Börsen-Kursrutsch Dow steht für "down, down, down"
New York/Tokio/Frankfurt am Main - Nach drastischen Kursverlusten in Europa haben die Aktien am Montag auch an der Wall Street mit deutlichen Kursabschlägen geschlossen. Waren es in der Vorwoche Konjunkturdaten, die missfielen, folgten zu Wochenbeginn neue Negativnachrichten: Der Einkaufsmanagerindex ISM für den Dienstleistungssektor war unerwartet stark gesunken. Bis Börsenschluss verlor der Dow Jones 3,24 Prozent auf 8043 Punkte, der Nasdaq Composite stand bei 1206 Punkten und damit 3,36 Prozent unter dem Vortagesniveau.
Trübe Aussichten in der Technologiebranche verhagelten die Stimmung: Die Investmentbank Salomon Smith Barney sieht die für das nächste Jahr in Aussicht gestellte kräftige Erholung des Halbleitermarktes in Gefahr. Die Papiere des Chipherstellers National Semiconductor sanken um 6,52 Prozent auf 15,78 Dollar. UMC verbilligten sich um 10,50 Prozent auf 4,12 Dollar. Auch die Titel der Hardware-Branche standen auf den Verkaufslisten. Lehman Brothers hatte zudem zahlreiche Computerhersteller herabgestuft. Die Erholung der IT-Branche werde sich weiter verzögern, begründeten die Analysten ihre Bewertungen. IBM sackten 2,78 Prozent auf 65,99 und Hewlett-Packard 5,47 Prozent auf 12,10.
Gute Nachrichten wollte an der Wall Street niemand hören: Der weltgrößte Konsumgüter-Konzern Procter & Gamble steigerte den Gewinn im vierten Quartal zwar dank eines deutlich gestiegenen Absatzes bei Gesundheits- und Kosmetikprodukten stärker als erwartet. Im schwachen Gesamtmarkt verlor die Aktie dennoch 2,67 Prozent und war für 87,44 Dollar zu haben.
Schlecht lief es auch für die Aktien der Bank JP Morgan Chase, nachdem die Investmentbank Lehman Brothers das Kursziel für den Titel von 39 auf 31 US-Dollar zurückgenommen hatte. Die Begründung: Die schwachen Kapitalmärkte als ehemaliger Haupt-Gewinnmotor machten der Bank - aber auch der Konkurrenz um die Citigroup - schwer zu schaffen. Das Handelsergebnis lasse nach und die Geschäfte mit Fusionen und Übernahmen brächten weniger ein als in der Vergangenheit. Die Aktie der amerikanischen Großbank rutschte um 6,29 Prozent ins Minus und kostete noch 22,35 Dollar. Die Anteilsscheine der Citigroup verbilligten sich gleichzeitig um 7,22 Prozent auf 28,65 Dollar.
Am Dienstagvormittag hat die Börse auch in Tokio in Folge der negativen Vorgaben aus den USA schwere Verluste verbucht. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte notierte zur Handelsmitte ein Minus von 220,09 Punkten oder 2,27 Prozent beim Zwischenstand von 9484,84 Punkten. Der breit angelegte Topix sackte um 17,03 Punkte oder 1,78 Prozent ab und notierte mit 938,33 Zählern.
Der Deutsche Aktienindex Dax hatte am Montag 5,5 Prozent auf 3338 Punkte verloren, während der Nemax 50 um 6,7 Prozent auf ein Allzeittief bei 483 Punkten nachgab. Der MDax der mittelgroßen Aktiengesellschaften fiel um 2,8 Prozent auf 3306 Punkte.
"Es fehlt jeglicher Impuls, Aktien zu kaufen", hatte ein Wertpapierhändler in Frankfurt gesagt. Zudem sei eine Reihe von Dax-Werten charttechnisch angeschlagen. "Da ist noch viel Luft nach unten."