. Der Bund-Future lag unverändert bei 102,85 Zählern mit vier Stellen im Minus. Der Rex verlor 0,2 Prozent auf 198,8040. Die Umlaufrendite wurde bei 5,34 Prozent um zwei Stellen höher als am Vortag festgestellt.
Der Euro gab zuletzt etwas nach und wurde bei 1,0373 Dollar umgesetzt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,0388 Dollar (Vortag: 1,0368) festgesetzt. Ein Dollar kostete damit 1,8828 Mark (1,8864).