Börsen-Minus Bloß weg mit den Bank-Aktien
Frankfurt am Main Die Deutsche Bank verlor 2,1, die Postbank sogar 4,8 Prozent. "Man will nichts haben, wo Bank drauf steht", sagte ein Börsianer. Dabei werde kaum noch zwischen den einzelnen Geldhäusern unterschieden. "Die Finanzwerte werden geprügelt, egal wie stark sie in die Subprime-Krise verwickelt sind", sagte Händler Peter Lüdke vom Bankhaus Merck Finck. Bei insgesamt schwachen Umsätzen schloss der Dax am Montag 0,5 Prozent in Minus bei 7807 Punkten.
Am Wochenende hatte die Citigroup nach dem Rücktritt ihres Chefs Charles Prince weitere elf Milliarden Dollar an Abschreibungen aus dem Hypothekengeschäft angekündigt. Zudem korrigierte das Institut seinen erst vor kurzem bekanntgegebenen Gewinn im dritten Quartal nach unten. Händler in Frankfurt sprachen von "Sippenhaft für Banken." Es werde gerätselt, ob das eine oder andere Institut nicht doch noch "eine Leiche im Keller" habe.
Die Postbank war mit ihrem Minus der Verlierer des Tages. "Man erwartet am Markt von der Postbank ein klares Signal unabhängig vom Verlauf des operativen Geschäfts", sagte ein Börsianer mit Blick auf die für Freitag angekündigte Veröffentlichung der Quartalszahlen. Verkauft wurden auch die Aktien von Hypo Real Estate , die 2,9 Prozent verloren. Glimpflicher davon kamen die Papiere der Commerzbank mit einem Minus von 1,1 Prozent. Die zweitgrößte Bank Deutschlands will ihre Quartalszahlen morgen vorlegen.
Die Aktien der Münchener Rück verloren 1,8 Prozent, obwohl der weltweit zweitgrößte Rückversicherer für das dritte Quartal einen Gewinnsprung ausgewiesen hatte. Zudem hatte Finanzvorstand Jörg Schneider erklärt, aus der US-Subprime-Krise erwüchsen dem Konzern keine weiteren Belastungen.
Unter Druck gerieten mit einem Minus von 2,1 Prozent auch die Volkswagen -Aktien. Händler führten das auf Spekulationen zurück, wonach Porsche seinen Anteil an dem Wolfsburger Autokonzern erst später aufstocken könnte. "Da kommt ein bisschen Fantasie aus dem Markt raus und der VW-Kurs ist schon recht ambitioniert", sagte ein Händler.
Gegen den Trend schlossen Siemens -Titel 1,1 Prozent im Plus. Analysten von UniCredit zufolge könnte der Konzern im mittleren Management im Zuge des Konzernumbaus Stellen abbauen. Am Tag vor der Bekanntgabe von BMW -Quartalszahlen waren die Aktien des Münchener Autoherstellers gefragt, die 1,3 Prozent höher schlossen.
EADS und Solarworld unter Druck
Im MDax gerieten vor allem die EADS -Titel unter Druck und schlossen 3,8 Prozent tiefer. Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern muss wegen Verzögerungen beim Bau des Militärtransporters A400M milliardenschwere Rückstellungen bilden und rückt daher von seinen Gewinnprognosen ab. Unter Gewinnmitnahmen litten die Symrise -Titel, die vier Prozent verloren.
Im TecDax gaben die Aktien von Solarworld nach der Veröffentlichung des Zwischenberichts bis zu sechs Prozent nach, obwohl Vorstandschef Frank Asbeck in einem Reuters-Interview eine deutlichere Dividendenerhöhung ankündigte und die WestLB ihr Kursziel erhöhte. "Es gab Enttäuschung bei vielen Anlegern, die mehr erwartet hatten", sagte ein Börsianer. Im Jahresverlauf zählen die Solarworld-Papiere zu den größten Gewinnern im TecDax.
itz/Reuters