Börsenausblick: Alles wartet auf Greenspan - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Börsenausblick Alles wartet auf Greenspan

Die Aktienmärkte erwarten mit Spannung die Rede des US-Notenbankchefs Alan Greenspan und erhoffen sich Signale für eine weitere Zinssenkung. In New York und Tokio blieben die Anleger vorsichtig, auch in Frankfurt wird zunächst wenig Bewegung erwartet.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Vermutlich wird Greenspan über die abflauende US-Konjunktur berichten. Doch wird er jene Worte finden, aus denen die Märkte eine Zinssenkung ableiten können? Am kommenden Dienstag wird die US-Notenbank darüber entscheiden.

Analysten rechnen mit einer Senkung der Leitzinsen um 50 Basispunkte, wie Greenspan dies bereits am 3. Januar verkündet und auf den Aktienmärkten damit eine kleine Rallye ausgelöst hatte. Sollte es weniger werden, könnte sich die Stimmung an den Aktienmärkten deutlich verdüstern, hieß es.

Vor der Greenspan-Rede hatte die asiatische Leitbörse in Tokio am Donnerstag Morgen (MEZ) schwächer geschlossen. Der Nikkei büßte 90,20 Punkte oder 0,6 Prozent ein und ging mit 13.803 Punkten aus dem Markt. Gewinnmitnahmen bei Technologietiteln und Sorgen um die Exportentwicklung drückten die Kurse, sagten Händler. Der Euro wurde schwächer mit 0,9210-20 Dollar bewertet nach 0,9355-65 Dollar am Vortag.

Auch in New York bewegten sich die Indizes nur wenig, wollten die Investoren zunächst den Auftritt von Greenspan abwarten. Der Dow Jones fiel um 2,84 Punkte oder 0,03 Prozent auf 10.646 Punkte. Die Technologiebörse Nasdaq legte leicht um 18,76 Punkte oder 0,66 Prozent auf 2859 Zähler zu.

Vor diesem Hintergrund ist an den deutschen Aktienmärkten zunächst mit wenig Bewegung zu rechnen. Die Anleger werden sich vermutlich auch hier mit ihrem Engagement zurückhalten. Einen ersten Hinweis darauf, wie es mit der US-Konjunktur steht, werden die Anleger vermutlich noch vor der Greenspan-Rede erhalten. In den USA wird heute US-Arbeitskostenindex veröffentlicht.

Mit Kursaufschlägen könnten heute die Papiere der stark angeschlagenen Letbuyit.com rechnen. Wie um 08.05 Uhr ad hoc gemeldet wurde, hat die Interneteinkaufsgemeinschaft die notwendigen vier Millionen Euro zusammen. Der Anschlusskonkursantrag sei zurückgezogen worden.