Börsenausblick Augen auf den Flughafen
Händler erwarten einen verhaltenen Wochestart der deutschen Aktienmärkte. Die US-Börsen bleiben wegen eines Feiertages geschlossen. Im Fokus der Anleger dürfte die heute beginnende Zeichnungsphase für die Aktien des Frankfurter Flughafens stehen.
Hamburg - Während sich die Standardwerte in der vergangenen Woche im Schnitt kaum vom Fleck gerührt hatten, konnten die Wachstumswerte im Nemax-50 immerhin ein Wochenplus von knapp fünf Prozent verbuchen. Letzteres erstaunt ein wenig, da wir mit Himmelfahrt und dem folgenden Freitag, den viele Investoren als Brückentag für ein verlängertes Wochenende nutzten, äußerst schwache Umsätze an den deutschen Aktienmärkte verzeichnet hatten.
Die US-Börsen bleiben wegen eines Feiertages geschlossen, ein wichtiger Impuls fehlt also. Es ist auch nicht damit zu rechnen, dass sich die deutschen Aktienmärkte aus den widerstreitenden Stimmungspolen zwischen schwachen US-Konjunkturdaten und Zinssenkungsphantasien befreien könnten.
Zu Bewegung allerdings könnte es bei Titeln wie Morphosys und Kinowelt kommen. Beide Nemax-50-Unternehmen legen heute die Zahlen für das erste Quartal vor.
Das Biotechnologie-Unternehmen Morphosys wird nach einer Analystenumfrage ein gutes Stück auf dem Weg zum Erreichen der eigenen Jahresprognose vorangekommen sein. Analysten erwarten für die ersten drei Monate ein Ergebnis vor Steuern im Bereich von minus 0,5 Millionen bis minus 1,4 Millionen Euro nach minus 1,6 Millionen Euro im Vergleichzeitraum des Vorjahres. Die Umsatzprognosen lauten 3,5 Millionen Euro bis 4,5 Millionen Euro, verglichen mit 1,1 Millionen EUR im Vorjahresquartal. Die Experten verweisen darauf, dass die Zahlen nur bedingt vergleichbar sind, da die Bilanzierung im vierten Quartal 2000 auf US-GAAP umgestellt wurde.
Die Analysten von Merck, Finck & Co. hatten ihre Anlageempfehlung für die Aktie der Morphosys AG in der vergangenen Woche auf "Kaufen" hochgesetzt und der Aktie damit zu einem deutlichen Aufwärtstrend zum Wochenschluss verholfen.
Bei Kinowelt liegen die Analysten-Einschätzung erheblich weiter auseinander. Bei dem Umsatz schwanken die Erwartungen der Analysten zwischen 55 und 66 Millionen Euro. Beim Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) liegen sie sogar zwischen 2,3 und 9,9 Millionen Euro. Das ebenfalls am Neuen Markt notierte TV-Produktionsunternehmen Me Myself & Eye (MME) hatte am Freitag nach Börsenschluss enttäuschende Quartalszahlen vorgelegt. Das Ebit lag bei minus einer Million Mark, die Umsatzprognose für das Gesamtjahr wurde von 95 Millionen Mark auf rund 80 Millionen Mark zurück genommen.
Als Signal für weitere Börsengänge in diesem Jahr gilt die heute beginnende Zeichnungsfrist für die Aktien des Frankfurter Flughafens. Die Preisspanne zwischen 32 und 37 Euro liegt deutlich unter den im Vorfeld genannten Bewertungsgrenzen. Zahlreiche Fondsmanager hatten zuvor einen Ausgabepreis von maximal 30 Euro empfohlen und vor einem zu hohen Kurs-Gewinn-Verhältnis gewarnt, dass die Fraport-Aktie gegenüber der britischen Konkurrenz BAA weniger attraktiv machen könnte.
Vor Handelsbeginn meldete die am Neuen Markt notierte MWG Biotech ad hoc "die besten Quartalszahlen der Unternehmensgeschichte". Das Unternehmen habe nach eigenen Angaben in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2001 mit 22,8 Millionen Mark den bisher höchsten Erstquartalsumsatz in der Unternehmensgeschichte erwirtschaftet. Mit einem Ebitda von minus -1,0 Millionen im ersten Quartal 2001 vollziehe das Unternehmen nach den Schwierigkeiten im vierten Quartal 2000 konsequent den Turnaround. Im letzten Quartal 2000 lag das Ebitda noch bei 18,7 Millionen Mark. Das Ebitda des ersten Quartals 2000 hatte bei 2,5 Millionen Mark gelegen, hieß es weiter.
Die asiatische Leitbörse in Tokio zeigte sich am Montag schwächer. Der Nikkei schloss um 0,2 Prozent niedriger bei 13.737 Punkten. Der Euro notierte bei Kursen um 0,858 Dollar.