Börsenausblick Angst vor dem nächsten Ausverkauf
Frankfurt am Main - Der Dow Jones konnte sich nach Handelsschluss in Deutschland nur geringfügig verbessern und schloss auf 7872 Zähler: ein Minus von 1,4 Prozent. Der Index für die US-Technologiebörse, der Nasdaq Composite, rutschte ebenfalls weiter ab und gab drei Prozent auf 1184 Zähler nach.
JDS Uniphase enttäuschte die Märkte
Negative Unternehmens- und Konjunkturnachrichten sowie die nach wie vor herrschende Kriegsangst hatten auch die Technologiebörse belastet und dabei auf ein Sechsjahrestief gedrückt. JDS Uniphase , ein Glasfasernetz-Ausrüster, warnte vor niedrigeren Umsätzen wegen der andauernden Flaute auf dem Telekommunikationsmarkt.
Microsoft litten unter negativen Analystenkommentaren. Zudem sagte Vorstandschef Steve Ballmer, dass die Geschäfte in Europa sich erst erholen würden, wenn sich die Lage im Telekommunikations- und Finanzsektor bessere.
Wal-Mart Umsätze rückläufig
Im Dow Jones zählten Wal-Mart zu den Verlierern. Wal-Mart hatte erklärt, der September-Umsatz werde am unteren Ende der eigenen Erwartungen liegen. Die Aktien gaben rund vier Prozent nach.
Palm weitet seine Verluste aus
Nach Börsenschluss gab es schlechte Nachrichten vom weltgrößten Taschencomputer-Hersteller Palm. Das Unternehmen hat im ersten Geschäftsquartal angesichts der anhaltenden Nachfrageschwäche seinen Verlust ausgeweitet. Der US-Konzern hofft jedoch, bis zum Jahresende mit zahlreichen neuen Produkten den Absatz seiner Geräte wieder zu steigern.
Unterschiedliche Erwartungen an US-Investmentbanken
Die Investmentbank Lehman Brothers meldete einen Gewinnrückgang für das dritte Quartal um 24 Prozent. Nach dem überraschend schlechten Ergebnis bei der Investmentbank Morgan Stanley in der vergangenen Woche erwarten die Analysten beim Konkurrenten Goldman Sachs heute positivere Zahlen. Der Gewinn je Aktie soll im dritten Quartal um rund 14 Prozent auf 99 US-Cents steigen. Der Halbleiterhersteller Micron Technology wird nach Experteneinschätzung heute für das vierte Quartal einen deutlich reduzierten Verlust bei gestiegenen Umsätzen ausweisen.
Die US-Notenbank wird nach Einschätzung von Volkswirten heute ihre Leitzinsen unverändert lassen. Der Offenmarktausschuss (FOMC) werde jedoch weiter die Risiken bei der Konjunktur und nicht bei der Inflation sehen, erwarten Volkswirte. Das Ergebnis der Sitzung wird gegen 20 Uhr mitteleuropäischer Zeit erwartet.
Siemens-Netzwerksparte bereitet Sorgen
Über die schlechten Vorgaben hinaus könnte noch eine weitere Meldung die Technologiewerte in Deutschland belasten. Die Netzwerksparte (ICN) des Münchner Siemens -Konzern hat im vierten Geschäftsquartal nach Angaben aus Gewerkschaftskreisen weitere Verluste erzielt. Siemens habe Arbeitnehmervertretern mitgeteilt, dass das Quartal zum 30. September in der ICN-Sparte noch schlechter als das vorangegangene Vierteljahr verlaufen sei, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters aus Gewerkschaftskreisen. Das Unternehmen habe daher einen weiteren Stellenabbau nicht ausgeschlossen. Offiziell wolle der ICN-Bereichsleiter die Belegschaft am Dienstagvormittag in München über die Geschäftsentwicklung informieren.
Euro präsentiert sich behauptet
Der Euro hat sich am Dienstag im fernöstlichen Devisenhandel gegenüber dem Dollar behauptet gezeigt. Vor dem Zinstreffen der US-Notenbank (Fed) am Dienstag hielten sich die Anleger eher zurück, sagten Händler.
Am Dienstagmorgen kostete ein Euro in Fernost 0,9774/79 Dollar nach Kursen um 0,9778 Dollar im späten US-Handel. Die japanische Währung notierte zum Dollar bei 123,51/56 (New Yorker Handelsschluss 123,84) Yen.
Die asiatische Leitbörse in Tokio notierte am Montag kurz vor Handelsschluss tief im Minus. Der Nikkei gab 2,5 Prozent auf 9244 Zähler nach.