Börsen Dax stürzt erneut tief ins Minus
Frankfurt am Main - Die Gründe für den neuerlichen Absturz sind vielfältig: Rezessionsängste, gesenkte Gewinnprognosen von Unternehmen, fallende Rohstoffpreise und die zwangsweise Auflösung schuldenfinanzierter Investments machen Analysten für die neuerliche Abwärtsbewegung an den Börsen verantwortlich. Tatsächlich ist der deutsche Aktienmarkt auch nach den starken Verlusten vom Vortag am Donnerstag zum Handelsschluss erneut eingebrochen: Der Leitindex Dax fiel um 4,9 Prozent auf 4622 Punkte zurück. Der MDax verlor 5,7 Prozent auf 5337 Zähler und der TecDax gab 4,8 Prozent auf 526 Punkte ab.
Die Schwankungen hätten derart extreme Werte erreicht, dass selbst kurzfristig keine verlässlichen Prognosen über die Entwicklung einer Aktie oder des Gesamtmarktes gestellt werden könnten, sagten Marktteilnehmer. "Das Ganze ist vollkommen verrückt und nicht mehr nachzuvollziehen", kommentierte ein Händler.
Grund für den negativen Trend waren auch die starken Schwankungen an der Wall Street: An der New Yorker Börse stieg der Dow Jones in den ersten Handelsminuten zwar an, fiel im Tagesverlauf aber um 2,4 Prozent auf 8367 Punkte, bevor er schließlich wieder leicht ins Plus drehte. Auch der Nasdaq Composite gab erst 1,6 Prozent nach, drehte dann aber ebenfalls wieder zwei Prozent ins Plus. Der Euro wurde am Abend zu 1,34 Dollar leichter gehandelt, nachdem die Europäische Zentralbank am Nachmittag einen Referenzkurs von 1,35 Dollar festgestellt hatte.
Stärkster Verlierer im Dax waren Deutsche Post mit einem Minus von 14,1 Prozent auf 9,97 Euro. Deutsche Börse gaben 12,1 Prozent auf 51,00 Euro ab. BASF fielen um 9,0 Prozent auf 23,96 Euro. Stärkster Gewinner waren auf der anderen Seite Infineon , die sich mit einem Plus von 5,6 Prozent auf 2,56 Euro nach den Vortagesverlusten leicht erholen konnten. Volkswagen stiegen um 2,0 Prozent auf 398,84 Euro. Der Konzern hatte eine Preiserhöhung bei den Pkw angekündigt.
Im TecDax führten Q-Cells mit einem Abschlag von 11,7 Prozent auf 31,84 Euro die Verlierer an. Auch andere Solarwerte wie Phoenix Solar , Centrotherm , Solarworld und Conergy standen unter Druck. Die Gewinner wurden von Versatel mit einem kleinen Plus von 0,9 Prozent auf 10,18 Euro angeführt.
sam/ddp