Börsenauftakt Freundlicher Start
Frankfurt am Main - Die ersten abgewickelten Aufträge trieben den Dax um 0,3 Prozent auf 6297 Zähler, während der M-Dax sich bei 4766 Zählern unverändert zeigte. Für die Werte im Nemax 50 ging es um 1,4 Prozent auf 1923 Punkte nach oben.
Ein Frankfurter Händler rechnete nicht mit großen Transaktionen. "Umsatz ist gar keiner da, und es wird so trostlos bleiben", sagte er. Viele Investoren überbrückten den Freitag mit einem Urlaubstag. Zudem stünden die Börsianer vor einem langen Wochenende, weil am Montag in New York und London nicht gehandelt werde.
Die Vorgaben aus New York sind uneinheitlich. Zwar kletterten die US-Börsen in der letzten Handelsstunde ins Plus, doch wurde die Rede von Alan Greenspan noch nicht eingepreist. Der Chef der US-Notenbank sprach am Donnerstagabend vor Vertretern der Wirtschaft in New York.
Greenspan geht davon aus, dass die bisherigen fünf Zinssenkungen demnächst greifen werden. Gleichzeitig warnte er, dass die Periode des verlangsamten Wachstums nicht vorüber sei. Die Konjunktur sei noch immer nicht frei von dem Risiko, dass die Flaute doch größer sei als erwartet. In diesem Zusammenhang stellte der Fed-Chef weitere Zinssenkungen in Aussicht.
Greenspan äußerte sich zwar besorgt über die nächsten Monate, aber es gibt seiner Meinung nach auch genug Belege dafür, dass die amerikanische Wirtschaft momentan lediglich "eine Pause bei den Investitionen" durchlaufe. Die gegenwärtige Produktivität liege deutlich über dem Niveau der beiden Jahrzehnte vor 1995.
Der Dow Jones ging am Donnerstag mit einem kleinen Plus von 0,15 Prozent aus dem Handel, auf einem Stand von 11.122 Punkten. Die Nasdaq ging mit einem Plus von 1,72 Prozent aus dem Handel, auf einem Stand von 2282 Punkten. Damit konnte der Technologieindex zum siebten Mal in acht Börsensitzungen Gewinne verbuchen.
Warten auf die CoBRa
In Frankfurt steht ein nachrichtenarmer Handelstag an. Für Unruhe könnte jedoch die Commerzbank sorgen, die zur Hauptversammlung lädt. Das Management der Bank sollte nach Ansicht von Branchenkennern in der Lage sein, die Annahme der verschiedenen Anträge der CoBRa durch die Aktionäre zu verhindern. Eine Niederlage für den Vorstand der Commerzbank sei allerdings nicht ausgeschlossen, hieß es.
Die CoBRa avancierte im Mai vergangenen Jahres zum größten Einzelaktionär der Commerzbank. Für die anstehende Hauptversammlung will die CoBRa laut Tagesordnung über drei Punkte abstimmen lassen: Ein Misstrauensvotum gegen das Management der Commerzbank, eine Sonderuntersuchung der Kapitalerhöhung im vergangenen Jahr sowie ein Verzicht auf Kapitalerhöhungen, die keine Rücksicht auf Bezugsrechte bestehender Aktionäre nehmen.
Schwacher Handel in Tokio
Die asiatische Leitbörse in Tokio hat im Handelsverlauf Verluste verzeichnet. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte sank um 67,21 Punkte oder 0,5 Prozent und notierte zur Handelsmitte bei 13.828 Punkten. Der marktbreitere Topix sank um 3,49 Punkte auf den Stand von 1362 Punkte.
Gerüchte stützen den Euro
Der Kurs des Euro hat am Freitagmorgen geringfügig fester tendiert. Der Euro egalisierte damit wieder einen Teil der Verluste aus dem späten New Yorker Handel. Die Europäische Gemeinschaftswährung notierte um 7.20 Uhr bei 0,8584 Dollar, nachdem sie am Vorabend für 0,8561 Dollar zu haben war. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 0,8604 Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 2,2732 Mark.
Die Verluste am Vorabend hatten Händler damit erklärt, dass die seit mehreren Tagen erwartete Marktintervention durch die EZB nicht eingetroffen war. Die geringfügige Aufwärtstendenz am Freitagmorgen sei mit neuen Hoffnungen auf eine Intervention begründet, sagten Händler. "Wenn die EZB überhaupt an einer Intervention interessiert ist, um dem Euro beizuspringen, dann ist es jetzt höchste Zeit dafür", sagte der Analyst Yasuji Yamanaka von Nikko Trust & Banking.