Börse Überraschend schwach zum Handelsschluss
Frankfurt am Main - Schwach haben die deutschen Aktien am Mittwoch geschlossen. Der Dax verlor 1,49 Prozent bzw 108,84 auf 7.185,56 Punkte. Bei dünnen Umsätzen habe der Markt recht lustlos tendiert, berichteten Händler.
Die "Zinsangst" gehe um, erneut geschürt durch Äußerungen einiger EZB-Mitglieder, die auch eine 0,5 Prozentpunkt-Erhöhung nicht ausschlossen.
Der Euro belaste erheblich, da sich die Erkenntnis verbreite, dass auch ein großer Zinsschritt dem Euro mittelfristig nicht helfen werde. Dennoch überraschten die starken Verluste, da an den übrigen europäischen Börsen keine vergleichbar starken Abschläge hinzunehmen seien.
Auf der Verliererseite ganz vorne standen die Aktien der Autohersteller. Von größeren strategischen Abgaben war die Rede auf dem Parkett. Nachdem es VW in den letzten Tagen vorgemacht habe, kämen die anderen jetzt hinterher, sagte ein Händler.
BMW verloren knapp fünf Prozent auf 36,25 Euro, DaimlerChrysler 1,7 Prozent auf 58,80 Euro und VW 0,6 Prozent auf 48,65 Euro. Der Sektor leide darunter, dass Goldman Sachs die Gewinnprognosen für DaimlerChrysler nach unten korrigiert habe. Daneben belaste auch die Rückrufaktion von VW in Japan, meinten Beobachter.
Die Finanztitel zeigten sich auf Grund der Zinsängste im Minus bzw wenig verändert. Deutsche Bank verbilligten sich um 1,7 Prozent auf 97,29 Euro, Dresdner Bank fielen um 3,6 Prozent auf 50,40 Euro.
Auch die Versicherungen Allianz und Münchner Rück wiesen Verluste aus. Bei Münchner Rück habe eine größere Verkaufsorder auf den Kurs gedrückt, hieß es. Die Titel verloren 2,2 Prozent auf 312,30 Euro. Lediglich HypoVereinsbank und Commerzbank notierten nahezu unverändert.
Marktteilnehmer berichteten bezüglich Commerzbank von neuen Gerüchten nach der Übernahme von Donaldson, Lufkin & Jenrette durch (DLJ) die Credit Suisse Group.
Demnach werde darüber spekuliert, dass der frühere Hauptaktionär von DLJ, Axa, mit dem Geld aus dem Verkauf die Anteile der CoBra an der Commerzbank übernehmen könnte.
Schering litten Beobachtern zu Folge unter Gewinnmitnahmen und sanken um 3,5 Prozent auf 58,88 EUR. Der Wert sei in den vergangenen Wochen sehr gut gelaufen, so dass die Abgaben jetzt "normal" seien, hieß es.
Deutsche Telekom sanken 2,9 Prozent auf 43,41 Euro. Der gesamte Telekommunikationssektor in Europa tendiere ins Minus, so Händler. Vor allem nach den schlechter als erwartet ausgefallenen Zahlen von KPN habe es einen stärkeren Verkaufsdruck gegeben.
Deutlich im Plus notierten dagegen adidas-Salomon, die 1,8 Prozent auf 58,75 Euro klettern. Zuvor hatte die Bankgesellschaft Berlin den Titel auf "Kaufen" von zuvor "Akkumulieren" angehoben.