Börsen am Morgen: Hoffnung für Infineon - DER SPIEGEL
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Börsen am Morgen Hoffnung für Infineon

Nach einem schwachen Start haben sich die deutschen Aktienmärkte wieder zum Vortagesschluss hochgearbeitet. Infineon profitiert von einer möglichen Kooperation. MLP steht wieder unter Druck.
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Frankfurt am Main - Der Dax notierte nach einer halben Handelsstunde bei 4936 Punkten, nahezu unverändert zum Schlusstand vom Dienstag. In den ersten Handelsminuten stand der Leitindex noch tief in der Verlustzone. Auch der Neue Markt erholte sich: Der Nemax 50 legte rund 0,1 Prozent auf 1092 Zähler zu.

Infineon-Aktien   rückten in den Blickpunkt der Anleger. Am Markt kursieren Gerüchte, wonach die Siemens-Tochter bei einer Kooperation mit Hynix neben Aktien auch Bargeld bieten wolle. Der deutsche Chiphersteller spricht nach Presseangaben mit dem angeschlagenen südkoreanischen Wettbewerber über eine Allianz. Infineon-Chef Ulrich Schumacher habe diese Möglichkeit bei einem zweitägigen Besuch in Südkorea in der vergangenen Woche vorgeschlagen, hatte die Wirtschaftszeitung "The Korea Economic Daily" berichtet. Die Partnerschaft könne dabei per Aktientausch vollzogen werden. Im Gespräch sei ein Beteiligungstausch in der Größenordnung von mehr als 20 Prozent. Frühere Kooperationsversuche sind bislang gescheitert. Die Anleger zeigten sich zumindest im frühen Handel von dem Vorstoß Schumachers überzeugt. Mit einem Plus von knapp ein Prozent auf 24,24 Euro gehörten die Papiere von Infineon zu den Gewinnern.

DaimlerChrysler   stand dagegen wieder unter Druck. Die Anteilsscheine verbilligten sich um 1,3 Prozent auf 44,15 Euro. Der Autokonzern wird heute nach Einschätzung von Analysten eine Dividenden-Kürzung anlässlich der Pressekonferenz zum Geschäftsjahr 2001 bekannt geben. Nicht ausgeschlossen sei auch eine Kürzung der Gewinnprognosen, sagten einige Experten. Erst am Dienstag senkte DaimlerChrysler die Prognosen für den LKW-Absatz in den USA.

Größter Verlierer am Morgen war die Aktie von MLP   , die 1,7 Prozent auf 62,50 Euro nachgab. Erst am Vortag verlor das Papier mehr als vier Prozent. Grund für den Kursverfall: Händler äußerten sich zunehmend kritisch über die Bilanzierungsmethoden des Finanzdienstleisters. Seit dem Enron-Debakel würde ein verwirrendes Zahlenwerk sehr skeptisch beurteilt werden.

Lufthansa-Titel   sackten um 0,8 Prozent auf 16,77 Euro. Nach einem Bericht der Tageszeitung "Die Welt" (Mittwochausgabe) such die Luftfrachtallianz von Lufthansa, Singapore Airlines und Scandinavian Airlines neue Partner.

Wall Street und Japan wieder mit Verlusten

In den USA fiel der Dow Jones am Dienstag auf 9685 Punkte, ein Minus von 0,02 Prozent. Die Nasdaq gab 0,9 Prozent auf 1838 Zähler nach. Die Kurserosion beschleunigte sich, nachdem sich Tom Daschle, der Fraktionsführer der Demokraten im Senat, ablehnend zum fiskalpolitischen Ankurbelungsprogramm von US-Präsidenten George W. Bush geäußert hat.

Für diesen Nachmittag werden wieder Konjunkturdaten aus den USA erwartet. Die vorläufigen Zahlen über die Produktivität im vierten Quartal sollten Hinweise auf eine mögliche Erholung der US-Wirtschaft liefern. Zudem veröffentlichen die Schwergewichte Cisco und Pepsi ihre Geschäftszahlen.

Die Aktienbörse in Tokio hat unterdessen ihre dramatische Talfahrt am Mittwoch fortgesetzt. Der breit angelegte Topix fiel um 3,76 Punkte oder 0,4 Prozent und schloss mit 922 Punkten auf einem 17-Jahres-Tief. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte gab um 54,75 Punkte oder 0,6 Prozent nach und ging mit 9420 Punkten beim tiefsten Stand seit 18 Jahren aus dem Markt.

Euro-Kurs leicht gesunken

Der Euro-Kurs hat am Mittwoch leicht nachgegeben. Gegen 9.10 Uhr kostete die Devise in Frankfurt 0,8658 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte am Dienstag den Referenzkurs noch bei 0,8683 Dollar festgelegt. Ein Dollar kostete damit 1,1517 Euro.