Börsenausblick Autotitel im Blickpunkt
Frankfurt am Main - Insbesondere beim Neuen Markt halten Händler die Rückkehr zu alten Tiefs für möglich. Der Dax hatte sich zum Wochenauftakt nur mit Mühe im Plus gehalten, während der Nemax 50 um 3,3 Prozent auf 993 Zähler eingebrochen war. Am Montag fehlten auf Grund eines Feiertages die Impulse aus den USA, doch für negative Nachrichten reichte es allemal: Technologiewerte werden auch heute einen schweren Stand haben, nachdem weiterhin über mögliche Bilanztricks bei IBM diskutiert wird.
Volkswagen im Mittelpunkt
Anleger warten heute auf die Zahlen von Volkswagen . Der Autobauer wird nach Ansicht von Analysten für 2001 ein deutlich besseres Vorsteuer- und ein schlechteres Nachsteuerergebnis als im Vorjahr bekannt geben. Experten erwarten einen Vorsteuergewinn nach IAS-Bilanzierungsstandard zwischen 4,2 und 4,6 Milliarden Euro. Da VW erstmals vollständig nach IAS bilanziert, sind die Zahlen nur bedingt mit Vorjahresergebnissen vergleichbar.
Der Gewinn nach Steuern werde zwischen 2,7 und 2,840 Milliarden Euro liegen. Ihre Umsatzerwartungen gaben die Analysten mit 86,2 und 88 Milliarden Euro an. Die meisten Experten erwarten, dass das vierte Quartal 2001 vor allem wegen des schlechteren Geschäfts in Südamerika unter dem Vorjahresergebnis abgeschnitten hat. Volkswagen schloss am Montag knapp behauptet bei 51,70 Euro. Am Mittwoch folgt der Autobauer DaimlerChrysler mit seinen Zahlen.
Die Aktie der Commerzbank gehörte mit einem Plus von 0,9 Prozent am Montag zu den wenigen Gewinnern im Dax. Zuvor hatte die WCM Beteiligungs- und Grundbesitz AG gemeldet, dass sie ihre Beteiligung an der Bank von rund einem auf 5,5 Prozent erhöht hat. Der Anteil soll zudem auf knapp unter zehn Prozent erhöht werden.
Anleger hoffen, dass die Erholung der Deutsche Telekom am heutigen Dienstag weitergeht: Analysten von Goldman Sachs haben die T-Aktie auf ihrer Empfehlungsliste belassen und die Gewinn-Prognose erhöht. Das Kurspotenzial gaben die US-Investmentbanker mit mindestens 20 Prozent an.
MDax: Deutsche Börse übertrifft Erwartungen
MDax:Deutsche Börse übertrifft Erwartungen
Die Deutsche Börse hat im abgelaufenen Geschäftsjahr ihren Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert und damit Analysten-Erwartungen übertroffen. Zum Ergebniswachstum trugen vor allem die Segmente Eurex und Informationsprodukte bei, wie die Börse am Montagabend in Frankfurt mitteilte. Der Umsatz der Gruppe sei auf 760,3 Millionen Euro gestiegen nach 648,9 Millionen Euro im Vorjahr, teilte die im MDax gelistete Gesellschaft in Frankfurt mit. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) betrug den Angaben zufolge 278,1 Millionen Euro nach 226 Millionen Euro.
Die ebenfalls im MDax notierten Aktien von ProSiebenSat.1 waren am Montag um 8,8 Prozent auf 6,42 Euro angezogen. Spekulationen auf eine erhoffte Eigenständigkeit der Fernsehfamilie beflügelte nach Angaben von Marktteilnehmern den Aktienkurs.
Neuer Markt: Fällt nun auch Qiagen?
Neuer Markt unter 1000 Zählern
Am Neuen Markt sind die beiden Indizes unter die Marke von 1000 Punkten gefallen. Sowohl der Nemax 50 als auch der alle Werte umfassende Index Nemax-All-Share schlossen am Montag nur knapp über der Marke von 990 Punkten, ein Minus von 3,2 (Nemax 50) beziehungsweise 2,1 (Nemax All Share). Die schwache Nasdaq und schlechte Zahlen von D-Logistics, die um mehr als 40 Prozent einbrachen, gaben dem Marktsegment am Montag den Rest.
"Das Vertrauen der Anleger ist zerstört. Hier am Neuen Markt ist die Stimmung äußerst nervös. Zudem scheinen die Investoren nach den jüngsten Unternehmenspleiten zu warten, bis der Neue Markt aufgeräumt ist", sagte ein Händler. Am heutigen Dienstag wird das Biotechnologie-Unternehmen Qiagen Geschäftszahlen melden: Die Aktie, die noch zu den wenigen von Fondsmanagern beobachteten Werten am Neuen Markt gehört, hat vor Bekanntgabe der Zahlen stark nachgegeben.
Berg- und Talfahrt bei Mobilcom
Aktien von Mobilcom gehörten im frühen Handel zu den wenigen Gewinnern im Index, drehten dann aber gegen Mittag wieder ins Minus und notierten rund 4,4 Prozent leichter. Gerüchte, die France Telecom wolle nun doch die Kontrolle beim norddeutschen Telekommunikationsanbieter übernehmen will, hätten das Papier zunächst gestützt, sagten Händler. Schlecht für Mobilcom sei jedoch, dass der Großaktionär nicht wie verlangt in den Ausbau des UMTS-Netzes investieren wolle.
Euro schwächer - Nikkei erneut unter 10.000 Punkten
Nikkei erneut unter 10.000 Punkte
Die Aktienbörse in Tokio hat am Dienstag schwere Verluste erlitten. Ungeachtet der lobenden Worte von US-Präsident George W. Bush für die Reformpolitik des japanischen Regierungschefs Junichiro Koizumi stürzte der Nikkei-Index für 225 führende Werte wieder deutlich unter die wichtige Marke von 10.000 Punkten. Zum Schluss notierte das fernöstliche Kursbarometer einen Verlust von 246,09 Punkten oder 2,4 Prozent beim Stand von 9847,16 Punkten. Der breitere Topix verlor 4,58 Punkte oder 0,5 Prozent auf 959,96 Punkte.
Der Euro notierte am Dienstag Morgen bei 0,8699 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs am Montag bei 0,8715 (Freitag: 0,8705) Dollar fest.