Börsenauftakt: Spannung bei Autowerten - DER SPIEGEL
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Börsenauftakt Spannung bei Autowerten

Nach guten Vorgaben von den US-Börsen sind auch die deutschen Standardwerte mit Kursgewinnen in den Tag gestartet. Spannend könnte es für die Autowerte werden. Denn die US-Autokonzerne melden schwache Absatzzahlen für den Monat April.
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Frankfurt am Main – Der Dax legte in den ersten Handelsminuten um 0,13 Prozent auf 6272 Punkte zu. Am Neuen Markt sprang der Nemax 50 um 4,64 Prozent auf 1955 Zähler. Die Aktie der Deutschen Post, die heute ihre Bilanz vorlegt, bildete das Schlusslicht im Dax. Das Papier des Herstellers elektronischer Bauelemente Epcos führte hingegen die Liste der Gewinner an.

Der Feiertag am 1. Mai verordnete dem Aufschwung an den deutschen Börsen eine kurze Zwangspause. Die Vorgaben für den Handelstag am Mittwoch sind gut. Die US-Börsen schlossen gestern klar im grünen Bereich. Die Industriewerte im Dow Jones legten durchschnittlich um 1,5 Prozent auf 10.898 Punkte zu. Die US-Technologiebörse Nasdaq konnte nach einem schwachen Start noch mit knapp 2,5 Prozent auf 2168 Zähler zulegen.

Interessant dürfte heute der Handel bei den Dax-Autowerten werden. Denn die drei US-Autokonzerne Ford, General Motors und die DaimlerChrysler-Tochter Chrysler meldeten für April Umsatzrückgänge im zweistelligen Bereich. Die Absatzzahlen lagen unter den Erwartungen der Analysten. Dagegen konnten die amerikanischen Tochterfirmen von BMW und Porsche weiter zulegen. Die Aktie von GM konnte sich am Dienstag behaupten. DaimlerChrysler kletterte um ein Prozent, Ford fiel um vier Prozent zurück.

Zum Zahlen-Rapport muss heute Deutsche Post-Vorstandschef Klaus vom Zumwinkel. Experten gehen davon aus, dass der Gelbe Riese nach Rekordzahlen im vergangenen Jahr auch im ersten Halbjahr 2001 Umsatz und Ertrag steigern werde. Zumwinkel kündigte unlängst an, bald nur noch 50 Prozent des Gewinns mit dem auch in Zukunft monopolisierten Briefbereich erwirtschaften zu wollen. Die andere Hälfte soll aus den Bereichen Express und Logistik kommen. Die weltweite Vernetzung der bislang getrennt auftretenden Tochterfirmen soll angepackt und ihre Potenziale ausgeschöpft werden. Dies soll der schwächelnden Aktie Gelb mittelfristig auf die Beine helfen. Denn die Volksaktie bereitete den Investoren bislang wenig Freude. Das Papier dümpelt immer noch unter seinem Ausgabepreis.

Am Neuen Markt werden die beiden Schwergewichte Intershop und Singulus Quartalszahlen vorlegen. Während bei Singulus die Talfahrt gestoppt scheint, äußern die Analysten bei Intershop Zweifel an dem längerfristigen Geschäftsmodell.

Experten erwarten bei Singulus im ersten Quartal 2001 ein verglichen mit dem Vorjahresquartal rückläufiges Ergebnis. Analysten von SES-Research erwarten ein Ebit von 9,6 (14,5) Millionen Euro, einen Umsatzrückgang auf 52,5 (54,7) Millionen Euro sowie einen Quartalsüberschuss von 5,9 (7,4) Millionen Euro. Experten von Sal. Oppenheim rechnen ebenfalls mit einem Ebit-Rückgang auf 10,5 Millionen Euro, erwarten aber einen Anstieg beim Nettoumsatz auf 54 (51,6) Millionen Euro.

Im Mittelpunkt der für heute geplanten Vorlage der Quartalszahlen von Intershop steht aus Analystensicht eher die Gesamtjahresprognose. Der vom Unternehmen für das vierte Quartal geplante Breakeven ist in den Augen von Analyst Felix Ellmann von SES Research nur Spekulation, an deren Erreichen er nicht glaubt. Bislang sei bei Intershop keine Trendwende erkennbar. So wäre man einen großen Schritt weiter, wenn der Vorstand darlegen würde, wie die Pläne in die Tat umgesetzt werden sollen.

Geschäftszahlen werden überdies die Neue-Markt-Unternehmen IDS Scheer und SAP Systems Integration (SAP SI) vorlegen. Nach ersten Ad-hoc-Meldungen vom Morgen konnte SAP SI mit 60,1 Millionen Euro den Umsatz gegenüber dem 4. Quartal 2000 (56,6 Millionen Euro) weiter steigern. Verglichen mit dem 1. Quartal des Vorjahres (36,4 Millionen Euro) habe die Umsatzsteigerung sogar 65,1 Prozent betragen.

Das Ergebnis vor Goodwill-Abschreibungen habe mit 8,8 Millionen Euro mehr als doppelt so hoch wie im Vergleichsquartal des Vorjahres (3,4 Millionen Euro) gelegen, teilte das Unternehmen weiter mit. Das Konzernergebnis nach Steuern lag bei minus 5,7 Millionen Euro nach minus 9,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Je Aktie ergab sich im Quartal ein Konzernergebnis vor Goodwill-Abschreibung von 0,16 Euro (2000: 0,06 Euro), nach Goodwill-Abschreibung von minus 0,16 Euro (2000: minus 0,26 Euro).

Die asiatische Leitbörse in Tokio zeigte sich am Mittwoch schwächer. Der Nikkei verlor rund 0,3 Prozent auf 14.383 Punkte.