Börsen im Sturzflug: Nasdaq fällt unter Terror-Tief - DER SPIEGEL
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Börsen im Sturzflug Nasdaq fällt unter Terror-Tief

Der technologielastige Nasdaq-Index ist am Montag zeitweise unter die Tiefstände nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 gefallen. Während sich die Panik an der Wall Street in Grenzen hält, kommt es in Frankfurt erneut zu einem Kursdebakel. Erst am späten Abend erholen sich die US-Börsen.
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New York - "Wir nähern uns dem Boden... Ich erwarte, dass die Tiefs vom September halten", schreibt Morgan Stanleys Aktienstratege Barton Biggs in seiner jüngsten Analyse. Weit gefehlt: Negative Stellungnahmen zum Wachstum des Technologiesektors und Herabstufungen durch einflussreiche Investmentbanken haben den Nasdaq-Index am Montag tiefer gedrückt, als es die Terroranschläge auf das World Trade Center vermochten.

Der Nasdaq Composite verlor bis 18.30 Uhr um 1,4 Prozent auf 1.420 Punkte. Am 21. September hatte der Index bei 1.423,19 Punkten geschlossen. "Trotz positiver Konjunktursignale belasten zurückhaltend bis schlechte Unternehmensnachrichten weiter die Kurse", sagte ein Händler in New York.

Jahrestiefs bei US-Bluechips, Gemetzel in Frankfurt

Auch die Standardwerte bezogen Prügel: Der Dow Jones Industrials gab 1,4 Prozent auf 9123 Punkte nach. Der marktbreite Standard & Poor's 500 lag 1,5 Prozent bei 974 Zählern im Minus. "Bei den Unternehmensgewinnen gibt es keine Lebenszeichen. Das Thema Bilanzen liegt immer noch schwer auf den Märkten," sagte Matthew Johnson, Geschäftsführender Direktor der Handelsabteilung bei Lehman Brothers. Die Schwäche des Dollar sowie Sicherheitsbedenken würden das Vertrauen der Investoren ebenfalls untergraben.

In Frankfurt gab es am Abend kein Halten mehr; der Dax näherte sich zügig der Marke von 4000 Punkten. Der allgemeine Ausverkauf an den europäischen Börsenplätzen hatte am Montag auch alle 30 Standardwerte im Dax in die Verlustzone getrieben. Am Neuen Markt fiel der Nemax 50 zeitweise um 5,1 Prozent auf 589 Punkte, den niedrigsten Stand seit Eröffnung des so genannten Wachstumssegments.

Gegenreaktion am Dienstag?

Erst in den letzten Handelsminuten konnten Dax und Nemax ihre Verluste reduzieren, der Dax schloss 2,5 Prozent und der Nemax 50 1,7 Prozent schwächer. Die Trendwende an den US-Börsen kam kurz nach 19 Uhr: Bis 21 Uhr kletterten Dow Jones und Nasdaq deutlich ins Plus, so dass auch an den deutschen Börsen bereits am Dienstag eine kräftige Gegenreaktion möglich ist. "Die Verlierer von heute sind morgen wieder für Gewinne gut", sagte ein Händler. "Die Indizes bleiben jedoch angeschlagen - es ist ein Tanz auf dünnem Eis".

"Ich glaube, vielerorts gibt es bereits eine Art Panik", fügte ein weiterer Händler hinzu. Viele Großanleger lösten erst einmal ihre Depots auf oder reduzierten zumindest den Anteil zugunsten anderer Wertpapiere. Ohne dass sich die Konjunktur stark verändert habe, sei der Dax seit Mitte Mai um 1000 Punkte gefallen. Die ersten Experten sähen das Börsenbarometer inzwischen bereits bei 3800 Punkten.