Börsenausblick: 5000 Punkte nicht zu knacken - DER SPIEGEL
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Börsenausblick 5000 Punkte nicht zu knacken

Die drohende Pleite des US-Energiekonzerns Enron wird die Finanzmärkte offenbar noch länger belasten. Die Vorgaben der amerikanischen Börsen sind mäßig. Gute Absatzzahlen deutscher Autokonzerne in den USA könnten allerdings für Kurszuwächse sorgen.
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Hamburg - Die Vorgaben für den Handelstag am Dienstag sind bescheiden. Gute Konjunkturdaten haben die amerikanischen Börsen nicht bewegen können. Die drohende Pleite des US-Energiekonzerns Enron ließ Finanzwerte nachgeben, da Investoren um platzende Kredite fürchten. In den USA will Enron 4000 Stellen streichen. Auch 5000 Jobs in Europa sind in Gefahr. Vor diesem Hintergrund beschäftigte Anleger die bange Frage, ob noch weitere Firmenpleiten bevorstehen könnten.

Bei Technologiewerten hielten sich die Anleger zurück. Sie erwarten gegen Mitte der Woche neue Nachrichten von den Schwergewichten Sun Microsystems und Cisco Systems. Der Dow Jones schloss 0,9 Prozent schwächer auf 9763 Punkte. Die Technologiebörse Nasdaq gab 1,3 Prozent auf 1904 Zähler nach.

Für den Börsenbeginn in Frankfurt erwarten die Experten der Deutschen Bank auch nicht, dass der Dax die 5000-Punkte Marke knacken wird. Kursrelevante Unternehmensnachrichten sind am Morgen Mangelware. Einen Blick sollten Investoren allerdings auf die Autotitel werfen. Der Autoabsatz in den USA hat sich im November weiter von den Auswirkungen der Anschläge am 11. September erholt. Dank anhaltender Kaufanreize verzeichneten die weltweit führenden Hersteller General Motors (GM) und Ford im abgelaufenen Monat Verkaufssteigerungen, die allerdings deutlich unter den Rekordraten im Oktober lagen.

Unter den deutschen Autokonzernen setzten Volkswagen   , BMW   und DaimlerChrysler mit der Marke Mercedes-Benz in den Vereinigten Staaten mehr Fahrzeuge ab als im November 2000. Die US-Tochter Chrysler von DaimlerChrysler, Porsche und die VW-Tochter Audi hingegen wiesen Rückgänge auf.

Konjunkturdaten für den Euroraum erwartet

Volkswirte erwarten bei den für heute anstehenden Oktober- und November-Konjunkturdaten für den Euroraum erneut Hinweise auf eine weitere Verschlechterung der Wirtschaftsentwicklung. Laut Konsensprognose rechnen die Experten mit einem leichten Anstieg der Arbeitslosenquote im Oktober auf 8,4 (zuvor: 8,3) Prozent. Die Erzeugerpreise der Industrie werden sich nach Einschätzung der Experten im Oktober gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozent und gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,3 Prozent verringern.

Im September waren die Erzeugerpreise binnen Monatsfrist noch um 0,1 Prozent und auf Jahressicht um 0,7 Prozent gestiegen. Der Index der Wirtschaftsstimmung wird der Prognose zufolge im November auf einen Stand von 98,5 nach zuvor 99,1 sinken. Die Talfahrt in der Industrie im Euroland dauere an, begründen die Volkswirte der Commerzbank ihre Prognosen. Ihrer Meinung nach wird sich das Abwärtstempo aber allmählich verlangsamen. Auf dem Arbeitsmarkt werde die schwache Konjunktur allerdings ihre Spuren hinterlassen. Der Euro blieb im frühen Handel knapp unter der Marke von 89 US-Cent bei Kursen um 0,889 Dollar.

Japans Banken bangen um Kredite

Die asiatische Leitbörse in Tokio schloss fester. Der Nikkei legte 0,8 Prozent zu auf 10.452 Zähler. Als hätten die Banken in Japan nicht schon genug Probleme mit riskanten Unternehmenskrediten, gerieten die Titel der Kreditinstitute angesichts der Enron-Pleite zusätzlich unter Druck. Nahezu alle größeren Banken in Japan haben Ausstände bei Enron von jeweils bis zu 200 Millionen Dollar.