Börsen am Abend Leichte Erholung am Abend
Frankfurt am Main Der Dax begrenzte am Abend seine Verluste auf 1,5 Prozent und notierte bei 5941 Punkten. Die Wachstumswerte im Nemax 50, die zwischenzeitlich knapp fünf Prozent in die Tiefe gerauscht waren, notierten am Abend 2,3 Prozent schwächer bei 1483 Zählern.
Die Indizes erholten sich im Schlepptau der New Yorker Börsen: Der Dow Jones machte am Abend seine Anfangsverluste wieder wett und notierte um den Vortagesschluss. Der Technologieindex Nasdaq Composite notierte nur noch 0,3 Prozent schwächer und notierte wieder oberhalb der 2000 Punkte.
Eine Reihe von Gewinnwarnungen drückte am Freitag auf die Märkte. Zu den Unternehmen, die ihre Prognosen nicht halten können, gehörten Nortel Networks, JDS Uniphase und McDonald's. Zudem lasteten Gerüchte über mögliche Gewinnwarnungen von Microsoft und Cisco Systems auf dem Markt. Nun gehe die Angst um, sagten Händler.
In Frankfurt sorgte zudem der "Hexensabbat" für zusätzlichen (Ab)schwung. Die Umsätze waren sehr hoch, sogar höher als bei Verfallstagen üblich. Heute verfallen sowohl Index- und Aktienoptionen als auch Futurekontrakte.
Goldman Sachs stärkt Deutsche Telekom
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Nur drei Dax-Titel notierten am Abend im Plus. Die Aktien der HypoVereinsbank legten 1,9 Prozent auf 58,65 Euro zu. Die Deutsche Lufthansa verteuerte sich um 0,4 Prozent auf 20,15 Euro. Die Deutsche Telekom notierte minimal (0,2 Prozent) fester bei 24,32 Euro.
Das Papier der Deutschen Telekom profitierte von einer Empfehlung des Investmenthauses Goldman Sachs. Die Analysten sehen bei der Telekom Aufwärtspotenzial und sagten, dass die Wachstumsraten besser als erwartet ausgefallen seien. Am kommenden Montag erhöht sich zudem die Gewichtung der Deutschen Telekom im Dax.
Hightechs schwach, Gewinnwarnung von Philips
Die übrigen Technologiewerte verloren dagegen deutlich. Die Titel von SAP gaben als Dax-Schlusslicht 4,7 Prozent auf 152 Euro ab, obwohl die Aktie am Morgen von Goldman Sachs auf der Empfehlungsliste ("Recommended List") bestätigt wurde.
Die Aktien von Siemens (minus 4,4 Prozent auf 75,15 Euro), Infineon (minus 3,9 Prozent) und Epcos (minus 1,6 Prozent auf 66,45 Euro) konnten sich der Technologieschwäche in USA und Europa ebenfalls nicht entziehen. Zusätzlich belastete eine Gewinnwarnung von Philips auf den Kursen.
DaimlerChrysler: Schrempp unter Druck
Leicht erholt, aber immer noch deutlich im Minus notierten auch die Autowerte: Die Aktien von BMW (minus 2,6 Prozent auf 37,80 Euro), Volkswagen (minus 1,5 Prozent auf 54,25 Euro) und DaimlerChrysler (minus 2,4 Prozent auf 50,72 Euro) verloren kräftig. Die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) will mit ihrer Klage gegen den Aktienoptionsplan von DaimlerChrysler möglicherweise vor den Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe ziehen.
Die Analysten von Lehman Bros. haben das Kursziel für die Titel der Münchener Rück auf 352 Euro erhöht. Das Papier des Versicherers gab dennoch um 0,1 Prozent auf 324 Euro nach, während Allianz-Papiere Verluste von 1,3 Prozent auf 338,53 Euro verbuchten.
Miese Stimmung am Neuen Markt
Die Wachstumswerte präsentierten sich extrem schwankungsanfällig. "Es kommt wirklich alles zusammen, was Kurse nach unten treibt", sagte ein Händler.
EM.TV gehörte mit einem Plus von sechs Prozent auf 2,85 Euro zu den wenigen Gewinnern. Das Kartellamt hat die Frist für den Verkauf des EM.TV-Anteils an der Tele München bis Ende September verlängert.
Zulegen konnte auch die Aktie des Softwareherstellers Brokat. Die Aktie drehte im Handelsverlauf ins Plus uns legte bei hohen Umsätzen sieben Prozent auf 3,65 Euro zu. In den vergangenen Tagen war der Kurs dramatisch gefallen, nachdem das Bankhaus Metzler in einer Analyse ein Kursziel von null Euro ausgegeben hatte.
Die Aktie von Adva gehörte mit einem Abschlag von 9,7 Prozent auf 6,18 Euro zu den größten Verlierern. Den Kursrutsch führten Händler auf die Gewinnwarnung von JDS Uniphase und auf eine Herabstufung durch die HypoVereinsbank zurück.
Ebenfalls schwach präsentierten sich die Titel des Handy-Ausrüsters Balda, die 12 Prozent auf 12,50 Euro abgaben. Das Unternehmen hat am Morgen eine Umsatzwarnung ausgegeben. Balda rechnet nun 2001 mit Umsatzerlösen von 192 Millionen Euro. Geplant waren rund 236 Millionen Euro.
Euro nach Intervention etwas leichter
Die schwedische Notenbank hat am Freitag zur Stützung der schwedischen Krone interveniert. Der Euro notierte daraufhin wieder etwas leichter bei 0,8635 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 0,8662 (Donnerstag: 0,8492) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 2,2579 (2,3031) Mark.