Börsen-Absteiger TUI fliegt aus dem Dax
Frankfurt am Main - TUI steht der Abstieg in den Nebenwerteindex MDax bevor. Die Aktien des Kasseler Unternehmens K+S werden die Papiere des Reise- und Schifffahrtskonzerns ab dem 22. September unter den 30 größten börsennotierten Konzernen Deutschlands ersetzen. So entschied der Arbeitskreis Aktienindizes der Deutschen Börse am Mittwochabend auf Grundlage der Kriterien Marktkapitalisierung nach Streubesitz und Börsenumsatz.
K+S, bekannter unter dem früheren Namen "Kali und Salz", ist erst in diesem Jahr zum Börsenliebling avanciert. Mehr als 90 Prozent hat die Aktie seit Anfang 2008 zugelegt. Das Unternehmen übertrifft beim Börsenwert mittlerweile bekannte Dax-Mitglieder wie Adidas , Lufthansa und Postbank .
TUI hatte dagegen kaum eine Chance, sich im Dax zu halten. Das Unternehmen hatte sich schon vor ein paar Jahren nur knapp vor dem Abstieg aus der ersten Börsenliga gerettet, nun erwischt es den Touristikkonzern vor allem wegen eines zu geringen Streubesitzes. Seit Monaten tobt ein Machtkampf zwischen den beiden bestimmenden TUI-Großaktionären, dem norwegischen Reeder und Milliardär John Fredriksen und dem russischen Oligarchen Alexej Mordaschow.
Beinahe hätte es im Dax noch einen zweiten Wechsel gegeben. Der Verbleib von Hypo Real Estate war lange nicht sicher. Doch in letzter Sekunde hat sich der Immobilienfinanzierer seinen Platz doch noch knapp gesichert. Damit verpasst das Stahlunternehmen Salzgitter - bis dato chancenreichster Dax-Aspirant - den Aufstieg knapp.
Änderungen gab es auch in den anderen wichtigen Indizes. Aus dem Index der mittelgroßen Werte fällt Deutz heraus und weicht dem Baumaschinenkonzern Bauer. Der TecDax wird noch stärker zu einem Solarwerte-Index, da zwei weitere Unternehmen dieser Branche vor ihrer Aufnahme in den Technologie-Index stehen. So steigen SMA Solar und der Solar- und LCD-Maschinenhersteller Manz Automation. Absteigen werden Ersol sowie BB Medtech.
suc/Reuters/dpa-AFX