Börsen weltweit: Nikkei eingebrochen - DER SPIEGEL
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Börsen weltweit Nikkei eingebrochen

Die Terrorserie in den USA versetzt die Weltbörsen in einen Schockzustand. Tokio schloss mit einem dicken Minus. Die Frankfurter Börse, an der auch eine Bombendrohung eingegangen ist, hatte bereits um 19.15 Uhr den Handel eingestellt.
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Frankfurt am Main/Tokio - Der Nikkei-Index fiel am Mittwochmorgen binnen weniger Minuten unter 10.000 Punkte, zum Börsenschluss notierte er mit 6,6 Prozent im Minus bei 9610 Punkten. Allein die Aktien des Unterhaltungselektronikkonzerns Sony gaben im Morgenhandel um fünf Prozent auf 4730 Yen nach. Sony ist stark vom US-Markt abhängig.

Die Börse hatte den Handel wegen der Anschläge mit halbstündiger Verspätung eröffnet. Der japanische Finanzminister Masajuro Shiokawa erklärte, er rechne mit negativen Auswirkungen der Attentate auf die gesamte Weltwirtschaft. Die wichtigsten Wirtschaftsnationen müssten zusammenstehen, um die "Auswirkungen der Tragödie" zu überwinden.

Panikverkäufe in Hongkong

An der Börse in Hongkong fiel der Hang Seng kurz nach Eröffnung bereits um über sieben Prozent auf 9659 Zähler. "Was wir hier sehen, sind Panikverkäufe, allerdings nicht in so großem Ausmaß, wie ich erwartet hatte", sagte Alex Wong, Leiter der Analyse-Abteilung der OSK Asia Securities. "Aber ich erwarte keine nachhaltige Erholung von hier."

Die Aktien an den europäischen Börsenplätzen waren am Vortag nach der Attentat-Serie in den USA abgestürzt. Die Börsen an der New Yorker Wall Street, die in der Nähe des zerstörten World Trade Centers liegt, bleiben auch am Mittwoch geschlossen. In Frankfurt fiel der Deutsche Aktienindex bis zur Einstellung des Handels um 19.15 Uhr um 8,5 Prozent (minus 396 Punkte) und schloss bei 4273 Zählern. Der Nemax 50 gab 7,8 Prozent auf 841 Zähler nach.

Händler äußerten wenig Verständnis dafür, dass die Deutsche Börse den Handel erst Stunden nach den Attentaten unterbrochen hat. Drastische Kursverluste waren auch in London, Paris und den anderen europäischen Börsenplätzen zu beobachten.

Am stärksten betroffen waren im Dax die Aktien der Banken und Versicherer. Die Titel der Münchner Rück   und der Allianz   gaben jeweils rund 15 Prozent nach. Ein Händler beschrieb dies als typische Reaktion an den Finanzmärkten auf eine solche Katastrophe: Noch sei unklar, inwieweit die Versicherer durch die noch nicht absehbaren Schäden betroffen werden.

Die Aktien der Deutschen Bank, die ebenso wie die anderen großen Geldhäuser Büros im World Trade Center gemietet hatten, gaben ebenfalls zweistellig nach. Alle Dax-Werte notierten im Minus. Volkswagen   und Bayer   verzeichneten noch die geringsten Verluste. Die Lufthansa   hat alle Flüge in die USA eingestellt. Die Aktie der Fluglinie geriet besonders stark unter Druck.

Notenbank sichert Liquidität zu

Die Attentate in New York haben die Finanzmetropole im Herzen getroffen. Die US-Notenbank erklärte, sie werde notfalls weitere Liquidität bereit stellen, um ein weiteres Funktionieren der Finanzplätze sicherzustellen.

Euro und Ölpreise legen deutlich zu

Der Euro hat deutlich zugelegt und wurde mit 0,9149 Dollar gehandelt. "Immer dann, wenn es in einem Land Anschläge oder Katastrophen dieser Art gibt, flüchten die Anleger aus der Währung des betroffenen Landes", erklärte ein Händler die Schwäche des Dollar. Zugleich sprang der Preis für Rohöl um mehr als zehn Prozent nach oben.

Goldpreise steigen deutlich

Der Goldpreis ist nach den Attentaten in den USA deutlich gestiegen. Um 16.00 Uhr (MESZ) kostete die Unze Gold 285,15 Dollar; einem Plus von mehr als fünf Prozent gegenüber den Kursen vor den Anschlägen. Um 14.00 Uhr kostete die Unze Gold noch 271,7 Dollar.