Börse VW gehört zu den wenigen Verlierern
Frankfurt am Main - Der Dax legte nach dem verkürzten Handel bis Börsenschluss um knapp ein Prozent auf 6433,61 Punkte zu. Auch der Nebenwerteindex MDax stieg um knapp ein Prozent auf 4675 Punkte.
Die größten Kurssprünge verzeichneten die Wachstumswerte am Neuen Markt. Nach einer desaströsen Performance im letzten halben Jahr versuchte der Nemax 50 wenigstens zum Jahresende hin noch ein mal schönes Wetter zu machen. Das Barometer ging mit einem Plus von 4,9 Prozent auf 2869 Punkte aus dem Handel.
Aber auch von den Standardwerten war eine Last gewichen. Die Verlustverkäufe aus steuerlichen Gründen waren bereits in den zurückliegenden Tagen abgeschlossen worden, sagte ein Analyst von Delbrück Asset Management. "Daraufhin hat der Markt eine Eigendynamik entwickelt", ergänzte ein Händler der Frankfurter DG-Bank.
Gefragt waren vor allem die Werte, die im zurückliegenden Jahr schlecht gelaufen waren. So preschten beispielsweise DaimlerChrysler mit 3,35 Prozent auf 44,74 Euro nach vorn. Noch am Vortag war die Aktie nach Gerüchten um einen Absatz-Einbruch bei der amerikanischen Chrysler-Tochter unter Druck geraten. Auch Deutsche Telekom, die noch am Donnerstag auf ein neues Jahrestief gefallen waren, schlossen fester bei 32,10 Euro - ein Plus von fast zwei Prozent.
Bei den Technologiewerten herrschte ebenfalls eitel Sonnenschein. Eine feste Nasdaq trieb den Kurs von SAP um gut 3,3 Prozent auf 149,80 Euro. Selbst Infineon, die in den zurückliegenden Tagen von den Marktteilnehmern noch abgestraft wurden, legten bis zur Schlussglocke fast zwei Prozent auf 39,58 Euro zu.
Im Hinblick auf das nächste Jahr wurden von einigen Investoren bereits strategische Käufe getätigt. Das verhalf den Titeln zu neuen Höhen, denen 2001 eine positive Entwicklung zu getraut wird. Beflügelt von neuen Zinssenkungsfantasien stiegen deshalb Finanzwerte wie Commerzbank um gut 3,1 Prozent auf 30,89 Euro.
Bei den Chemie-Titeln legten BASF um fast 0,7 Prozent auf 48,17 Euro zu. Diese Werte könnten 2001 wieder stärkeres Interesses auf sich lenken, nachdem der Ölpreis gefallen ist, erklärte ein Analyst. Zu den wenigen Verlierern gehörten dagegen VW. Die Aktien des Wolfsburger Konzerns sanken nach Gewinnmitnahmen um rund ein Prozent auf 55,69 Euro.
Die freundliche Tendenz setzte sich auch an den europäischen Börsen fort. Der EuroStoxx 50 der wichtigsten europäischen Standardwerte verbuchte in Paris ein Plus von 0,63 Prozent auf 4801 Punkte.
Der Euro nahm seinen Aufwärtskurs wieder auf und schaffte erneut den Sprung über die Marke von 93 Cent. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete zuletzt 0,9301 US-Dollar. Damit war die US-Währung 2,1028 Mark wert.