Börsenauftakt Finanzwerte drücken Dax ins Minus
Händler in Frankfurt am Main: Nervöse Stimmung an den Börsen
Foto: DDP"Der Kursrutsch kommt aus dem Bankenbereich", sagte ein Händler. "Man konnte kaum denken, dass alles vorbei ist. Nichts ist gelöst", klagte ein weiterer Börsianer. Marktteilnehmern zufolge wurden die deutschen Finanzwerte von einem BBC-Bericht belastet, wonach drei britische Banken um staatliche Hilfe gebeten hätten.
Zudem lasteten Händlern zufolge Gerüchte um eine Kapitalerhöhung bei der Deutschen Bank auf dem Markt. In Finanzkreisen wurden diese Spekulationen aber als "völliger Unsinn" bezeichnet. Deutsche-Bank-Aktien rutschten in der Spitze um mehr als 15,4 Prozent ab, die Papiere des Konkurrenten Commerzbank gaben ebenfalls nach.
Zuvor hatten bereits die Börsen in Asien ihre Talfahrt fortgesetzt. Der Nikkei-Index der Börse in Tokio stürzte zeitweise um fünf Prozent ab und rutschte erstmals seit fast fünf Jahren unter die Schwelle von 10.000 Punkten. Zum Schluss der Morgensitzung lag das wichtigste Börsenbarometer in Asien wieder bei 10.148,46 Punkten - das waren 324,63 Zähler oder 3,1 Prozent weniger als am Montag. Zu den größten Verlierern zählten die Autohersteller Mitsubishi, Nissan und Toyota.
Die US-Börsen hatten sich am Vortag nach einem desaströsen Handelsverlauf - teilweise lag der Dow Jones um 800 Punkte im Minus - zum Schluss wieder etwas gefangen. Der Dow Jones schloss 3,6 Prozent niedriger bei 9955 Zählern und beendete das Geschäft damit erstmals seit Oktober 2004 unter 10.000 Punkten. Der S&P-500-Index rutschte 3,9 Prozent auf 1056 Zähler, dem niedrigsten Stand seit Dezember 2003.
Im Blick der deutschen Börsianer werden im Handelsverlauf die am Mittag erwarteten Daten zum Auftragseingang der Industrie stehen. "Durch das Zahlenwerk wird sich vermutlich zeigen, dass die Finanzkrise negative realwirtschaftliche Auswirkungen hat", erklärte Helaba-Analyst Christian Schmidt.
suc/dpa-AFX/Reuters/AFP