Börse: Wall Street sehr freundlich - DER SPIEGEL
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Börse Wall Street sehr freundlich

Deutliche Kursverluste der Deutschen Telekom haben den Dax unter die Marke von 7300 Punkten fallen lassen. Auch Allianz gaben weiter ab. An Wall Street zeigten sich Dow und vor allem Nasdaq sehr freundlich.
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Frankfurt am Main - Bei sehr dünnen Umsätzen gab der Dax am Mittwoch um 0,9 Prozent auf 7292 Zähler nach. Der M-Dax verlor um ein halbes Prozent auf 4550 Stellen. Der Nemax-50 fiel um 2,4 Prozent auf 6523 Punkte.

Für die Kursverluste machten Händler die mangelnde Bereitschaft der Anleger zu Investitionen am Tag vor der EZB-Zinsentscheidung verantwortlich. "Wir warten einfach den Donnerstag ab und schauen, was passiert. Alles andere ist Lesen im Kaffeesatz", kommentierte ein Broker. Auch die schwachen US-Börsen vom Dienstag drückten die deutschen Aktien.

Deutsche Telekom unter doppeltem Druck

Deutlichster Verlierer im Dax waren am Mittwoch Deutsche Telekom, die 5,2 Prozent auf 67,74 Euro nachgaben. Händler halten es für wahrscheinlich, dass der Kurs wegen der bevorstehenden Emission der neuen Aktien durch Großinvestoren gedrückt wird, um den Ausgabepreis der neuen Papiere, der an den aktuellen Kurs gekoppelt ist, gering zu halten. Zudem wurde auf Überlegungen des Indexanbieters Stoxx verwiesen, wonach die Index-Gewichtung künftig auf Basis des Streubesitzes eines Aktientitels ermittelt werden soll. Dadurch würde sich die hohe Gewichtung der Telekom in den Stoxx-Indizes deutlich verringern. Fonds, die die Stoxx-Indizes nachbilden, würden dann T-Aktien abgeben, was den Kurs belasten würde.

Allianz verloren weiter und schlossen knapp ein Prozent leichter mit 371,20 Euro. Hintergrund ist, dass die Deutsche Bank ihren Aktien-Anteil an dem Versicherer um 2,9 Prozentpunkte auf 4,1 Prozent verringerte.

Auf der Gewinnerseite standen die Chemiewerte, bei denen am Morgen noch mit einem negativen Tagestrend auf gerechnet worden war. BASF verteuerten sich 3,1 Prozent auf 45,70 Euro, nachdem sie am Dienstag noch fünf Prozent verloren hatten. Die Papiere werden seit Mittwoch auch an der New Yorker Börse gehandelt. Schering legten 1,3 Prozent auf 56,85 Euro zu, Bayer stiegen 1,1 Prozent auf 41,99 Euro.

New York: Bullen setzen sich durch

Wall Street tendierte nach verhaltenem Auftakt sehr freundlich. Bis gegen 21.15 Uhr MESZ gewann der Dow Jones um 0,7 Prozent auf 10.809 Punkte. Der Nasdaq legte zeitgleicht um rund ein Prozent auf 3793 Zähler zu. Gewinner und Verlierer halten sich dabei in etwa die Waage. Händlern zufolge präsentiert sich der Markt unsicher. Die Anleger handelten "maßvoll und platzierten ihre Käufe mit geringen Erwartungen".

Die mit Spannung erwartete und für 22.30 MESZ angekündigte Enscheidung des Obersten Gerichtshofs zur möglichen Zerschlagung von Microsoft spiele die Hauptrolle, heißt es weiter. Zum Mittag büßen Microsoft knapp einen Dollar ein. Teilnehmer rechnen damit, dass das Urteil den Markt am Donnerstag stärker bewegen wird. Überproportionale Verlierer waren SCI Systems, die auf gut 40 Dollar nachgeben sowie Agilent Techno mit einem Abschlag fast vier Dollar auf rund 68. Deutliche Zugewinne verzeichneten dagegen AT&T und EMC.

Europa: Nur Mailand, Wien und Zürich im Plus

Die Europäischen Börsen zeigten sich am Mittwochnachmittag uneinheitlich. Kursgewinne zeigten die Indizes der Börsen in Wien, Zürich und Mailand auf. Der ATX konnte um 0,4 Prozent zulegen. Beim SMI ging es um 0,7 Prozent aufwärts und der Mibtel zog um 0,8 Prozent an. Dagegen standen die Börsen in Amsterdam mit 0,3 Prozent, in London mit 0,6 Prozent, in Madrid mit 0,9 Prozent etwas unter Druck. In Paris gab der CAC 40 sogar um 1,6 Prozent nach. Für die morgige Sitzung der Europäischen Zentralbank wurde ein Zinsschritt von 0,25 auf dann vier Prozent prognostiziert. Der Euro-Stoxx-50 gab um 1,2 Prozent auf 5263 Punkte nach.

Devisen: Euro testet 96-Cents-Marke

Der Euro behauptete am Mittwoch seine Aufwärtsdynamik der vergangenen Handelstage und wurde bereits bei 0,9608 Dollar im Hoch gehandelt. Gegen 20 Uhr wurde der Euro für 0,9564 Dollar umgesetzt. Die mittelfristigen Perspektiven sprechen nach wie vor für den Euro, zumal die Auftragseingänge in Deutschland ein weiteres Anziehen der Konjunktur indizierten. Die Schere zwischen den USA und dem Euroraum bezüglich den Wachstumsraten dürfte sich in diesem Jahr noch schliessen. Auf Sicht von sechs Monaten wurden sogar bereits wieder Kurse von 1,05 US-Dollar für einen Euro genannt. Gegenüber dem Yen notierte der Greenback zuletzt bei 105,48 Yen und damit etwas leichter als zur Vortageszeit.