Börsen am Morgen: Übernahmegerüchte um Commerzbank - DER SPIEGEL
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Börsen am Morgen Übernahmegerüchte um Commerzbank

Die deutschen Aktienmärkte starten mit Verlusten in die Woche. MLP und Commerzbank profitieren von Gerüchten. Technologiewerte geben auf breiter Front nach. RWE fällt trotz guter Geschäftszahlen ab.
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Frankfurt am Main – Die deutschen Aktienmärkte sind am Montag auf Tauchstation gegangen. Der Dax gab bis 9.25 Uhr 2,4 Prozent auf 3674 Zähler ab. Die Wachstumswerte am Neuen Markt pendelten zunächst um ihren Vortagesschluss, rutschten dann aber ebenfalls in die Verlustzone. Der Nemax 50 verlor 0,8 Prozent und fiel damit wieder unter die Marke von 500 Punkten. Händler erklärten, die Investoren hielten sich vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank am Dienstag zurück.

RWE trotz guter Zahlen mit Kursverlusten

Zunächst standen die Geschäftszahlen des Energiekonzerns RWE   im Vordergrund. Im ersten Halbjahr 2002 habe das Unternehmen sein betriebliches Ergebnis um 8,7 Prozent auf 2,17 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesteigert, teilte RWE mit. Bei Strom, Gas, Wasser und im Umweltbereich habe das Plus bei 23 Prozent gelegen. Im Nichtkerngeschäft ging das Ergebnis hingegen um 46 Prozent zurück. Der Umsatz lag mit 27,7 Milliarden Euro um 3,5 Prozent über dem Vergleichswert des Vorjahres. "Die Zahlen waren sehr gut", sagte Aktienhändler Björn Fromkorth vom Düsseldorfer Handelshaus Lang & Schwarz.

Die schlechte Nachricht: Der Energiekonzern hat nach dem Verkauf seines DEA-Tankenstellen- und Raffineriegeschäfts seine Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr zurückgeschraubt. Es werde nur ein leichter Anstieg erwartet, hieß es. Zuvor hatte RWE einen Zuwachs von "mindestens zehn Prozent" in Aussicht gestellt. Die Aktie gab zunächst rund ein Prozent auf rund 36 Euro nach.

Gerüchte treiben Commerzbank-Aktie

Die HypoVereinsbank   prüft angeblich die Übernahme der Commerzbank  . Nach einem Bericht der "Welt am Sonntag" gibt es Gespräche zwischen beiden Geldhäusern. Die Kontakte, die auf Initiative des Großaktionärs Münchner Rück zu Stande gekommen seien, befänden sich "in einem frühen Stadium". Die Einrichtung von Arbeitsgruppen sei für Ende August geplant. Mit konkreten Ergebnissen der Teams rechneten Beobachter für den Herbst. Die Aktie der HypoVereinsbank   notierte zu Handelsbeginn zwei Prozent leichter auf 21,21 Euro. Die Commerzbank  -Aktie hingegen zählte zu den wenigen Gewinnern im Dax und rückte um 1,80 Prozent auf elf Euro vor.

MLP: Das Zocken geht weiter

Übernahmegerüchte und ein positiver Kommentar von Merrill Lynch hatten bereits am Freitag die Aktie von MLP   in der Spitze um bis zu 30 Prozent nach oben getrieben. Der Titel kletterte im frühen Handel um weitere 4,54 Prozent auf 17,27 Euro. Zudem gehen die Investoren davon aus, dass MLP im Dax verbleiben wird.

Für die Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein (DrKW) gibt es einem Zeitungsbericht zufolge drei potenzielle Käufer. Wie die britische Zeitung "The Business" am Sonntag unter Berufung auf hochrangige Bankenkreise berichtete, hat die Mutter - der Allfinanzkonzern Allianz   - eine Reihe internationaler Banken als Interessenten sondiert. Diese könnten die Verlust machende Investmentbank-Tochter in Teilen oder auch komplett übernehmen, hieß es. Die Aktie der Allianz   zeigte sich von der Nachricht nicht beeindruckt und gab rund drei Prozent auf 130 Euro nach.

Lufthansa leidet unter schlechten US-Nachrichten

Aktien der Lufthansa   präsentierten sich ZU Handelbeginn rund drei Prozent leichter auf 12,95 Euro. In der Nacht zu Montag hatte die Nummer sechs der US-Fluggesellschaften, US-Airways, Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen beabsichtigt allerdings, den Flugbetrieb fortzuführen.

Technologietitel gaben auf breiter Front nach. Infineon  , Siemens  , SAP   und die vom Dax-Rausschmiss bedrohte Epcos rutschten zunächst zwischen zwei und 3,66 Prozent ab.

Tokio schließt mit dicken Verlusten

Die asiatische Leitbörse in Tokio schloss am Montag mit dicken Verlusten. Die japanische Notenbank hält die wirtschaftliche Lage in Japan für "nahezu stabilisiert". Damit behält die Bank von Japan in ihrem aktuellen Monatsbericht, der am Montag vorgelegt wurde, ihre bisherige Bewertung der Konjunkturlage bei. Sie warnte jedoch vor inzwischen höheren Risiken in der weltwirtschaftlichen Entwicklung sowie an den Aktien- und Devisenmärkten. Gerade letztere Einschätzung führte nach Ansicht von Marktbeobachter in Tokio zu den dicken Kursverlusten: Der Nikkei gab 2,5 Prozent auf 9747 Punkte ab.