Börse: Verluste bei flauem Handel - DER SPIEGEL
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Börse Verluste bei flauem Handel

Der deutsche Aktienmarkt ist am Dienstag bei flauem Geschäft mit Verlusten aus dem Handel gegangen. Marktteilnehmer sprachen von niedrigen Umsätzen und fehlenden Impulsen, vor allem aus den USA.
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Frankfurt am Main - Der Dax verlor 0,68 Prozent auf 7395 Stellen. Der Nemax-50 sank 1,24 Prozent auf 6364 Zähler, der M-Dax stieg dagegen um 0,39 Prozent auf 4936 Zähler.

Der schwache Euro belastet den Markt

"Die Nasdaq hat seit August ununterbrochen zugelegt. Jetzt kommt die Verschnaufpause", sagte ein Marktteilnehmer. Für den schwachen Markt sorge zudem der Euro. "Der Euro ist heute grottenschwach. Da investiert man lieber in US-Titel", sagte ein Börsianer.

Die kommenden Tage dürften allerdings - auch bei den Technologietiteln - wieder positiv aussehen, hieß es. Aus den USA kamen am Dienstag gemischte Vorgaben. Der Nasdaq-Index notierte am Abend (MESZ) 1,41 Prozent tiefer auf 4174 Zählern, während der Dow-Jones-Index mit 0,40 Prozent auf 11.283 Punkten im Plus lag.

Werner Litzinger, Leiter des Aktienhandels beim Bankhaus Metzler, sagte, am Markt sei "nichts los" gewesen. Der Dax kämpfe mit der Marke von 7400 Zählern, die Börse verfüge aber über zu wenig Volumen, um über diesen Stand zu gehen. Ansonsten sei innerhalb dieser Woche ein Anstieg auf 7550 bis 7600 Zähler möglich, wenn die Umsätze stimmten.

Die BHF-Bank urteilte, wenn der Dax die Marke von 7380 Zählern halte, handele es sich um eine Konsolidierung auf hohem Niveau. Die nächsten Kursziele der Konsolidierung lauteten dann 7500 und 7570 Zähler.

Deutsche Telekom mit deutlichem Verlust

Die Aktie der Deutschen Telekom schloss mit einem Verlust von 3,96 Prozent bei 47,07 Euro. Der Titel habe sich von zuvor stark von seinen Tiefs erholt, kommentierte Litzinger.

Einige Anleger hätten darauf hin Gewinne mitgenommen. Dazu sei eine schlechte Presse wegen der verspätetem Überweisung der UMTS-Gebühren gekommen und die unvorteilhafte Charttechnik. Metzler halte die Telekom im übrigen weiter auf "sell".

Die BHF-Bank kommentierte, die Telekom habe in jüngster Zeit sämtliche wichtigen Widerstände gebrochen, zum einen bei 46 Euro und den Abwärtstrend bei knapp über 47 Euro. Damit sei ein signifikantes Kaufsignal generiert worden.

Ein kleiner Widerstand liege jetzt bei 50,50 Euro. Werde dieser gebrochen, sei als Minimum ein Kurs von 55 Euro möglich, danach von 60 Euro.

MAN leicht im Plus

MAN schlossen knapp behauptet bei 32,50 Euro (0,31 Prozent). Die Bankgesellschaft Berlin behielt angesichts der positiv eingeschätzten Zahlen für die Konzerntochter MAN Roland die "Akkumulieren"-Empfehlung für MAN bei.

Neben der guten Geschäftsentwicklung, die wegen der hohen Auftragsbestände auch bis 2001 anhalten werde, hoben die Experten die Aktionärsstruktur mit dem 36prozentigen Anteil der Regina Vermögensverwaltung hervor. MAN veröffentlicht am Donnerstag seine Zwischenergebnisse.

Commerzbank gaben um 0,44 Prozent auf 34,00 Euro nach. Lehman Brothers reduzierten wegen der erhöhten Anteile der Generali und der BSCH das Kursziel der Aktie von 33 Euro um sechs Prozent auf 31 Euro. Die Kapitalerhöhung von 2,2 Milliarden Euro verwässere den Gewinn je Aktie für 2001 um acht Prozent. Merck Finck sieht für 2000 eine Ergebnisverwässerung um ein Prozent.

Die Wachstumswerte präsentierten sich nur schwach

Mit schwachen Kursen hat sich der Neue Markt präsentiert. "Der Markt litt unter Gewinnmitnahmen", meinte ein Marktteilnehmer. Dies sei in Anbetracht des jüngsten Kursanstiegs aber nicht verwunderlich.

Im Mittelpunkt des Handelsgeschehens standen die Abgaben bei Lycos Europe nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen. Die Titel fielen um 17,8 Prozent auf 10,10 Euro.