Börsenausblick: Bilanzkorrekturen bei der Telekom? - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Bilanzkorrekturen bei der Telekom?

Die Berichtssaison hält den Markt in Bewegung. IBM und AMD überraschten mit guten Geschäftszahlen, hielten sich jedoch mit ihren Prognosen zurück. Der Softwareriese SAP verzichtet auf weitere Umsatzprognosen.
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Frankfurt am Main – Marktbeobachter in Frankfurt rechnen zum Auftakt am Donnerstag mit leicht steigenden Kursen. Überraschend gute Quartalszahlen aus den USA sollten die Börse im frühen Handel stützen. IBM   und AMD   haben mit ihren Ergebnissen die Erwartungen der Analysten übertroffen.

Leicht belasten könnte SAP  . Der größte deutsche Softwarekonzern hat seine Umsatzprognose für Gesamtjahr 2002 zurückgenommen. Grund sei die allgemeine politische und wirtschaftliche Lage, teilte das Unternehmen vor Börseneröffnung mit. Bisher war das Unternehmen von einem Umsatzanstieg von fünf bis zehn Prozent ausgegangen. Eine genaue Prognose sei derzeit nicht möglich, hieß es.

Im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres (30. September) verzeichnete SAP einen Ergebnisanstieg bei stagnierendem Umsatz. Das operative Ergebnis erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahresabschnitt von 159 Millionen Euro auf 336 Millionen Euro. Der Umsatz legte leicht auf 1,7 Milliarden Euro zu, nach 1,65 Milliarden Euro im Vorjahr.

Wertberichtigungen bei der Telekom?

Ebenfalls im Mittelpunkt des Handelsgeschehens sollte die T-Aktie   stehen. Bei der Deutschen Telekom verdichten sich einem Zeitungsbericht zufolge die Hinweise darauf, dass umfangreiche Wertberichtigungen auf Mobilfunklizenzen und Beteiligungen anstehen könnten. Vor der Ernennung eines neuen Vorstandsvorsitzenden solle "bilanziell reinen Tisch" gemacht werden, schreibt die "Börsen-Zeitung". Auslöser dieser Gedankenspiele seien ernst zu nehmende Gerüchte am Markt, die Telekom wolle die Bekanntgabe der Zahlen für das dritte Quartal um gut eine Woche vorziehen.

IBM übertrifft Analystenerwartungen

Bereits am Mittwochabend nach Börsenschluss hat IBM   seine Geschäftszahlen bekannt gegeben. Der US-Computerhersteller hat im dritten Quartal und in den ersten neun Monaten 2002 einen Gewinnrückgang verbucht. Das Unternehmen habe im dritten Quartal einen Gewinn von 1,3 Milliarden Dollar oder 76 Cent je Aktie im Vergleich zu 1,6 Milliarden Dollar oder 90 Cent je Aktie in der Vorjahresvergleichszeit verbucht, hieß es. Der Umsatz fiel um ein Prozent auf 20,3 Milliarden Dollar. Mit den derzeitigen Marktprognosen für das vierte Quartal zeigte sich der Konzern einverstanden.

IBM verkauft seine Festplatten-Laufwerksparte an die japanische Hitachi  . Klammert man diesen Bereich und andere Sonderfaktoren aus, dann verdiente IBM aus dem laufenden Geschäft fast unverändert 1,7 Milliarden Dollar. Der Gewinn pro Aktie erreichte auf dieser Basis 99 (Vorjahresvergleichszeit: 97) Cent und hat damit die Analystenerwartungen von 96 Cent übertroffen.

IBM-Chef Samuel J. Palmisano verwies auf das schwierige wirtschaftliche Umfeld. Das Unternehmen habe trotzdem gute Umsätze verbucht, den Gewinn pro Aktie gesteigert und Marktanteile gewonnen.

AMD-Ausblick beflügelt

Trotz eines unerwartet hohen Verlustes im dritten Quartal haben die Aktien des weltweit zweitgrößten Mikroprozessorenherstellers AMD   im nachbörslichen Handel deutlich zugelegt. Die Aktie stieg um 7,2 Prozent auf 3,74 Dollar, nachdem sie im regulären Handel mit 3,49 Dollar aus dem Handel gegangen war.

Händler machten positive Kommentare von AMD zum vierten Quartal für den nachbörslichen Kursanstieg verantwortlich. Demnach erwartet der Konzern einen Umsatzanstieg und eine "deutliche Verringerung" des operativen Verlustes gemessen am dritten Quartal.

Apple rutscht in die roten Zahlen

Der US-Computerkonzern Apple   ist im vierten Quartal wegen der Flaute am PC-Markt in die roten Zahlen gerutscht. Nach einem Gewinn je Aktie von 19 Cent ein Jahr zuvor sei nun ein Verlust je Aktie von 13 Cent erzielt worden, teilte das Unternehmen in Cupertino am Mittwoch mit.

Ohne einmalige Kosten erzielte Apple im vierten Quartal ein EPS von 2 Cent. Auf dieser Basis hatten Analysten ein EPS zwischen 1 und 4 Cent erwartet. Der Umsatz sank im vierten Quartal von 1,450 Milliarden Dollar auf 1,443 Milliarden Dollar.