Börsenausblick Aufatmen in New York
Frankfurt am Main - Die Vorgaben für den letzten Handelstag in dieser Woche sehen gut aus. Nach Börsenschluss in Frankfurt haben die US-Börsen noch deutlich zugelegt und werden vermutlich den deutschen Aktienmärkte einen festen Auftakt bescheren. Der Dow Jones schloss mit einem Plus von 1,6 Prozent bei 9.920 Zählern. Die Nasdaq kletterte um 1,1 Prozent auf 1934 Zähler vor. Die US-Börsen verzeichneten damit den stärksten Anstieg seit zwei Wochen.
Den deutlichen Anstieg der Kurse vor allem zur späteren Stunde begründeten Händler unter anderem damit, dass die US-Notenbank in einem erst am späten Abend bekannt gewordenen Sitzungsprotokoll sich positiv zur Wirtschaftsentwicklung in den USA geäußert habe. Überdies sützten positive Nachrichten des US-Konsumgüterkonzerns Procter & Gamble (P&G) stützten die Hoffnung auf eine Trendwende der US-Konjunktur.
Konsumgüterkonzerns Procter & Gamble kletterten 4,3 Prozent auf 81,68 Dollar. Das Unternehmen hatte zuvor mitgeteilt, im abgelaufenen Quartal sei erstmals seit einem Jahr der Umsatz wieder gestiegen. Zudem sei vor Restrukturierungsaufwendungen sechs Prozent mehr verdient worden als im Vorjahreszeitraum.
Nachbörslich berichtete der Medienkonzern Walt Disney zwar von rückläufigen Umsätzen und Gewinnen, doch lagen die Zahlen deutlich über den Erwartungen der Analysten. Deshalb sollten Börsianer heute auch einen Blick auf die Entwicklung von Medienaktien in Deutschland werfen. Disney berichtete für das erste Quartal von einem Gewinn von 15 Cent je Aktie, Analysten hatten im Schnitt lediglich zehn Cent erwartet. Die Umsätze lagen mit sieben Milliarden Dollar ebenfall über den Erwartungen (6,6 Milliarden Dollar).
Die Titel des Chipkonzerns Intel gewannen rund 3,5 Prozent auf 35,04 Dollar und profitierte dabei von einer Kaufempfehlung durch Merrill Lynch. Die Titel des Softwareherstellers Oracle legten um 3,85 Prozent auf 17,26 Dollar zu. Auch hier trieb eine Kaufempfehlung die Aktie. Zu den Gewinnern zählten ebenso Aktien von Computerherstellern wie Apple und Dell: Dies lässt heute auch für die Technologiewerte in Deutschland hoffen.
Einen Blick sollten Investoren heute vor allem auf die Aktie der Deutsche Post werfen. Der Konzern soll nach einem Bericht der "Bild" Mehrwertsteuer von Kunden kassiert haben, von der das Unternehmen befreit war. Die Zeitung berichtet in ihrer Freitagausgabe unter Berufung auf den Bundesrechnungshof (BRH), die Post habe auf diesem Wege bis zu 23 Millionen Euro pro Monat eingenommen. Die Post solle Geschäftskunden die Mehrwertsteuer in Rechnung gestellt haben, obwohl es durch Finanzminister Hans Eichel (SPD) vor dem Börsengang durch eine Sonderregelung von der Mehrwertsteuer in bestimmten Bereichen befreit worden sei. Das Thema der umstritten Umsatzsteuerbefreiung wird heute in einer aktuellen Stunde auch den Bundestag beschäftigen.
Die Aktienbörse in Tokio hat am Freitag starke Verluste verbucht. Der Nikkei sackte um 206,37 Punkte oder 2,06 Prozent ab und ging beim Stand von 9791 Punkten ins Wochenende.
Euro unter Druck
Der Kurs des Euro ist am Freitag gefallen. Gegen 8.00 Uhr kostete die europäische Gemeinschaftswährung in Frankfurt 0,8582 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag bei 0,8637 (Mittwoch: 0,8642) US- Dollar festgesetzt.
Die sich abzeichnende Erholung der US-Wirtschaft habe den Euro unter Druck gebracht, sagten Händler in Tokio. Die Kursverluste dürften auch in den kommenden Tagen anhalten, hieß es.