Börsenausblick: Absturz in Tokio - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Absturz in Tokio

Nach negativen Vorgaben aus Tokio haben die deutschen Aktienmärkte schwächer eröffnet. Der Nikkei hatte den zweitgrößten Punkteverlust des Jahres erlitten.
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Hamburg – Wo bleiben endlich die guten Nachrichten, die für eine wirklich nachhaltige Erholung der Aktienmärkte sorgen könnten? Diese Frage beantworten die Experten mit Blick auf die anstehende und verkürzte Handelswoche mit einem Achselzucken.

Der Dax verlor in den ersten Handelsminuten ein halbes Prozent, der Nemax 50 ging mit einem Minus von 3,1 Prozent in die Knie.

Tokio: Erneuter Einbruch

Die Vorgaben konnten nicht schlechter sein. Der Nikkei-Index stürzte um massive vier Prozent oder 542 Punkte auf 12.841,76 Punkte ab. Das ist der zweithöchste Punktverlust in diesem Jahr.

Viele der Hochtechnologiewerte standen weiterhin unter starkem Verkaufsdruck. Dazu zählten Sony, NEC, Fujitsu, und Advantest. Auch NTT DoCoMo mussten schwere Einbußen hinnehmen.

Händler nannten als Gründe die Enttäuschung über das von der japanischen Regierung am vergangenen Freitag vorgelegte Not-Konjunkturpaket sowie die negative Vorgabe der Wall Street.

Fondsmanager: "Übertreibung nach unten"

Dennoch gibt es Fondsmanager, die von einer "großen Übertreibung nach unten" sprechen. Der Boden sei längst erreicht. Sie raten cleveren Anlegern, jetzt selektiv einzusammeln. Dabei richten sie ihren Focus etwa auf Werte wie Aixtron, Teleplan, Technotrans oder Pfeiffer Vacuum.

Zu den Mutmachern zählt Gottfried Heller von Fiduka. Viele Aktien seien technisch bereinigt und fundamental so niedrig bewertet wie seit Jahren nicht mehr. Ein Comeback sieht der Experte für die arg geschundenen Technologiewerte. Ebenso dürften Finanzdienstleister, Banken, Versicherungen und Konsumtitel von einer Zinssenkung profitieren. "Es wird Zeit, dass die Pessimisten allmählich ins Lager der Optimisten wechseln", schreibt Heller in der "Welt".

Senkt EZB die Zinsen am Mittwoch?

Die schwachen Wachstumsaussichten in der Euro-Zone könnten EZB-Chef Wim Duisenberg am kommenden Mittwoch tatsächlich dazu bewegen, es seinem US-Kollegen Alan Greenspan gleich zu tun, und zum ersten Mal seit gut zwei Jahren die Leitzinsen zu senken - auch wenn Duisenberg es nach eigenen Aussagen nicht als seine dringlichste Aufgabe ansieht, Konjunktur und Aktienmärkte zu stützen.

Konjunkturprognose fällt schwächer aus

Doch der Druck auf den Notenbankchef nimmt zu. Nach übereinstimmenden Presseberichten vom Montag beurteilen die führenden Wirtschaftsforscher die konjunkturelle Lage in Deutschland zusehends pessimistischer. In dem erst morgen offiziell vorgestellten Frühjahresgutachten senken die Experten ihre Prognose für das laufende Jahr von 2,7 auf maximal 2,2 Prozent.

E.ON im Fokus der Börsianer

Im Mittelpunkt des Interesses dürften heute zunächst die Aktien von Energieversorgern stehen. E.ON hat angekündigt, die britische Powergen übernehmen. Den Aktionären des Unternehmens werde ein bedingtes Übernahmeangebot von 765 Pence (12,19 Euro) je Aktie unterbreitet, teilte E.ON am Montag ad hoc mit. Nach der erforderlichen behördlichen Genehmigung werde ein endgültiges Angebot erfolgen. Der Kaufpreis für 100 Prozent des Eigenkapitals beträgt 8,2 Milliarden Euro.

E.ON will sich nach eigenen Angaben noch stärker auf des Geschäft mit Energie konzentrieren. Alle Aktivitäten außerhalb dieses Bereichs würden abgegeben. Dazu zähle mittelfristig auch die Degussa AG. Die neue Spezialchemietochter war aus Degussa-Hüls und SKW Trostberg entstanden. Die Einnahmen sollen in das Kerngeschäft fließen.

Zahlen werden heute Jenoptik, Deutsche Hypothekenbank und TV Loonland vorlegen.

Farmatic Biotech betritt das Parkett

Nachdem mit Enro und Conergy am Freitag gleich zwei Unternehmen ihren Börsengang auf unbestimmte Zeit verschoben hatten, wagt sich heute dennoch Farmatic Biotech auf das Börsenparkett. Die Aktien kosten 17 Euro und liegen bereits am unteren Ende Preisbildungsspanne. Am Graumarkt kam das Papier allerdings kaum über 17 Euro hinaus. Wie Enro und Conergy ist auch Farmatic Biotech im Bereich regenerative Energien engagiert.