Börsenausblick: Berichtssaison, Teil Zwei - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Berichtssaison, Teil Zwei

Der Markt wartet heute auf die Quartalszahlen von Infineon. Wie es mit Technologieaktien weiter geht, darüber werden auch die Ergebnisse von Nokia, Ericsson und Motorola in dieser Woche entscheiden. Die US-Börsen, die am Freitag deutlich schwächer notierten, bleiben heute wegen eines Feiertages geschlossen.
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Frankfurt am Main – Die Vorgaben der US-Börsen für den Handelstag am Montag sind wenig schmeichelhaft. Enttäuschende Quartalszahlen von IBM und Microsoft hatten am Freitag Anlegerhoffnungen auf eine baldige wirtschaftliche Erholung. Der Technologieindex Nasdaq erlitt mit 4,6 Prozent ihren stärksten Wochenverlust seit September 2001 und gab am Freitag 2,8 Prozent auf 1930 Zähler nach. Mit einem Rückschlag von 0,8 Prozent auf 9771 hat der Dow Jones in der abgelaufenen Börsenwoche 2,2 Prozent verloren.

"Unternehmen wie Microsoft sagen uns, dass es in ihrem Geschäft keinerlei Anzeichen einer Erholung gibt", sagte Marc Klee, ein Fonds-Manager beim John Hancock Technology Fund.

Zu Wochenbeginn sind die deutschen Aktienmärkte auf sich allein gestellt. Auf Grund des Feiertages "Martin-Luther-King-Tag" bleiben am Montag in den USA Börsen, Banken und Behörden geschlossen.

Ausbruchsversuch des Dax gescheitert

Die anlaufende Berichtssaison der Unternehmen dürfte nach Ansicht der Analysten den Dax belasten. Viele Anleger könnten vor allem von den Prognosen für die weitere Geschäftsentwicklung enttäuscht werden, da den Experten zufolge die Gewinnschätzungen für viele Unternehmen auch nach den jüngsten Reduzierungen noch zu hoch seien.

Im Zentrum des Interesses dürften heute die Quartalszahlen des angeschlagenen Halbleiter-Herstellers Infineon   erwartet. In den vergangenen Wochen registrierte das Unternehmen erste Lichtblicke. So zogen die Preise im defizitären Speicherbereich deutlich an, auch die gestiegene Nachfrage erfreute Konzernchef Ulrich Schumacher.

Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres hat Infineon aber noch weiter rote Zahlen geschrieben, da die Preise für Speicherchips trotz der jüngsten Erholung noch immer unter den Gesamtkosten für die Herstellung liegen. In der vergangenen Woche hatte sich Infineon mit dem Betriebsrat auf einen Sozialplan geeinigt. Insgesamt sollen 5000 Stellen gestrichen werden. Der Arbeitsplatzabbau dürfte auch Thema sein auf der Hauptversammlung morgen (Dienstag) in der Münchner Olympiahalle.

"Die weitere Entwicklung hängt komplett von den DRAM-Preisen ab", hieß es in einem Kommentar der Investmentbank Merrill Lynch.

Bereits am Wochenende war Eon vorab von den Wettbewerbshütern über die Entscheidung informiert worden, dass das Bundeskartell die Übernahme von Ruhrgas durch Eon   . Das Amt hat bei einer weiteren Verflechtung der beiden Konzerne wettbewerbsrechtliche Bedenken. Nun kann der Bundeswirtschaftsminister mit Rücksicht auf "gesamtwirtschaftliche Vorteile" das Veto des Bundeskartellamts überstimmen.

Von den am Mittwoch zur Veröffentlichung anstehenden SAP   -Zahlen erwarten sich die Experten der DZ Bank indes kaum Auswirkungen auf den Gesamtmarkt. Die Eckdaten seien bereits bekannt.

Neben den genannten Geschäftsergebnissen werden Marktteilnehmern zufolge auch die Veröffentlichungen von Amazon, Motorola (jeweils Dienstag) sowie von Boeing, Amgen und STM (jeweils Mittwoch) für größeres Interesse sorgen.

Mit Spannung werden die Zahlen des Handykonzerns und Branchenfürhrers Nokia erwartet. Am Freitag legt der Konkurrent Ericsson seine Ergebnisse vor.

Tokio schließt schwächer

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Montag leichter geschlossen. Der Nikkei gab nach der negativen Vorgabe der Wall Street vom Freitag um 13 Punkte oder 0,13 Prozent nach und schloss mit 10.280 Zählern. Der Euro notierte fester mit 0,8853-56 Dollar nach 0,8807-09 Dollar am Freitag zur gleichen Zeit.