Börsenauftakt Verschnaufpause in Frankfurt
Frankfurt am Main - Der Dax büßte in den ersten Handelsminuten leicht um 0,25 Prozent auf 5.713 Zähler ein. Die Wachstumswerte im Nemax 50 verloren rund 1,2 Prozent auf 1600 Punkte. Im DAX führten Infineon im frühen Handel das Feld der Verlierer an (minus 2,8 Prozent auf 43,55 Euro). Leichte Einbußen verzeichneten auch Siemens und SAP. Lufthansa litten weiterhin unter der Streikdrohung und hohen Tarifforderungen des Cockpitpersonals und verloren 2,2 Prozent auf 20,05 Euro.
Am Neuen Markt verzeichneten wie schon am Vortag ADVA Einbußen (minus 2,77 Prozent auf 9,14 Euro). Pixelpark verloren bei allerdings geringen Umsätzen 2,3 Prozent auf 7,10 Euro. Das Unternehmen hatte am Morgen über einen schlechteren Geschäftsverlauf als bislang erwartet berichtet. Auf der Gewinnerseite standen am Morgen erneut Biotechnologiewerte. So legten Qiagen gut drei Prozent auf 24,98 Euro zu, Morphosys 2,73 Prozent auf 80,89 Euro. Intershop zeigten sich nach den hohen Vortagesverlusten etwas erholt (plus 2,8 Prozent auf 4 Euro).
Nikkei leidet unter Gewinnmitnahmen
Gewinnmitnahmen hatten auch den Nikkei am Dienstag ins Minus gedrückt. Er am Dienstag 1,6 Prozent auf 13638 Punkte ein. Vor allem Hightechwerte wie NEC und Toshiba, die seit Freitag zweistellig zugelegt haben, standen unter Verkaufsdruck. Auch der Hang-Seng-Index in Hongkong tendierte am Morgen etwas schwächer.
Dennoch kehrt langsam etwas Zuversicht in den Markt zurück. Dax (plus 3,3 Prozent) und Nemax All Share (plus 5,4 Prozent) waren mit deutlichen Gewinnen in die neue Woche gestartet. Händler werten das Ausmaß der Gewinne vor allem als technische Reaktion auf einen überverkauften Markt. Bei vielen Analysten setzt sich aber die Einsicht durch, dass Chip- und Technologieaktien voraussichtlich das Schlimmste überstanden haben.
Das US-Investmenthaus Lehman Brothers hat gestern die Aktienquote in seinem Modellportfolio von 60 auf 70 Prozent erhöht. Vorher hatten bereits Goldman Sachs und Morgan Stanley Anlegern zu einer Erhöhung der Aktienquote geraten. Analysten in den USA erwarten für die Firmen des S&P-Indexes in der zweiten Hälfte des Jahres wieder steigende Gewinne. Doch im ersten und zweiten Quartal rechnen die Experten zunächst noch mit einem Gewinn-Rückgang um 7,5 beziehungsweise 5,4 Prozent.
Bilanzzahlen von BMW und e.on
Im Dax stehen heute e.on, BMW und Allianz im Mittelpunkt. Die Unternehmen geben heute ihre Bilanzzahlen für das Jahr 2000 bekannt. Der viertgrößte Energiekonzern Europas, e.on, steigerte im Jahr 2000 seinen Umsatz von 70 auf 93 Milliarden Euro, der Gewinn kletterte von 5 auf 6,8 Milliarden Euro. Experten erwarten weitere Informationen, wie der Düsseldorfer Konzern seine Energiesparte weiter ausbauen will.
Nach der Trennung der verlustreichen Tochter Rover ist der Gewinn bei BMW kräftig gestiegen. Während der Bilanzpressekonferenz dürften Marktbeobachter auf Grund der schwächelnden Autokonjunktur besonders auf den Ausblick des Konzerns für das laufende Geschäftsjahr achten. Bei der Vorlage der vorläufigen Zahlen für das abgelaufene Rekordgeschäftsjahr hatte BMW mitgeteilt, dass der Konzern "bei einem insgesamt konsolidierten Weltautomobil- und Motorradmarkt seine erfolgreiche Entwicklung bei Umsatz, Absatz und Ertrag fortsetzen" werde. Der Vorstandsvorsitzende Joachim Milberg wird nach Einschätzung von Marktbeobachtern Optimismus für 2001 verbreiten, nachdem das Unternehmen mit einem Plus von zehn Prozent bei den gut in neue Jahr gestartet ist.
Gerüchte über eine mögliche Übernahme der Dresdner Bank durch die Allianz hatten gestern der Dresdner-Bank-Aktie zu einem deutlichen Plus verholfen. Es gilt als unwahrscheinlich, dass der Versicherungskonzern Allianz während seiner heutigen Bilanz-Pressekonferenz auf diese Gerüchte eingeht.
Der Aufsichtsrat der Adam Opel AG wird heute den ehemaligen BMW-Manager Carl-Peter Forster zum neuen Vorstandsvorsitzenden wählen. Der amtierende Opel-Chef Robert Hendry erhält eine andere Position bei der amerikanischen Muttergesellschaft General Motors (GM).
Am Neuen Markt legen heute unter anderen D.Logistics, Heyde, IDS Scheer, Pfeiffer Vacuum und Pixelpark Zahlen vor. Von den im M-Dax notierten Unternehmen berichtet das Pharmaunternehmen Altana über das vergangene Geschäftsjahr.
Dow Jones über Unterstützungsmarke
Der Dow Jones hat am Montag mit einem Plus von 1,9 Prozent auf 9687 Zähler geschlossen und hat damit die charttechnisch wichtige Marke von 9665 Punkten überwunden. Nach Ansicht von technischen Analysten könnte der Index sich jetzt wieder in Richtung 10.000 Punkte bewegen. Die Technologie-Börse Nasdaq verlor 0,5 Prozent und beendete den Wochenanfang mit 1918 Punkten. Der S&P-500-Index zeigte leichte Kursgewinne und schloss 12,86 Punkte höher bei 1152.
Der Eurozeigte sich am Morgen fester bei 0,8952 Dollar. Die EZB hatte den Referenzkurs am gestrigen Mittag bei 0,8935 Dollar festgelegt. Die Spekulationen über eine baldige Zinssenkung der EZB gehen weiter.