Börsenausblick: Banger Blick in die USA - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Banger Blick in die USA

In Erwartung der Geschäftszahlen des weltgrößten Netzwerkausrüsters Cisco Systems dürften heute vor allem Technologie-Aktien eher seitwärts tendieren. Am Neuen Markt werden die Zahlen des Schwergewichts Qiagen erwartet.
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Frankfurt am Main - Gewinnmitnahmen hatten am Freitag die Aktienmärkte in Deutschland und den USA geprägt und die Indizes ins Minus gedrückt. Zusätzlich hatten US-Arbeitsmarktdaten Hoffnungen auf eine kräftige Zinssenkung der amerikanischen Notenbank am 21. August gedämpft. Neue Impulse und damit eine rasche Besserung für die Aktienmärkte werden in dieser Woche weiter auf sich warten lassen, sagen Experten. Viele Anleger üben sich noch in sommerbedingter Abstinenz.

Neben den Geschäftszahlen des weltweit führenden Netzwerkausrüsters Cisco Systems am Dienstag sind es eben auch weitere Konjunkturdaten, die nach Ansicht von Börsianern in dieser Woche die Märkte bewegen könnten.

Dabei dürfte es weniger um die aktuellen US-Produktivitätszahlen für das zweite Quartal gehen als vielmehr um eine mögliche Revision der Zahlen für die Jahre 1998 bis 2000. Nach einem Bericht der Tageszeitung "Die Welt" erwartet der Chefstratege der Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein, Albert Edwards, dass am Dienstag die langfristigen Produktivitätsaussichten auf Grund einer neuen Berechnungsmethode um einen ganzen Prozentpunkt auf 1,5 Prozent nach unten revidiert werden müssten. Bei der Revision gehe es im Kern darum, inwieweit die US-Wirtschaft wachsen kann, ohne gleichzeitig eine Inflation zu produzieren.

Die Folgen der statistischen Korrektur dürften nicht unterschätzt werden, heißt es in dem Bericht. Ließe sie doch einerseits das US-Wachstum in den vergangenen Jahren in einem anderen Licht erscheinen. Andererseits hätte dies auch Auswirkungen auf die Wachstumserwartungen und künftige Gewinnschätzungen für Unternehmen.

Der Netzwerkriese Cisco Systems wird am morgigen Dienstag Rechenschaft über das vierte Quartal sowie das gesamte Geschäftsjahr 2001 ablegen. Analysten und Anleger sehen diesem letzten "Großereignis" der nun zu Ende gehende Berichtssaison mit gemischten Gefühlen entgegen. Der von Cisco-Chef John Chambers mit Spannung erwartete Ausblick für die kommenden Monate könne nach Meinung von Analysten die Technologiebörsen dieser Welt sowohl in Euphorie als auch in Depression stürzen.

Dass Cisco, die Nummer eins des Netzwerksektors, das vierte Quartal mit einem riesigen Gewinneinbruch abschließen wird, gilt unter Wall-Street-Analysten indes als sicher. Nach Ansicht von Michael E. Ching, Analyst bei der Investmentbank Merrill Lynch, wird aber vor allem der Ausblick für das kommende erste Fiskalquartal über Wohl und Wehe der Entwicklung des Aktienkurses in der näheren Zukunft bestimmen.

Auf deutscher Seite werden heute die Geschäftszahlen des Neue-Markt-Schwergewichts Qiagen erwartet. Am Dienstag müssen im Dax Adidas-Salomon, BASF und BMW zum Zahlenrapport. Am Donnerstag folgen Bayer und die Commerzbank sowie das im Nemax 50 notierte Unternehmen Aixtron.

Gespannt werden Anleger in Deutschland heute auch den Prozessauftakt gegen das in Insolvenz befindliche Neue-Markt-Unternehmen Infomatec verfolgen. In dem angestrebten Präzedenzfall erhoffen sich die Investoren Schadenersatz. Neben dem Zivilprozess läuft derzeit noch das Strafverfahren gegen die ehemaligen Vorstände Alexander Häfele und Gerhard Harlos. Infomatec soll die Anleger unter anderem mit falschen Ad-hoc-Meldungen über angebliche Aufträge getäuscht haben.

Die asiatische Leitbörse in Tokio ging nahezu unverändert aus dem Handel. Der Nikkei schloss mit 12.243 Punkten.