Börsenausblick: Angst vor der Bärenmarkt-Rallye - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Angst vor der Bärenmarkt-Rallye

Gute Vorgaben aus den USA sollten die Kurse an den deutschen Aktienmärkten stützen. Doch Händler warnen vor Euphorie. Immer noch seien heftige Kursabschläge möglich. Spannend wird es bei der Allianz und den Autoherstellern.
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Frankfurt am Main – Dax und Nemax könnten dank guter US-Vorgaben am Donnerstag mit leichten Gewinnen an die freundliche Markttendenz vom Vortag anschließen. Dow Jones und Nasdaq schlossen angesichts positiver Unternehmensnachrichten sehr fest.

Börsianer warnten jedoch davor, dass es sich lediglich um eine so genannte Bärenmarkt-Rallye handeln könne - eine kurze Aufwärtsbewegung innerhalb einer langfristigen Abwärtsentwicklung. "Nachhaltig nach oben geht es erst, wenn die Unternehmensgewinne steigen und die Trendwende für jeden erkennbar ist", sagte ein Marktteilnehmer am Mittwoch.

Ein Händler sagte, der Dax könne auch schnell wieder Richtung 2800 Punkte gehen. Die Stimmung sei "sehr nervös", hieß es. Am Dienstag war der Index bis auf 2774 Punkte gefallen - so tief wie seit 1996 nicht mehr. Der Dax schloss gestern 3,1 Prozent fester auf 2962 Zählern.

Allianz und Autowerte im Fokus

Im Mittelpunkt des Handelsgeschehens stehen heute die Allianz und die Automobilhersteller. Die Aktien der Allianz   sind am Vortag um 6,5 Prozent auf 102,87 Euro gestiegen. Zuvor hatte die Dresdner Bank den Rücktritt von Leonhard Fischer, Allianz-Vorstandsmitglied und Chef von Dresdner Kleinwort Wasserstein, mitgeteilt. Heute will der Allfinanzkonzern weitere Einzelheiten zu seinen Restrukturierungsplänen bekannt geben.

Eine Reihe von Unternehmensnachrichten wird von den Automobilkonzernen erwartet. Auf dem derzeit laufenden Pariser Autosalon stellen die Großen der Branche neue Modelle und Unternehmenskonzepte vor.

General Electric und IBM treiben die Wall Street an

Der amerikanische Aktienmarkt hat am Mittwoch die Gewinne des Vortags deutlich ausgebaut. Schützenhilfe sei von General Electric   und IBM   gekommen, sagten Händler. Der Dow-Jones-Index für 30 Standardwerte stieg um 158,69 Punkte oder 2,1 Prozent auf 7841 Zähler. Der technologieorientierte Nasdaq-Index legte 40,10 Punkte oder 3,4 Prozent auf 1222 Zähler zu.

Die Aktien von General Electric   stiegen um 1,10 auf 27 Dollar. Der Mischkonzern hatte vor Handelsbeginn seine positive Ergebnisprognose für das dritte Quartal bekräftigt. "Wenn jemand wie General Electric eine positive Prognose bekräftigt, hat das natürlich kurzfristig auch positive Folgen für den Gesamtmarkt", sagte John Waterman, ein Fondsmanager bei Rittenhouse Financial Services.

IBM   profitierten von Schnäppchenjägern, die die Aktien des größten Computerherstellers um 3,3 auf 63,01 Dollar ansteigen ließen. In den vier vorangegangenen Sitzungen waren IBM um 14 Prozent gefallen.

Eine positive Geschäftsprognose verkündete auch der führende Papierhersteller International Paper  . Tyco International   legten 1,4 auf 15 Dollar zu. Konzernlenker Edward Been sagte, Tyco werde am Ende des laufenden Quartals über Barmittel in Höhe von sechs Milliarden Dollar verfügen und eine interne Bilanzprüfung habe keine Unregelmäßigkeiten entdeckt.

Mit Kursgewinnen gingen auch die Autohersteller aus der Sitzung. Chrysler Corp-Chef Dieter Zetsche kündigte für das dritte und vierte Quartal Gewinne an. Ford   gab bekannt, wegen der wachsenden Nachfrage würde im vierten Quartal die Produktion beschleunigt. Etliche Analysten äußerten sich jedoch skeptisch, ob es zu einer nachhaltigen Gewinnerholung kommen werde, solange es gesamtwirtschaftlich nicht aufwärts geht. Dafür gäbe es keine überzeugenden Hinweise, sagte Diane Garnick, die bei State Street Global Advisors für globale Anlagestrategie verantwortlich ist.