Börse: Wenig Bewegung erwartet - DER SPIEGEL
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Börse Wenig Bewegung erwartet

Wenig veränderte deutsche Aktienkurse erwarten Händler für den Handelsstart am Donnerstag. In einer Umfrage vor Börsenbeginn rechneten Marktteilnehmer mit einem mageren Plus von sechs Punkten.
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Frankfurt am Main - Angesichts der Vorgaben aus den USA könnten defensive Werte in den Blickpunkt treten.

Das Beige Book der Federal Reserve Bank habe gezeigt, dass sich das Wachstum abkühle und es bislang keine Inflationssignale gebe. Damit seien die Zinsängste weiter in den Hintergrund getreten, jedoch keimten nun die Befürchtungen, dass die Unternehmen die Gewinnerwartungen auf Grund der abgeschwächten Wirtschaft womöglich nicht erfüllen könnten. Allerdings seien angesichts der dünnen Umsätze sowohl in den USA als auch in Europa keine klare Tendenz zu erkennen. In den Blickpunkt rücken könnten Veba und Viag, die nun sowohl von der Fusion mit der DAX-Aufnahme von E.ON am Montag profitieren könnten als auch von der Einigung um den Atomausstieg. Die Versorger gelten ohnehin als klassische defensive Werte.

Am Nachmittag stehen die US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die Industrieproduktion, Kapazitätsauslastung und der Philadelphia Fed-Index auf der Agenda. Keine großen Impulse sehen Marktteilnehmer von der Hauptversammlung der Lufthansa.

Dax gestern: Freundlich

Der Dax hat zur Wochenmitte in Frankfurt mit einem Plus von 1,1 Prozent auf 7550 Zähler geschlossen. Während der M-Dax insgesamt um 0,4 Prozent auf 4529 Zähler abgab, verbesserte sich der Nemax 50 (Performance-Index) um 1,7 Prozent auf 6577 Punkte.

Obwohl die Umsätze bis zum Nachmittag moderater gewesen seien, sei der Handel am Abend erneut sehr dünn gewesen, sagte ein Händler eines ausländischen Geldinstituts. Lediglich in der Schlussauktion seien die Umsätze wieder auf das bisherige Niveau angestiegen. Institutionelle Anleger blieben dem späten Handel weiter fern, sagte er: "Die sind nicht mehr 25 Jahre alt, sondern wollen heim zur Familie."

Die beiden Technologiewerte Epcos und SAP lieferten sich mit deutlichem Abstand ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Führungsposition der Dax-Werte. Zuletzt führte Epcos die Standardwerte mit einem Plus von 7,8 Prozent auf 148,79 Euro an.

Knapp dahinter verbesserten sich SAP um 6,8 Prozent auf 616,50 Euro. Ausschlaggebend für das Anlegerinteresse sei der Vertragsabschluss mit dem Nestlé-Konzern gewesen, sagte Christian Thormann, Analyst der Conrad Hinrich Donner Bank.

DaimlerChrysler fuhren gegen den Trend. Während die Sternmarke um 0,8 Prozent auf 59 Euro verlor, legten BMW um 0,6 Prozent auf 34,29 Euro zu. Volkswagen behaupteten sich knapp mit einem Minus von 0,02 Prozent auf 42,64 Euro.

Die größten Verluste verzeichnete die Aktie der Lufthansa mit einem Abschlag von 3,4 Prozent auf 24,80 Euro. Die Kranichlinie hatte zuvor Gerüchte über eine Fusion mit Alitalia dementiert.

Der Rentenmarkt tendierte schwach. Der Rex sank um 0,1 Prozent oder 0,16 Punkte auf 110,47 Punkte. Der Bund-Future behauptete sich knapp mit einem Minus von 0,02 Prozent oder 0,02 Punkten auf 106,15 Zähler.

New York: Blue Chips legen zu

Der amerikanische Aktienmarkt hat sich im Nachmittagshandel am Mittwoch etwas fester präsentiert. Der Dow-Jones-Index legte bis 20.30 Uhr 72,2 Punkte oder 0,7 Prozent auf 10.694 Punkte zu.

Der breiter gefasste S&P 500-Index blieb fast unverändert nahe dem Vortagesstand mit einen knappen Plus von 4,14 Punkten oder 0,3 Prozent bei 1473 Zählern. Der Index der technologielastigen Börse Nasdaq fiel hingegen um 14,84 Zähler oder 0,4 Prozent auf 3836 Punkte.

US-amerikanische Blue Chip legten nach der Bekanntgabe des Verbraucherpreisindex am Vormittag leicht zu. "Die Zahlen sind ziemlich freundlich", kommentierte Jay Feldman, Analyst bei Credit Swiss First Boston die Zahlen.

In Kombination mit den anderen kürzlich veröffentlichten US-Zahlen sei nun die letzte Hürde genommen. Analysten sehen sich durch die Zahlen in ihrem Erwartungen auf eine "weiche Landung" der US-Konjunktur im zweiten Halbjahr bestätigt.

Damit seien Befürchtungen, dass die amerikanischen Notenbank Fed auf ihrer nächsten Sitzung am 27.-28. Juni erneut an der Zinsschraube drehen könnte erstmal vom Tisch, sagte ein Händler.

Technologie-Aktien gerieten im Handelsverlauf unter Druck. Als Grund für die schlechte Performance der Werte machten Analysten die Veröffentlichung von Unternehmensnachrichten führender High-Tech-Unternehmen. Der Halbleitersektor mußte einige Gewinne vom Dienstag wieder abgeben.

Zu den Gewinner des Tages gehörten die Aktien des Softwarekonzerns Microsoft. Die Papiere legten um 4 Prozent auf 70,625 Dollar zu, nachdem ein Berufungsgericht mitteilte das Kartellverfahren gegen Microsoft zu verhandeln, wenn ihm der Fall vorgelegt würde.

Seagram stiegen um 13,7 Prozent Prozent auf 60,25 Dollar , nachdem Vivendi und Canal+ Gespäche über eine Fusion mit dem kandischen Unternehmen bestätigte.

Europa: Nur Wien im Minus

Die europäischen Börsen zeigten sich am Mittwoch überwiegend im Plus. Lediglich der ATX in Wien gab um 0,2 Prozent nach. Die Kursgewinne der übrigen Märkte reichte von 0,7 Prozent in Madrid bis zu 1,5 Prozent in London. Die beiden Indizes in Mailand und Zürich stiegen jeweils um 0,9 Prozent an. Der CAC 40 in Paris und der AEX in Amsterdam kletterten um jeweils 1,1 Prozent nach oben.

Durch die Bekanntgabe der US-Verbraucherpreise verstetigte sich die freundliche Stimmung an Europas Börsen zusehends. Im Gleichschritt mit den wichtigsten europäischen Börsen kletterte der EuroStoxx 50 der europäischen Standardwerte um 1,4 Prozent auf 5379 Zähler.

Devisen: Dollar kam unter Druck

Der Euro kam am Mittwoch nachmittag nach Bekanntgabe der US-Verbraucherpreise unter Druck. Im Frankfurter Devisenhandel wurde der Euro zuletzt bei 0,9603 Dollar gehandelt. Damit war die US-Währung 2,0366 Mark wert.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 0,9636 (Dienstag: 0,9583) Dollar festgesetzt. Der Dollar war damit 2,0297 (2,0409) Mark wert. Händler zeigten sich trotz des jüngsten Kursrückganges zuversichtlich für die Währung und erwarten einen baldigen Test der 97-Cents-Marke.

Als Begründung wurde die schrumpfende Zinsdifferenz zwischen dem Euroraum und den USA genannt. Nach den Preisdaten vom Mittwoch dürfte die US-Notenbank am 28. Juni nicht weiter an der Zinsschraube drehen. Gegenüber dem Yen notierte der Dollar zuletzt bei 106,825 Yen und etwas höher als zur Vortageszeit.

Edelmetalle: Gold fester

Die Feinunze Gold tendierte am Mittwoch wieder fester und wurde am Abend bei 289,75 Dollar umgesetzt. Am Nachmittag setzten massive Käufe ein, die Gold in Richtung 290-Dollar-Marke trieben. Am frühen Morgen wurde Gold bereits im Tief bei 283 Dollar gehandelt. Nach Angaben von Edelmetallhändlern dürften die heftigen Schwankungen weiter anhalten, da noch erhebliche Shortpositionen im Markt offen sind. Silber wurde zuletzt bei 5,03 Dollar notiert.