Börsenausblick Amazon.com macht Hoffnung
Frankfurt am Main - Die Wall Street hat nach Handelsschluss in Deutschland weiter nachgegeben und könnte heute den Auftakt in Frankfurt belasten. Allerdings gab es nach Börsenschluss gute Nachrichten vom US-Internet-Versandhaus amazon.com und dem Chiphersteller Applied Micro Circuits. Der Dow Jones ging mit Verlusten von 0,5 Prozent auf 10.089 Zähler aus dem Handel. Der Nasdaq Composite fiel um 1,6 Prozent auf 1730 Zähler.
Das US-Internet-Versandhaus Amazon.com ist im ersten Quartal 2002 wieder in die Verlustzone gerutscht. Nach schwarzen Zahlen im vierten Quartal 2001 wies Amazon.com am Dienstag nach Börsenschluss einen Verlust je Aktie von sechs Cent aus. Damit schnitt das Unternehmen aber immer noch deutlich besser ab als dies von Analysten erwartet worden war. Der Ausblick ist positiv. Nachbörslich konnte die Aktie zulegen.
Der Chiphersteller Applied Micro Circuits hat im vierten Quartal seines Geschäftsjahres 2001/2002 (Ende 31. März) beim Pro-Forma-Verlust je Aktie die Analystenschätzungen getroffen. Gleichzeitig gab der Konzern nach Börsenschluss einen Einbruch beim Umsatz von 75 Prozent auf 30,1 Millionen Dollar bekannt. Grund hierfür war dem Unternehmen zufolge die schwache Nachfrage in der Halbleiter- und Netzwerkausrüster-Industrie. Der Verlust je Aktie auf Pro-Forma-Basis ging im vierten Quartal auf sechs Cent zurück nach einem Gewinn von neun Cent im Vorjahr. "Dieses Quartal markiert das Ende eines sehr schwierigen Geschäftsjahres", sagte Konzernchef Dave Rickey.
In New York erwarten die Börsianer heute unter anderem die Geschäftszahlen des Telekomkonzerns AT&T und von Broadvision . Nach Börsenschluss wird der Medienkonzern AOL Time Warner berichten. Gegen Abend unserer Zeit gibt das Beige Book einen Zustandsbericht der US-Konjunktur ab
In Deutschland richten sich die Augen der Börsianer zunächst auf die im M-Dax notierte Software AG. Der zweitgrößte deutsche Softwarehersteller legt seine Quartalszahlen vor. Branchenexperten zufolge dürfte das Unternehmen dabei mit einer Verdopplung ihres Vorjahresverlusts aufwarten. Analysten rechnen beim Ergebnis vor Steuern durchschnittlich mit einem Minus von 5,3 (minus 2,8) Millionen Euro. Nach Steuern wird ein Verlust von 3,3 (1,5) Millionen Euro gerechnet, was einem erwarteten Verlust je Aktie von 0,12 (0,06) Euro entspricht.
Für den Umsatz erwarten die Befragten im Schnitt 115,6 (128,4) Millionen Euro. Ausschlaggebend hierfür dürften in erster Linie die deutlich gesunkenen Lizenzerlöse sein, die der Konsensschätzung zufolge auf 24,3 (42,6) Millionen Euro absacken dürften.
Allzu schwer wurden den Analysten die Schätzungen jedoch nicht gemacht, da der Software-Konzern vor knapp zwei Wochen bereits relativ genaue Planzahlen für die ersten drei Monate präsentiert hatte. Verheerend daran war, dass die eigenen Prognosen zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen gesenkt wurden. Am 5. März hatte die Software AG ihre wenige Tage zuvor bekannt gewordenen, ursprünglichen Planungen nach unten revidiert.
Am Neuen Markt werden unter anderem die Geschäftszahlen von Balda und Lambda Physik erwartet.
Eine ganze Reihe von Aktien am Neuen Markt könnten heute unter Druck geraten. Im Zuge des Bilanzskandals um den Telematik-Anbieter ComROAD hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG die Notbremse gezogen. Nach einem Bericht des "Handelsblatts" wird die Gesellschaft alle von ihr testierten Abschlüsse am Neuen Markt erneut auf Herz und Nieren prüfen. Dies betrifft etwa jedes siebte Unternehmen am Neuen Markt. KPMG reagiert damit auf die Kritik an ihrer Arbeit.
Die Wirtschaftsprüfer hatten gestern die ComROAD-Testate für die Bilanzen der Jahre 1998 bis 2000 zurückgezogen. Sonderprüfer einer anderen Gesellschaft hatten zuvor berichtet, dass auch in diesen Jahren die meisten Umsätze zu einem großen Teil fingiert waren.
Die Aktienbörse in Tokio hat am Mittwoch schwächer geschlossen. Der Nikkei büßte 64 Punkte oder 0,54 Prozent auf 11.672 Punkte ein. Der breit angelegte Topix gab um 5,78 Punkte oder 0,52 Prozent nach und ging beim Stand von 1098,72 Punkten aus dem Handel.
Der US-Dollar notierte um 15.00 Uhr (Ortszeit) fester mit 130,25-28 Yen, nach 129,85-88 Yen am Vortag zur gleichen Zeit. Der Euro notierte zum Vortag fester mit 0,8886-88 Dollar nach 0,8873-76 Dollar am Dienstag zur gleichen Zeit.