Börsen-Hoch: Dax und Dow legen deutlich zu - DER SPIEGEL
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Börsen-Hoch Dax und Dow legen deutlich zu

Zehn Prozent für den Dax, immerhin fünf Prozent für den Dow - deutsche und amerikanische Leitindizes haben am Montag kräftige Gewinne verbucht. Beide profitieren von dem geplanten Rettungspaket für die US-Bank Citigroup.
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Frankfurt am Main/New York - Die deutsche wie die amerikanische Börse profitieren derzeit von hoffnungsvollen Nachrichten aus den USA. So legte der Dax am Montag deutlich zu: Zum Handelsschluss stand der Leitindex bei 4554 Punkten - ein Plus von rund zehn Prozent. Auch MDax  und TecDax  schlossen mit deutlichen Gewinnen. Die US-Börsen haben am Montag - gestützt auf eine weitere staatliche Hilfe für die Citigroup - ebenfalls kräftige Gewinne verbucht. Der Leitindex Dow Jones schloss mit plus 4,93 Prozent auf 8443,39 Punkten. Zeitweise tastete er sich sogar bis auf 8600 Punkte heran, konnte dieses Niveau aber nur kurz halten.

Für den marktbreiten S&P- 500-Index ging es um 6,47 Prozent auf 851,81 Zähler nach oben. An der Nasdaq Composite  stieg der Composite-Index um 6,33 Prozent auf 1472,02 Punkte. Der Nasdaq Stock Market 100   legte ebenfalls um 6,33 Prozent auf 1154,34 Punkte zu.

Die Titel der Citigroup   schossen nach ihren massiven Verlusten der Vorwoche um 57,82 Prozent auf 5,95 US-Dollar nach oben. Die US-Regierung eilt der stark angeschlagenen Großbank mit einer weiteren Kapitalspritze über 20 Milliarden Dollar sowie einer Bürgschaft zu Hilfe. "Summe und Umfang sehen riesig aus", sagte ein Börsianer in einer ersten Reaktion. Er frage sich aber, ob das bedeute, dass andere Finanzhäuser auf Hilfen in ähnlicher Höhe hoffen könnten.

Auch die Nominierung des New Yorker Fed-Chefs Timothy Geithner als künftiger Finanzminister der USA sorgte für Zuversicht unter den Anlegern. Das US-Rettungspaket wurde unter Beteiligung Geithners geschnürt. "Das ist der richtige Mann zur richtigen Zeit auf der richtigen Position", sagte ein Händler. "Er gilt als Pragmatiker, der auf die Anforderung der Märkte reagiert." Zudem halfen Spekulationen über ein Konjunkturprogramm, mit dem Barack Obama im Januar seine Amtszeit einläuten könnte.

Auch die Titel der Konkurrenten zogen kräftig an. Bank of America  - Aktien legten um 27,20 Prozent auf 14,59 Dollar zu, für JPMorgan ging es um 21,39 Prozent auf 27,58 Dollar nach oben, und American Express-Aktien  kletterten um 13,32 Prozent auf 21,18 Dollar.

Ölwerte waren dank des sich etwas erholenden Ölpreises gefragt. So zogen die Aktien von Chevron   um 5,41 Prozent auf 74,30 Dollar an. Für ExxonMobil-Papiere ging es um 3,94 Prozent auf 78,80 Dollar hoch.

Aktien von Hewlett-Packard   gewannen vor endgültigen Quartalszahlen 3,06 Prozent auf 35,70 Dollar. Die Titel von Xerox   stiegen um 17,90 Prozent auf 6,19 Dollar. Der US-Druck-Spezialist rechnet für das Geschäftsjahr 2009 mit einem operativen Ergebnis zwischen 1,4 und 1,7 Milliarden US-Dollar und erfüllte damit die Erwartungen der Analysten.

In der zweiten Reihe kletterten Omrix um 17,16 Prozent auf 24,79 Dollar. Der US-Konsumgüterhersteller Johnson & Johnson   will sein Diagnostik- und Medizintechnikgeschäft stärken und wird daher Omrix für rund 438 Millionen Dollar übernehmen. Die Aktien von J&J stiegen um 1,30 Prozent auf 59,11 Dollar.

Die Aktien des Suppenherstellers Campbell Soup verloren nach Zahlen zum ersten Geschäftsquartal 7,58 Prozent auf 33,52 Dollar. Händler führten den enttäuschenden Ausblick auf den Gesamtjahresgewinn als Grund für die Verluste an.

Am Rentenmarkt fielen richtungsweisende zehnjährige Staatsanleihen um 28/32 auf 103 14/32 Punkte. Sie rentierten mit 3,340 Prozent. Der Kurs des Euro stieg unterdessen wieder über die Marke von 1,29 Dollar und kostete zuletzt 1,2910 Dollar.

Gute Stimmung trotz schlechter Ifo-Prognose

In Deutschland trübte Auch der unerwartet deutliche Rückgang des Ifo-Indexauf den niedrigsten Stand seit Februar 1993 die Stimmung an den Märkten zunächst nicht. Ein Börsianer sagte, man habe mit schlechten Werten gerechnet. Zudem sorgten die Ifo-Werte nochmals für Zinssenkungsphantasie in der Euro-Zone.

Die Stammaktien von Volkswagen  verzeichneten als einziger DAX-Wert ein Minus - sie verbilligten sich um rund neun Prozent. Händler verwiesen auf einen Kurssprung in der Schlussauktion am Freitag, der wohl mit dem Verfall von Optionen zusammengehangen habe und nun wieder korrigiert worden sei.

Mit Blick auf die Citigroup blieben vor allem Finanzwerte im Fokus der deutschen Börsianer. Hypo Real Estate  legte um über 20 Prozent zu. Auch Deutsche-Bank-Papiere  und Allianz-Aktien  verbuchten satte Kurszuwächse in ähnlicher Größenordnung. Zu den Favoriten zählten zudem einige jüngst mehr und mehr aus der Anlegergunst gefallene Standardwerte. So verteuerte sich die Deutschen Post  um über 18 Prozent, der Nutzfahrzeughersteller MAN  gewann rund 16 Prozent

Zum Tagessieger im MDax avancierte Premiere  . Die Aktien des Pay-TV-Kanals verteuerten sich um über 30 Prozent. Grund dafür: Die von Silvio Berlusconi kontrollierte Fininvest ist bei dem Bezahlsender eingestiegen und hielt zum 14. November 3,134 Prozent der Premiere-Stämme. Ein Händler sagte: "Es sorgt natürlich für Phantasie, dass bei Premiere jetzt mit Rupert Murdoch und Silvio Berlusconi zwei Milliardäre mit von der Partie sind."

flo/suc/Reuters/AP/dpa-AFX