Börsenausblick: Asien schwächelt, Amerika feiert - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Asien schwächelt, Amerika feiert

Wegen des Feiertags in den USA rechnen Händler mit einem impulslosen Geschäft. Gewinnwarnungen in den USA und Asien lasten auf den Märkten. Die Stimmung ist schlecht - beste Voraussetzung für eine Sommerrallye?
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt – Gewinnwarnungen der Technologieunternehmen Broadvision, i2 Technologies und Epiphany belasteten Hightechwerte weltweit. Spannend wird die Frage, ob sich SAP von seinen Kursverlusten von mehr als fünf Prozent wieder erholen kann: Der Software-Hersteller hält trotz der Gewinnwarnungen der Konkurrenz an seinen Prognosen fest, Anleger blieben aber misstrauisch.

Heute erläutert US-Konkurrent Oracle während einer Bilanzpressekonferenz seine Zahlen. Der US-Technologieindex Nasdaq Composite hat am verkürzten Handelstag am Dienstag 0,4 Prozent schwächer geschlossen.

Der Nemax 50, der gestern mit einem Minus von vier Prozent auf 1377 Zähler gestürzt ist, hat wenig Chancen auf eine nachhaltige Erholung: Zu groß ist der Vertrauensverlust bei den Anlegern. Nach Kabel New Media hat auch Infomatec das Insolvenzverfahren eröffnet. Der Neuling Brainlab hat den geplanten Börsengang an den Neuen Markt in letzter Sekunde abgeblasen. Doch zumindest für eine kurzfristige Erholung stehen die Chancen nicht schlecht: Eine Sommerrallye kommt meist dann, wenn niemand mehr mit ihr rechnet.

Standardwerte unter Druck

Defensive Werte wie die Post, Thyssen und MAN gehörten am Dienstag im Dax zu den Gewinnern, unter den Technologietiteln schloss lediglich der gebeutelte Chiphersteller Infineon fester.

Doch auch Standardwerte sind unter Druck: Das Bankhaus Merrill Lynch zum Beispiel hat die Gewinnerwartungen für Chemiewerte gesenkt. Auch US-Chemieriese Dupont senkte seine eigenen Prognosen. In den USA wird die Ertragssaison am Freitag mit den Zahlen des Aluminiumherstellers Alcoa beginnen. Händler rechnen in den kommenden Wochen mit weiteren Gewinnwarnungen.

Zinsen: Wim will nicht

Die EU-Kommission hat die geplante Fusion von Honeywell und General Electric verboten. Die Konjunkturdaten für die Eurozone sind alles andere als berauschend, doch im Gegensatz zur US-Notenbank starren die Eurobanker weiter auf die Preisstabilität und sehen für Zinssenkungen keinen Anlass.

Der Euro hat am Mittwoch wegen der schwindenden Hoffnung auf eine Zinssenkung in der Euro-Zone durch die Europäische Zentralbank (EZB) weiter nachgegeben. Gegen 8 Uhr notierte die Gemeinschaftswährung mit 0,8476 Dollar. EZB-Präsident Wim Duisenberg hatte am Dienstag gesagt, er habe keine neuen Informationen, die eine Leitzinsänderung rechtfertigten. Der EZB-Rat entscheidet am Donnerstag über die Leitzinsen in der Euro-Zone.

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Mittwoch schwach tendiert. Nach der negativen Vorgabe der Wall Street sackte der Nikkei-Index für 225 führende Werte um 188 Punkte (1,5 Prozent) ab und schloss bei 12.629 Zählern. Der Hightechriese Sony hat eine Rückrufaktion für einige Mobiltelefone gestartet. Die Aktie gab um mehr als drei Prozent nach und fiel auf den tiefsten Stand seit Dezember.