Börse: Wall Street runter - DER SPIEGEL
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Börse Wall Street runter

Gut behauptet hat nur der Dax geschlossen. Der Neue Markt ging ebenso schwächer aus dem Handel wie Dow und Nasdaq, die neu aufkeimende Zinsängste ins Minus zogen. Tages-Verlierer waren EON, größter Dax-Gewinner Infineon.
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Frankfurt - Der Dax schloss am Dienstag um 0,3 Prozent fester auf 7048 Punkte. Der Nemax-50 verlor dagegen um 0,8 Prozent auf 6159 Zähler, nachdem er am Vormittag im Plus notiert hatte. Der M-Dax gab um 0,9 Prozent auf 4467 Stellen ab.

Unerwartet schwache Daten zum US-Verbrauchervertrauen für den Juni kamen dem Dax zugute, der wieder deutlich über die bedeutsame Marke von 7000 Zählern stieg. Das Verbraucher-Vertrauen fiel in den USA im Juni auf 138,8 Punkte, verglichen mit revidierten 144,7 im Mai. Diese jüngsten Daten wiesen auf eine Verlangsamung der Wirtschaftsaktivität in den USA hin, sagte ein Händler. Auch der Dow Jones profitierte hiervon im frühen Handel, schloss dann aber ebenso im Minus wie der Nasdaq.

Infineon waren mit plus 5,04 Prozent auf 92,50 Euro stärkster Wert im Dax. Zuvor hatte das Unternehmen die Ergebnisschätzung für das dritte Quartal und das Gesamtjahr 2000 angehoben.

Unter Druck geriet der Kurs der EON-Aktie. Die HypoVereinsbank trennte sich von der Hälfte ihrer Beteiligung an dem Versorger; der EON-Kurs fiel um 5,7 Prozent auf 50,65 Euro.

Gleichfalls in die Verlustzone rutschte der Versorger RWE mit einem Abschlag von 2,8 Prozent auf 35,31 Euro. Am Tage der Hauptversammlung des Fusionspartners VEW stehe die Zustimmung des Bundeskartellamtes für die Fusion mit RWE noch aus, berichtete die "Financial Times Deutschland". Auf den Hauptversammlungen sollen die Aktionäre dem Zusammenschluss zu Deutschlands größtem Stromproduzenten zustimmen. Die Billigung gilt als sicher.

Bei den Finanzwerten legten Dresdner Bank um 0,09 Prozent auf 42,25 Euro zu. Commerzbank sanken um knapp ein Prozent auf 38,40 Euro. Ebenfalls einen Abschlag verzeichnten KarstadtQuelle, die 1,7 Prozent auf 30,18 Euro verloren. Metzler Equity Research hatte die Aktien auf "Hold" von zuvor "Buy" heruntergestuft. Grund dafür seien die Gewinne, die wesentlich unterhalb der vom Karstadt-Management selbst genannten Gewinnziele liegen.

Bei den Automobiltiteln schlossen nur DaimlerChrysler im Plus, die sich um 1,3 Prozent auf 56,77 Euro verbesserten. Volkswagen verbilligten sich dagegen um 0,3 Prozent auf 39,41 Euro; BMW gaben 1,3 Prozent auf 31,09 Euro ab.

Der Rentenhandel zeigte sich uneinheitlich. Die Bundesbank stellte die Umlaufrendite bei 5,27 (Montag: 5,33) Prozent fest. Der Bund-Future gab um 0,1 Prozent auf 105,16 Zähler ab. Dagegen legte der Rex um 0,1 Prozent auf 109,71 Punkte zu.

New York: Dow schwach, Nasdaq schwächer

Zinsängste haben den New Yorker Aktienmarkt am Dienstag nach unten gedrückt. Der Dow Jones fiel um 0,4 Prozent auf 10.504 Punkte. Der Nasdaq gab um 1,4 Prozent auf 3858 Punkte nach. Die US-Notenbank Fed will am Mittwoch über die künftigen Zinsen entscheiden.

Viele Anleger würden sich im Vorfeld der Entscheidung zurückhalten, kommentierten Händler. Zwar gehe die Mehrheit davon aus, dass Fed-Chef Alan Greenspan und seine Kollegen sich in Geduld üben werden, aber solange das Restrisiko einer Zinserhöhung bleibe, verharrten viele Investoren mit sicheren neutralen Positionen.

Devisen: Euro über 94-Cents-Marke

Der Euro etablierte sich im Frankfurter Devisenhandel über der Marke von 94 Cents. Gegen 20 Uhr wurde die europäische Währung bei 0,9437 Dollar gehandelt. Damit war die amerikanische Währung 2,0759 Mark wert. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs am Mittag auf 0,9401 Dollar fest. Das entsprach einem Dollarkurs von 2,0804 Mark.