Börsenausblick: Aktien haben (noch) Oberwasser - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Aktien haben (noch) Oberwasser

Juniper Networks hebt die Stimmung im Hightechsektor. Die Rallye wird von dem Vertrauen auf eine erfolgreiche Militäraktion und von reichlich Liquidität getrieben.
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Frankfurt am Main - Die Technologiebörse Nasdaq baute gestern abend ihre Gewinne auf 4,6 Prozent aus. Der Dow Jones schloss 1,8 Prozent fester. Erfreuliche Unternehmensdaten stützen die Aufwärtsbewegung: Nachdem General Electric   und Yahoo im Rahmen der - wenn auch bescheidenen - Erwartungen gelegen hatten, überraschte der US-Netzwerkausrüster Juniper Networks nach Börsenschluss die Analysten.

Juniper Networks hat im dritten Quartal zwar weniger verdient als im Vorjahreszeitraum, die Erwartungen der Analysten aber deutlich übertroffen. Der Proforma-Gewinn im dritten Quartal habe 32,5 Millionen Dollar oder zehn Cent pro Aktie betragen - drei Cent mehr als erwartet. Im Jahr zuvor hatte Juniper noch 17 Cent Gewinn je Aktie ausgewiesen.

Infineon: Schumacher bleibt zuversichtlich

Im Dax könnte unter anderem Siemens   von dieser Vorlage profitieren. Der Technologiekonzern hatte gestern bereits 4,6 Prozent zugelegt. Auch die Siemens Tochter Infineon   dürfte ihre Erholung zum Wochenschluss fortsetzen: Infineon-Chef Ulrich Schumacher betonte, der Konzern werde auch bei einem anhaltenden Preiskampf in der Chipbranche nicht in Liquiditätsprobleme geraten.

Gewinnmitnahmen erwartet

Trotz der überwiegend guten Stimmung rechnen einige Händler zum Wochenschluss mit Gewinnmitnahmen. Das kräftige Kursplus vor allem am Neuen Markt sei durch fundamentale Daten nicht gerechtfertigt. Die Direktbanken DAB   und ConSors   hatten gestern nach guten Zahlen des US-Konkurrenten E-Trade um rund 40 bzw. 30 Prozent zugelegt. Die Rallye sei von hektischen Käufen derjenigen getrieben, die noch große Liquidität besäßen und nun fürchteten, den Zug zu verpassen. Die Stimmung könne schnell wieder drehen, wenn die für heute erwarteten Konjunkturdaten schlechter ausfallen als erwartet.

USA: Verbrauchervertrauen entscheidet

In den USA werden heute das von der Universität Michigan ermittelte Verbrauchervertrauen für Oktober sowie die Einzelhandelsumsätze und Erzeugerpreise für September bekannt gegeben. In Deutschland stehen die Einzelhandelsumsätze für August an.

Rallye und Rinderwahn in Tokio

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat nach der guten Vorlage der Wall Street ein Plus verbucht. Der Nikkei-225-Index schloss 2,8 Prozent fester bei 10.632 Punkten. Chip-Titel wie Advantest und Tokyo Electron zogen weiter an. Auch Banken tendierten fest. Abwärts ging es mit Aktien von Firmen, die im Geschäft mit Rindfleisch tätig sind, nachdem in Tokio der Verdacht auf einen zweiten Fall von Rinderwahnsinn bekannt geworden worden war.

Der Euronotierte am Freitagmorgen schwächer mit 0,9023 Dollar nach 0,9120 Dollar am späten Donnerstag.